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FC Schalke 04: Vereinshymne empört Muslime

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Schalke 04  

Schalke-Lied empört Muslime

04.08.2009, 10:54 Uhr | sid

Das Lied der Schalker Fans ist ins Visier von Muslimen geraten. (Foto: Imago)Das Lied der Schalker Fans ist ins Visier von Muslimen geraten. (Foto: Imago) Probleme der etwas anderen Art für Schalke 04. Wegen seines Vereinsliedes "Blau und Weiß wie lieb ich dich" geriet der Bundesligist jetzt ins Visier empörter Muslime. In den letzten Tagen erhielt der Traditionsverein vermehrt Protestbriefe und E-Mails, nachdem türkische Medien in dem Text des 1924 entstandenen Liedes eine "Verhöhnung des Propheten Mohammed" ausgemacht hatten.

In der dritten Strophe der Hymne der seit Jahrzehnten vor jedem Heimspiel gesungenen Liedes heißt es: "Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht. Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht."

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Schalke engagiert Islamwissenschaftler

Schalke 04 nimmt die Vorwürfe ernst. "Wir haben einen Islamwissenschaftler beauftragt, die Sache eingehend zu analysieren. Bis dies geschehen ist, wird es von uns keine weiteren Stellungnahmen geben", sagte ein Klubsprecher. Auch der pensionierte Pfarrer Hans-Joachim Dohm, Vorsitzender des Schalker Ehrenrates, will die Proteste nicht einfach ignorieren. "Zunächst müssen wir aber klären, ob es sich hier um künstliche Empörung oder ehrliche Überzeugung handelt', sagte Dohm der "Süddeutschen Zeitung" und sprach von einem ernst zu nehmenden Problem, wenn sich Gläubige durch das Schalke-Lied verletzt fühlten: "Deshalb sollten wir das Gespräch suchen." Mit einer Streichung der Passage sei der Streit nach Meinung des Schalke-Pfarrers aber nicht beizulegen: "Das würde eine starke emotionale Gegenreaktion hervorrufen."

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Muslime zum Kompromiss bereit

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland sieht Handlungsbedarf, versucht aber auch, die Wogen zu glätten. "Ich erkenne keine böse Absicht oder direkte Blasphemie. Allerdings kommt der Respekt nicht zum Ausdruck, dem wir als Muslime dem Propheten entgegenbringen. Die lapidare Formulierung kann schon dem einen oder anderen die Zornesröte ins Gesicht treiben", sagte Generalsekretär Aiman Mazyek. "Wenn die Schalker Führung diesen Kontext erkennt und man aufeinander zugeht, dann kriegen wir das gemeinsam hin. Ich bin auch gerne bereit zu vermitteln", sagte Mazyek: "Eine Forderung, das Lied zu verbieten, wird es von uns nicht geben, aber eine nach Aufklärung über den Hintergrund des Liedes. Das sind wir nicht nur den vielen türkischen Fans und Spielern von Schalke schuldig."

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Heftige Mails und Boykott-Drohungen

Damit trifft Mazyek nicht die Meinung aller seiner Glaubensbrüder. Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte aus einer E-Mail: "Was hat unser Prophet mit eurem ungläubigen Lied zu tun? Löscht diesen Teil, oder ihr müsst die Konsequenzen tragen!" Strenggläubige Muslime, die sich zugleich als Schalke-Fans bekennen, sollen bereits mit dem Boykott vom Heimspielen drohen. Im einflussreichen Internet-Forum "Muslim Markt" wurde ein - allerdings sachlich und freundlich formulierter - Protestbrief zur Weiterverbreitung vorgefertigt.

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