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Formel 1: An Flavio Briatores Stuhl wird schon gesägt

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Renault  

An Flavio Briatores Stuhl wird schon gesägt

13.09.2009, 15:12 Uhr | sid

Wie lange ist Flavio Briatore noch Teamchef bei Renault? (Foto: imago)Wie lange ist Flavio Briatore noch Teamchef bei Renault? (Foto: imago) In der Affäre um den Crash von Nelson Piquet junior letztes Jahr in Singapur wird jetzt die Luft für Renault-Teamchef Flavio Briatore dünn. Am Rande des Großen Preises von Italien in Monza wurde bereits fleißig über seinen Nachfolger spekuliert, obwohl eine Schuld des Italieners noch nicht festgestellt wurde.

David Richards, Ende der 1990er-Jahre schon einmal Teamchef, soll ebenso an Briatores Job interessiert sein wie Ex-Villeneuve-Manager Craig Pollock. Die charmanteste Variante ist aber eine andere: Alain Prost. Der viermalige Weltmeister hat Erfahrung und war bereits von 1997 bis 2001 mit seinem eigenen Rennstall in der Formel 1 - und er ist Franzose.

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Briatore: "Ich fühle keine Schuld"

Doch Briatore denkt nicht daran, seinen Posten zu räumen. "Ich muss mir sicher keinen neuen Job suchen", sagte der 59-Jährige. "Ich fühle keine Schuld, ich habe wirklich nichts gemacht." Mit aller Kraft wehrte er sich erneut gegen die Vorwürfe, er habe Piquet angewiesen, bei dem Rennen im September 2008 in der 14. Runde in die Mauer zu fahren. Fernando Alonso im anderen Renault hatte kurz davor getankt, setzte sich in der anschließenden Safety-Car-Phase an die Spitze und gewann schließlich auch das Rennen.

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Chefingenieur schweigt sich bisher aus

Der Renault-Teamchef ist zuversichtlich, dass die ganze Wahrheit ans Tageslicht kommen werde. "Ich bin unschuldig. Und ich bin traurig, dass dem Renault-Team mit seinen 600 Angestellten schon jetzt ein großer Schaden entstanden ist", sagte Briatore. Entscheidend für seine Zukunft dürfte die Aussage von Chefingenieur Pat Symonds sein. Der Engländer hatte bei der ersten Vernehmung die Aussage mit dem Hinweis verweigert, dass er nicht lügen wolle. Die Renault-Verantwortlichen müssen am 21. September in Paris vor dem World Council des Automobilweltverbandes FIA zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

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Harte Kritik am Ex-Angestellten

Ob da geklärt werden kann, warum Piquet in die Mauer, ist fraglich. Briatore jedenfalls beteuert, er wisse darauf keine Antwort. Er forderte die Reporter auf: "Das müssen Sie Piquet fragen. Ich weiß nur: Er hat 17 Unfälle in seinem ersten Formel-1-Jahr gebaut. Keine Ahnung, ob die alle Absicht waren." Für den Italiener machen die Vorwürfe keinen Sinn. Die fragliche Szene habe sich zu einem Zeitpunkt abgespielt, als noch mehr als 40 Runden zu fahren gewesen waren. "Da ist noch jede Menge passiert. Sechs oder sieben Fahrer hatten Probleme, sonst hätte Fernando Alonso nie gewinnen können. Glauben Sie wirklich, dass man so ein Formel-1-Rennen manipulieren kann?", erklärte Briatore.

Gefallen für den Vater

An Piquet junior lässt der Renault-Teamchef kein gutes Haar: "Er ist ein verzogener Junge und ein labiler Charakter." Er habe den Brasilianer seinerzeit nur unter Vertrag genommen, weil dessen Vater ihn gebeten habe, sich um seinen Sohn zu kümmern. Wegen der fehlenden Ergebnisse habe er Piquets Gehalt im zweiten Jahr von 1,5 Millionen auf eine Million Euro gekürzt, sagte Briatore und betonte: "Das Einzige, was ich von ihm wollte, war eine gute Leistung. Mehr nicht."

Piquet will weiter mit der FIA zusammenarbeiten

Renault und Briatore haben mittlerweile Klagen in Frankreich und Großbritannien gegen ihren ehemaligen Rennfahrer und dessen Vater Nelson Piquet sr. wegen falscher Behauptungen und versuchter Erpressung eingeleitet. Piquet junior lässt sich davon aber offenbar nicht einschüchtern und hält an den Anschuldigungen gegen seinen früheren Arbeitgeber Renault und Briatore fest. "Ich versichere, dass ich in dieser Angelegenheit voll und ganz mit dem Automobil-Weltverband FIA zusammengearbeitet habe. Ich habe nur die Wahrheit erzählt, und deshalb muss ich auch nichts fürchten", sagte der 24-jährige. FIA-Präsident Max Mosley hatte ihm zuvor Straffreiheit zugesichert, wenn er im Unfall-Skandal kooperiere.

Ergebnis von Singapur wird stehen bleiben

Sollten Piquets Vorwürfe stimmen, drohen Renault der sofortige WM-Ausschluss und eine hohe Geldstrafe. Am Ergebnis des Singapur-Rennens werde sich jedoch nichts mehr ändern, sagte FIA-Präsident Mosley.


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