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Bundesliga: Wirtschaftskrise macht Klubs zu schaffen

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Bundesliga  

Wirtschaftskrise macht Bundesliga-Klubs zu schaffen

04.08.2009, 12:31 Uhr | dpa, sid

Die Wirtschaftskrise macht auch den Bundesliga-Klubs zu schaffen. (Foto: Imago)Die Wirtschaftskrise macht auch den Bundesliga-Klubs zu schaffen. (Foto: Imago) Die fetten Jahre für den deutschen Profi-Fußball sind vorbei. Nach fünf Jahren stetigen Wachstums haben die 36 Erst- und Zweitligisten anno 2009 erstmals eine Verschlechterung der finanziellen Situation feststellen müssen. Immerhin ein Drittel der Bundesliga-Vereine schrieb nach eigenen Angaben zum Abschluss der vergangenen Saison Rote Zahlen.

"Die Fußballbranche kann sich der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht entziehen", stellte Christoph Ehrhardt von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young bei der Präsentation einer im Juni durchgeführten Studie zur wirtschaftlichen Situation in den Bundesliga-Klubs fest.

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Mehrheit rechnet mit Verschlechterung der Lage

An der zum sechsten Mal erfolgten Befragung nahmen 34 von 36 Profi-Klubs - so viele wie nie - anonym teil. Während im Vorjahr noch 73 Prozent der Manager eine Verbesserung der Lage prognostiziert hatten, rechnen nun 56 Prozent mit einer Verschlechterung. Die übrigen Befragten erwarten eine unveränderte Lage. Vor allem im Sponsoringbereich müssen die Vereine Abstriche machen. 30 Prozent erwarten rückläufige Einnahmen aus Banden- und Trikotwerbung sowie dem Verkauf von Business-Seats und Logen. "Die Marketingbudgets der Unternehmen wurden im Zuge der Krise zusammengestrichen - mit entsprechenden Folgen auch für die Sport-Sponsorings", so Ehrhardt.

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Deutlicher Stimmungswechsel festzustellen

Als erster Bundesliga-Verein hatte Eintracht Frankfurt vor einigen Wochen die Probleme auf diesem Geschäftsfeld öffentlich gemacht. Den Hessen fehlen aus Logen-Verkauf und TV-Einnahmen rund fünf Millionen Euro im Vergleich zur Vorsaison. "Mich hat überrascht, wie viele Klubs einen ehrlichen Blick in die Zukunft geworfen und negative Erwartungen geäußert haben. Die Manager waren erfreulich offen. Es ist ein deutlicher Stimmungswechsel in der Bundesliga festzustellen", sagte Arnd Hovemann, Autor der Studie "Bälle, Tore und Finanzen". Zu kämpfen hätten vor allem die kleinen Vereine aus der 2. Liga, wo drei Tage vor Saisonbeginn immerhin drei Klubs noch keinen Trikotsponsor haben.

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Bundesliga weiter interessantes Werbeumfeld

Allerdings erwartet Hovemann, dass sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den deutschen Profi-Fußball in Grenzen halten werden. "Die Annahme, dass Klubs in Insolvenzgefahr geraten könnten, wäre weit überzogen. Die Bundesliga hat in der vergangenen Saison wieder einen Zuschauerrekord verzeichnet. Sie bleibt grundsätzlich ein sehr interessantes Werbeumfeld für Unternehmen", sagte Hovemann.

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Klubs schwingen den Rotstift

Davon geht auch die Mehrheit der Manager aus. Immerhin 76 Prozent rechnen innerhalb der nächsten fünf Jahre mit der Umkehr des Trends und einem Anstieg der Einnahmen, nur sechs Prozent erwarten mittelfristig einen Rückgang. Kurzfristig haben sich die Klubs jedoch auf eine schwere Saison eingestellt und treten daher auf die Kostenbremse. Vor allem beim Personal soll der Rotstift angesetzt werden. 35 Prozent der Vereine wollen weniger für Transfers ausgeben, nur zwölf Prozent planen höhere Ausgaben. Die Spielergehälter sollen bei 30 Prozent gekürzt werden, 38 Prozent erwarten steigende Kosten. Im Vorjahr waren es noch 70 Prozent.

UEFA sieht Mega-Transfers kritisch

Auf europäischer Ebene dagegen wird nicht ganz so vorsichtig gehaushaltet. Das veranlasst die Europäische Fußball-Union UEFA zu berechtigter Kritik. Generalsekretär David Taylor sagte in einem Interview mit BBC Radio 5 Live, er sei in großer Sorge über den Zustand der Vereine, einige lebten deutlich über ihre Verhältnisse. Das gelte besonders für die Premier League, allerdings gebe auch beispielsweise Real Madrid Anlass zur Sorge. "Es gibt eine Reihe englischer Klubs, deren Wert erheblich gefallen ist, die aber weiterhin auf dem Markt munter mitmischen", sagte Taylor. Zudem sei man beunruhigt über die Mega-Transfers, die Real Madrid und Manchester City zuletzt abgewickelt hätten. Dieses Hochpokern sei angesichts schwieriger Zeiten alles andere als wünschenswert.

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