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Isabell Werth wegen Dopings nur für sechs Monate gesperrt

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Dressurreiten  

Nur sechs Monate Sperre für Isabell Werth

12.02.2010, 21:40 Uhr | dpa

Gesperrt wegen Dopings: Isabell Werth (Foto: dpa) Gesperrt wegen Dopings: Isabell Werth (Foto: dpa) Isabell Werth ist mit einem blauen Auge davongekommen. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt muss wegen Dopings bei ihrem Pferd Whisper nur sechs Monate pausieren und hat somit die Chance, an den Olympischen Spielen 2012 in London teilzunehmen. "Ich bin froh, dass die Entscheidung endlich da ist", sagte Werth. "Jetzt kann ich mich in Ruhe auf das Kind freuen und konzentrieren", sagte Werth, die wegen einer Schwangerschaft derzeit nicht reiten kann. Der deutsche Verband FN will keine Berufung einlegen, sagte Präsident Breido Graf zu Rantzau.

Die fünfmalige Olympiasiegerin Werth nahm das Urteil relativ gelassen entgegen. "Die Pause war ja geplant, wenn auch anders", sagte die 40-Jährige. "Dass eine Strafe kommt, war ja klar. Die Frage war ja nur, ob sie vier, fünf, sechs oder mehr Monate dauert." Sie darf bis zum 22. Dezember bei keinem Turnier starten und muss insgesamt 3500 Schweizer Franken zahlen, unter anderem für Verfahrenskosten. Theoretisch hätte Werth 30 Tage Zeit für eine Berufung.

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Startberechtigt in London 2012

Mit der nun von der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) ausgesprochenen Sperre von einem halben Jahr darf sie auf jeden Fall bei den nächsten Olympischen Spielen in London starten. Die automatische Sperre für die kommenden Spiele durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) greift erst bei einer Doping-Sperre von mehr als sechs Monaten. "Ich muss mich ja erstmal qualifizieren", sagte Werth. Ohne ihre beste Reiterin hat das deutsche Team in der vergangenen Woche bei den Europameisterschaften in Windsor nur Bronze geholt - so schlecht war die deutsche Mannschaft noch nie bei kontinentalen Wettkämpfen.

Spingreiter Ahlmann länger gesperrt

"Das ist absolut akzeptabel", kommentierte der FN-Präsident das Werth-Urteil: "Das ist im Rahmen des bestehenden Regelwerkes." Die FN wird nach Angaben ihres Chefs, anders als im Fall von Christian Ahlmann, keine Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen. "Darauf kann man bauen", sagte Rantzau. Ahlmann war vom Sportgericht der Weltverbandes FEI zunächst zu vier Monaten Sperre verurteilt worden, weil bei seinem Olympiapferd Capsaicin gefunden worden war. Erst nach der Berufung des deutschen Verbandes hatte der CAS auf Doping entschieden und die Strafe auf acht Monate erhöht. Ahlmann darf daher nicht bei Olympia 2012 starten.

Ahlmann: "Schwer nachzuvollziehen"

"Das überrascht mich nicht", sagte Ahlmann, der über das Vorgehen der FN seinerzeit sehr verärgert war. "Das ist jetzt schwer nachzuvollziehen", sagte der Springreiter, der zudem noch verbandsintern für zwei Jahre von der Nationalmannschaft ausgeschlossen worden war.

Werth von Anfang an geständig

Die Nachricht, dass die erfolgreichste Reiterin des Verbandes einen Dopingfall hat, hatte bei der ohnehin gebeutelten Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für weitere Erschütterungen gesorgt. Bei ihrem Wallach Whisper, den sie beim Pfingstturnier in Wiesbaden geritten hatte, war die Substanz Fluphenazin gefunden worden. Das Psychopharmakon ist für Pferde nicht zugelassen und steht auf der Dopingliste der FEI. Werth hatte nichts geleugnet. Sie hatte vielmehr erklärt, dass ihr Tierarzt Hans Stihl das Pferd wegen der sogenannten Zitterkrankheit mit dem Medikament Modecate behandelt habe, das den Wirkstoff Fluphenazin enthalte. Anschließend hatte sie gesagt: "Ich war reuig und geständig. Es ist ein Riesenfehler passiert, das kann man nicht schönreden."

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