Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Doping >

Claudia Pechstein wirft Weltverband gravierende Formfehler vor

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Doping - Eisschnelllauf  

"Bin in den letzten Monaten durch die Hölle gegangen"

12.02.2010, 23:02 Uhr | t-online.de, dpa

Claudia Pechstein kämpft um ihren guten Ruf. (Foto: AP)Claudia Pechstein kämpft um ihren guten Ruf. (Foto: AP) Vertauschte Proben, riesige Werteschwankungen, gravierende Verfahrensfehler: Die wegen auffälliger Blutwerte gesperrte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein kämpft um ihren guten Ruf und setzt bei ihrer Verteidigung auf Formfehler des Weltverbandes ISU. Insgesamt acht der 20 Trainingskontrollen Pechsteins, die als Beweismittel vor dem ISU-Schiedsgericht dienten, sollen nicht eindeutig einer Person zugeordnet worden sein.

"Die ISU hat schlampig und fehlerhaft gearbeitet", sagte Pechsteins Manager Ralf Grengel. Die Blutproben, die zur Sperre geführt haben, würden nicht von ihr stammen. Die 37-Jährige war am 1. Juli von der ISU wegen auffälliger Retikulozyten-Werte, aber ohne positiven Befund für zwei Jahre gesperrt worden. Zu ihrer Gemütslage sagte Pechstein: "Man wird ja irre, wenn man zu Hause sitzt und die Schlagzeilen liest. Ich habe den Dopingstempel auf der Stirn mit dem Wissen, nichts gemacht zu haben. Ich bin in den letzten Monaten durch die Hölle gegangen."

Pechstein macht sich zur "gläsernen Athletin"

Pechstein selbst schlug vor, sich sechs Wochen lang komplett untersuchen zu lassen. Täglich wolle sie morgens und abends für Urinproben zur Verfügung stehen. Wichtig hierbei wären die unterschiedlichsten Trainings-Szenarien, wie Höhentraining oder ähnliche übliche Vorbereitungsmaßnahmen. Zusätzlich stünde sie jeden dritten Tag zur Blutentnahme bereit. Die Proben sollten dann in verschiedenen Labors unter Aufsicht der NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) untersucht werden. "Eigentlich bin ich gar nicht in der Beweispflicht, aber ich will die Sache vom Tisch haben", sagte Pechstein weiter.

Aktuell Weitere Nachrichten zu Claudia Pechstein

NADA kann sich Quarantäne nicht leisten

Armin Baumert, der Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), reagierte prompt - sieht jedoch keine Möglichkeit, eine sechswöchige Quarantäne für Claudia Pechstein zu ermöglichen. "Wir sind weder personell, noch technisch, noch finanziell in der Lage, eine mehrwöchige, lückenlose Überwachung einer Sportlerin sicherzustellen, selbst wenn die Athletin damit einverstanden wäre", erklärte Baumert. "Die Frage ist, wie man das durchführt, weil das eine ganze Menge Geld kostet", sagte Pechstein. "Das ist zwar an der Grenze des Zumutbaren, aber ich möchte den Fall aufgeklärt haben", fügte sie hinzu.

Aktuell

"ISU sollte sich schnellstmöglich bei mir entschuldigen"

Massiv griff die fünfmalige Olympiasiegerin die ISU und deren Beweisführung in der Anklage an. "Die ISU sollte im eigenen Laden schnellstens aufräumen. Sie sollte sich Gedanken machen, das Urteil aufzuheben und sich schnellstmöglich bei mir entschuldigen", sagte Pechstein, die weiter ihre sechste Olympia-Teilnahme anstrebt und im Februar 2010 in Vancouver eine Medaille holen will.

Blutwerte schwanken je nach Labor und Analysegerät

Zudem stellte die 37 Jahre alte Athletin mit ihrem Anwalt Simon Bergmann und ihrem Manager Ralf Grengel Dokumente vor, die der ISU Ungenauigkeiten nachweisen sollen. Demnach soll ein und dieselbe Probe von einem Bluttest am 15. April in verschiedenen Laboren gravierende Schwankungen aufweisen. Im deutschen Labor Kreischa seien dabei ihre Retikulozyten, eine Vorstufe der roten Blutkörperchen, mit 2,4 Prozent gemessen worden, in Lausanne mit einem anderen Analysegerät nur mit 1,3 Prozent.

Es gibt keinen positiven Dopingbefund Pechsteins

Pechstein hatte bei Dopingtests im Rahmen der Mehrkampf-WM in Hamar mehrfach Retikulozyten über dem erlaubten Grenzwert von 2,4 Prozent. Insgesamt wies ihr die ISU in den vergangenen Jahren achtmal erhöhte Werte nach, die als Indiz für Blutdoping gelten sollten. Die prominente Olympionikin hatte gegen ihre Sperre Einspruch vor dem CAS (Sportgerichtshof) eingereicht. Die Entscheidung im CAS-Hauptverfahren wird voraussichtlich erst im Herbst fallen. Einen positiven Dopingtest von Pechstein gibt es nicht, so dass bei der CAS-Verhandlung ein Grundsatzurteil erwartet wird. "Aufgrund der neuen Faktenlage bin ich optimistisch, dass der CAS zu unseren Gunsten entscheidet", erklärte Bergmann.

Über Eilantrag entscheidet CAS nächste Woche

Über Pechsteins Eilantrag auf die Rückkehr ins Training wird der CAS dagegen bereits bis Ende kommender Woche entscheiden, so Bergmann. Die 37-Jährige darf derzeit nicht an offiziellen Trainingsmaßnahmen teilnehmen. Grundlage sind die Codes der ISU und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Durch den Trainingsrückstand entstehe im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2010 in Vancouver ein "irreparabler Schaden", betonte Bergmann.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Was dieser Arzt gleich macht ist einfach unglaublich

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Stärken Sie Ihr Immunsystem für die kalte Jahreszeit

Vitamine und Mineralien zu reduzierten Preisen. Jetzt bestellen und sparen! zu DocMorris

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal