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Formel-1-Kolumne: V wie Verloren

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Formel-1-Kolumne  

V wie Verloren

27.09.2009, 20:36 Uhr | t-online.de

Aus Singapur berichtet Elmar Brümmer

WM gelaufen? Sebastian Vettel. (Foto: dpa)WM gelaufen? Sebastian Vettel. (Foto: dpa) Im zweiten kompletten Formel-1-Jahr Dritter der Weltmeisterschaft zu sein – und bleiben zu können – darüber kann sich Sebastian Vettel eigentlich nicht beschweren. Kleiner Vergleich zu Michael Schumacher, der war zum selben Zeitpunkt seiner Karriere WM-Vierter mit einem Saisonsieg geworden. Der 22-Jährige hat jetzt schon zwei, und trotzdem dürfte er Alpträume bekommen, wenn er an den Nacht-Grand-Prix von Singapur zurückdenkt.

Der vierte Platz ist der undankbarste, den er sich vorstellen kann, denn damit erlebten die Chancen des Red-Bull-Piloten auf den Weltmeistertitel in der schwülen Nacht von Singapur einen drastischen Temperatursturz – beinahe auf Null.

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Von der Prozession zum Chaos

Die Ränge eins, zwei und drei bei der Neuauflage der rasenden Nachtschicht am Äquator sind mit Blick auf das Titelrennen zu vernachlässigen, was die Leistungen von Lewis Hamilton, Timo Glock und Fernando Alonso nicht schmälert. Sie waren die Tapferen in einem von technischen, taktischen und persönlichen Fehlern gespickten Rennen, das von der erwarteten Prozession zum Chaos mutierte. Die Weltmeisterschafts-Vorentscheidung ergibt sich vielmehr aus den Plätzen vier, fünf und sechs für Vettel und die beiden vor ihm liegenden Brawn-Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello. Durch diese Reihenfolge lautet der WM-Stand drei Rennen vor Saisonschluss: Button (84), Barrichello (69), Vettel (59).

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Button kann schon in Suzuka alles klarmachen

Zwar hat der Deutsche ein bis zwei Pünktchen gut gemacht, aber es hätten fünf bis sechs sein können, was angesichts der nervlichen Schwankungen im britischen Team durchaus noch Chancen eröffnet hätte. So aber muss Button am kommenden Wochenende im japanischen Suzuka nur fünf Punkte besser sein als Barrichello und wäre damit Champ. „Es war ein bisschen schade", bilanziert Vettel über das Ende seiner Titelträume in der Boxengasse.

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Messfehler oder Missgeschick?

Es ist – mal wieder – das Protokoll einer weggeworfenen Chance. Mangelnden Einsatz kann man Vettel nicht vorwerfen, ganz im Gegenteil. Als er zum letzten Boxenstopp auf dem Marina Bay Circuit abbog, war er auf eine Sekunde an Spitzenreiter Lewis Hamilton heran. Dann war er vor den Garagen 1,4 km/h schneller – als das dort gültige Tempolimit 100. Er musste zur Strafe noch einmal durch die Box rollen, damit war Platz zwei dahin. Red Bull behauptet, dass der Speedlimiter korrekt gearbeitet und Hundert angezeigt habe, Vettel sagt, dass er es nicht eilig hatte (weil er vor Hamilton reingekommen war) und korrekt den Knopf gedrückt hätte. Messfehler oder Missgeschick?

Der Seb als Depp?

Aber die Rechtfertigungen nutzen ebenso wenig wie der bravouröse Einsatz des Heppenheimers, der den nahezu unfahrbaren Red Bull-Rennwagen immerhin noch ins Ziel brachte. Der Außenspiegel war abgefallen, die Bremsen waren praktisch nicht mehr vorhanden, die aerodynamische Balance des Doppel-Diffusors dahin. "Mein Auto hat sich zum Teil aufgelöst", klagte der sichtlich enttäuschte Pilot mit einem bei ihm völlig ungewohnten sarkastischen Unterton, "es wurde immer schwieriger." Die Taktik, es trotzdem wissen zu wollen, prägt auch seine Anreise nach Japan: "Wir gehen weiter volles Risiko, ich will die Pole-Position und den Sieg." Dieses Bewusstsein steht im Gegensatz zur Meinung von Teamchef Christian Horner: "Sebastian hat zu viel gewollt." Der "Seb" als "Depp"? Na, na, na.

Vettel hofft auf die Unbeständigkeit

Die Unbeständigkeit des Fahrers ergänzt sich mit der Unreife des jungen Red-Bull-Rennstalls, so ist im Laufe einer vielversprechenden Saison der inzwischen kaum noch aufholbare Rückstand zu Brawn-Mercedes entstanden. Die Chronik eines häufig verkorksten WM-Angriffs: Unfall beim Saisonauftakt, Ausfall im Regen in Malaysia, Crash in Monte Carlo, Flüchtigkeitsfehler in Istanbul, technische Ausfälle in Budapest und Valencia. "Leider vergeigt", befindet Formel-1-Chefkritiker Niki Lauda. Der Drittjüngste im Feld kontert mit dem Verweis auf die Geschichte: "Es gibt doch viele Beispiele, dass zum Schluss alles noch kippen kann..." Und wenn sich einer in diesem Jahr mit Unbeständigkeiten auskennt, dann ist es Vettel. Den größten Kampf macht er mit sich selbst aus.
 
Ergebnisse Qualifying Hamilton fährt die Pole Position heraus
Ergebnisse 3. freies Training Hamilton vor Vettel
Ergebnisse 2. freies Training Vettel ist der Schnellste
Ergebnisse 1. freies Training Beide Brawn-Autos vorne

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