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FSV Mainz 05: Heinz Müller im Interview

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1. FSV Mainz 05  

Müller: "Es ist gar nicht so wichtig, wer im Tor steht"

30.07.2009, 11:23 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Johann Schicklinski

Neuzugang am Mainzer Bruchweg: Torhüter Heinz Müller (Foto: imago)Neuzugang am Mainzer Bruchweg: Torhüter Heinz Müller (Foto: imago) Heinz Müller heißt der neue Torhüter beim 1. FSV Mainz 05, der sich mit Kapitän Dimo Wache um den Platz zwischen den Pfosten duelliert. Immerhin 500.000 Euro ließen sich die Rheinhessen den Keeper vom englischen Zweitligisten FC Barnsley kosten.

Der 31-Jährige startete seine Karriere einst in Hannover und Bielefeld, danach stand er beim FC St. Pauli und bei Jahn Regensburg unter Vertrag. Anschließend ging Müller ins Ausland, spielte bei Odd Grenland und Lilleström in Norwegen und beim englischen Zweitligisten Barnsley.

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t-online.de: Herr Müller, sind Sie nach mehreren Jahren im Ausland froh, wieder in Deutschland zu spielen?

Heinz Müller: Ja, es war eine lange Reise. Immerhin habe ich die letzten fünf bis sechs Jahre im Ausland gespielt, da ist man froh über die Möglichkeit, wieder in Deutschland spielen zu können. Noch dazu bin ich als gebürtiger Frankfurter in der Region, in der ich aufgewachsen bin.

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Sie sprechen es an: Sie befinden sie sich jetzt wieder nahe der alten Heimat. War das auch ein ausschlaggebender Faktor für die Entscheidung, nach Mainz zu wechseln?

Ja, es ist schön wieder hier zu sein.  Ich fühle mich in der Region sehr wohl, wenn man dazu noch die Möglichkeit hat, hier Bundesliga zu spielen, ist das umso besser.

Haben Sie sich denn gut in Mainz eingelebt?

Die Mannschaft hat mich toll aufgenommen und mir die Integration sehr leicht gemacht. Auch die Menschen im Verein waren bisher durchweg sympathisch und die Fans sind ja ohnehin toll. Von daher fühle ich mich in Mainz rundum wohl.

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Sie sind jetzt knapp fünf Wochen in Mainz, haben die Vorbereitung komplett mitgemacht. Wie fällt ihr Fazit nach diesen anstrengenden Wochen aus?

Gut. Wir haben hart gearbeitet, um topfit in die Runde zu gehen. Wir wissen, dass wir in der Bundesliga nur bestehen können, wenn wir konditionell topfit sind und 90 Minuten Tempo gehen können. Die Mannschaft hat gut mitgezogen, so dass wir die Grundlagen gelegt haben, um in der Bundesliga bestehen zu können.

Getrübt wurde die Vorbereitung jedoch durch die Verletzungsserie. Kurz vor dem Pflichtspielauftakt fehlen 15 Spieler aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten. Haben sie Ausfälle in solch einer Menge schon einmal erlebt?

Nein, das ist wirklich eine unglaubliche Pechsträhne. Ich glaube, das gibt es nur ganz, ganz selten. Das habe ich noch bei keinem anderen Klub  erlebt. Gerade zuletzt kamen ja fast täglich neue Ausfälle hinzu.

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Wie wirkt sich das auf die Stimmung innerhalb des Teams aus?

Die Stimmung ist weiterhin gut, die Mannschaft sagt sich "Jetzt erst recht!". Wir wissen, dass wir trotz aller Widrigkeiten stark genug sind, um in der Bundesliga mitzuhalten. Das Verletzungspech schweißt uns auch zusammen, macht uns noch mehr zur Einheit.

In Bielefeld schnupperten Sie Bundesliga-Luft, saßen immerhin zehn Mal in der Bundesliga auf der Ersatzbank. Warum sind Sie freiwillig in eine tiefere Klasse gegangen, erst zu St. Pauli, dann nach Regensburg?

In Bielefeld war zuletzt einiges nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zum Schluss gab es dort doch einige Probleme, ich wollte weg. Ich war dann froh, dass ich die Chance bekam, nach St. Pauli zu wechseln. Die Aussicht, zweite Liga bei einem Traditionsklub zu spielen, war ja auch nicht schlecht.

Sie spielten dann noch in England und Norwegen. Welche Erfahrungen konnten Sie in diesen beiden Ländern sammeln?

Das war eine tolle Erfahrung. Ich hatte in beiden Ländern viel Spaß, lernte unterschiedliche Ligen kennen, unterschiedliche Fußball-Stile. Ich denke, dass beide Spielweisen, sowohl die britische als auch die skandinavische, ihren Reiz hatten. Auch abseits des Platzes war das Ausland eine tolle Erfahrung. Ich lernte unterschiedliche Mentalitäten kennen und tolle Menschen, was will man mehr?

In Barnsley haben sie die Begeisterung des englischen Fußballs hautnah kennen gelernt. Lässt sich das mit der Euphorie der Fans in der Fußballstadt Mainz vergleichen?

Ich habe ja bereits mit St. Pauli in Mainz gespielt, von daher kannte ich die Emotionalität der Mainzer Fans bereits. Das ist echt ein Erlebnis hier, wie die Fans hinter ihrer Mannschaft stehen und sie anfeuern. Mit England kann man das nicht vergleichen, in Barnsley war alles eine Nummer kleiner. Mindestens! Und auch St. Pauli, wo die Fans ebenfalls toll sind, reicht nicht ganz an Mainz heran.

Der Torhüter begleitet eine spezielle Position in einer Fußballmannschaft. Es kann nur einer zwischen den Pfosten stehen. Sie duellieren sich hier mit Publikumsliebling und Kapitän Dimo Wache, wollen seinen Platz. Wie kommen sie miteinander aus?

Sie sagen es: Es gehört zu den Eigenheiten unserer Position, dass leider nur einer spielen kann. Daher gibt es um den Platz im Kasten bei den meisten Klubs Zwei- oder sogar Dreikämpfe. Dennoch komme ich mit Dimo super aus. Wir duellieren uns auf sportliche Weise auf dem Platz, privat ist er ein netter Kerl und wir respektieren uns. Letztendlich ist es aber gar nicht so wichtig, wer im Tor steht, solange die Mannschaft erfolgreich ist. Im Idealfall trägt der Torhüter dann dazu seinen Teil bei.

Denken Sie, dass Sie beim ersten Pflichtspiel im Tor stehen werden?

Dazu kann ich nichts sagen, denn noch ist keine Entscheidung gefallen, der Trainer Jörn Andersen hat hierzu noch nichts verlauten lassen. Ich habe in der Vorbereitung gut trainiert und hoffe es natürlich.

Sie sind ja um einiges jünger als Wache und kommen ins beste Torwartalter. Ist auch eine Teilzeit-Regelung denkbar, nach der sie zunächst die Nummer zwei sein werden um langsam in die Rolle des Stammtorwarts herein zu wachsen?

Wie gesagt, noch ist keine Entscheidung gefallen und daher ist es müßig für mich, mir Gedanken um eventuelle Gegebenheiten zu machen. Daran denke ich im Moment nicht.

Wie kam Mainz bei der Suche nach einem neuen Torwart auf Sie in Barnsley?

Ich weiß es nicht. Ich denke einfach, dass Mainz seine Scouts auch die zweite englische Liga beobachten lässt und dann so der Kontakt zustande kam. Außerdem habe ich früher ja bereits in Deutschland gespielt und es gab immer mal wieder Kontakte zu deutschen Klubs.

Wer hat eigentlich von Mainzer Seite aus um sie geworben? Trainer Andersen? Manager Heidel?

Ich denke, dass mein Wechsel nach Mainz nicht von einer Person alleine klar gemacht wurde. Das war eher eine Teamleistung der gesamten Verantwortlichen des Klubs.

Zum Schluss, Herr Müller, noch die obligatorische Frage nach dem Saisonziel: Was trauen Sie sich mit Aufsteiger Mainz zu?

Unser Ziel kann nur Klassenerhalt lauten, alles andere wäre als Aufsteiger vermessen und auch nicht angebracht. Wir müssen versuchen, die nötigen Punkte einzufahren, um so schnell wie möglich auf die berühmten 40 Punkte zu kommen. Sollten wir das bereits einige Spieltage vor Schluss geleistet haben, können wir uns neue Zielsetzungen stecken. Aber wie gesagt, wir sollten uns erst einmal auf den Klassenerhalt konzentrieren, der oberste Priorität besitzt und schwer genug wird.

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