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Hertha BSC Berlin: Ohne Geld und ohne Erfolg

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Hertha BSC  

Auf den Spuren von Tasmania 1900

19.10.2009, 18:08 Uhr | dpa

Hertha BSC in der Krise - Viele Gründe, wenig AuswegeHertha BSC ist am Boden - tiefer geht es kaum mehr (Foto: imago) Berlin soll bekanntlich arm und sexy sein - der Hauptstadtklub Nummer 1 steht im Herbst 2009 nicht nur ohne Geld, sondern auch ohne Erfolg und ohne Esprit da. Mit acht Niederlagen in Folge, drei Pünktchen aus neun Partien und 23 Gegentoren jagt Hertha BSC die Negativ-Rekorde des einstigen Stadtrivalen Tasmania 1900. In der 3,5-Millionen Einwohner zählenden Metropole aber gibt es derzeit dafür höchstens ein bisschen Mitleid.

Zu viel hat Hertha im letzten Jahrzehnt in den Sand gesetzt, zu selten verbreitete der Klub wirklichen Glanz. Der brutale Absturz von der Hoffnung weckenden Vorsaison - der besten seit zehn Jahren - bis tief in den Keller der Bundesliga ist hausgemacht. Die Gründe dafür sind vielschichtig.
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Hätte, wäre, wenn...


"Mit Erreichen der Champions League würden wir jetzt ganz anders dastehen. Natürlich auch aufgrund der Vergangenheit", verwies Manager Michael Preetz auf jüngere und ältere Versäumnisse, die nun mit ganzer Brutalität durchschlagen. Hätte Hertha den Saison-Endspurt 2008/09 nicht in den Sand gesetzt, hätte das Team aufgrund der anderen finanziellen Möglichkeiten jetzt sicher ein anderes Gesicht. Wäre allerdings in den Jahren zuvor schon anders gewirtschaftet worden, hätten die Personalkosten auch nicht auf 28 Millionen Euro (Vorsaison noch 33,6) sinken müssen. "Finanziell können wir mit zehn bis zwölf Bundesligisten nicht mithalten", hatte Ex-Trainer Lucien Favre einmal die Situation der Alten Dame beschrieben.

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Bis über beide Ohren verschuldet

Nach der überraschend erreichten Champions-League-Teilnahme 1999/2000 schnellten die Investitionen in neue Regionen, der Umbau des Olympiastadions kostete weitere Millionen. Ex-Manager Dieter Hoeneß, der aus der maroden Hertha einen modernen Profiklub baute, ging ein hohes Risiko. Für den brasilianischen Paradiesvogel Alex Alves wurden 7,6 Millionen Euro ausgegeben - noch heute Rekord-Ablöse. Der Schuldenberg türmte sich auf 55 Millionen Euro, 2005/06 stand Hertha wirtschaftlich schon einen Schritt vor dem Abgrund. Der heutige Präsident Werner Gegenbauer wurde damals Aufsichtsratschef. Sein Ex-Freund Hoeneß wollte, wie ganz Berlin, weiter den Anschluss an die nationale Spitze und setzte dafür auch Mittel ein, die eigentlich erst für die Zukunft bestimmt waren. Zwar arbeiten mit der Methode auch andere Klubs, für Hertha wird diese jetzt zum Bumerang.

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Michael Preetz gibt sich zerknirscht

Doch es gibt auch neuere Ursachen für die Krise. Nachdem Klubchef Gegenbauer in der Vorsaison den Machtkampf gegen Hoeneß gewann und dieser vorzeitig Hertha verließ, fehlte der Aufrüttler, der kritische Gegenpol zu Chefcoach Favre. Dem Schweizer hatten Gegenbauer und Hoeneß-Nachfolger Preetz große Macht eingeräumt, vor allem beim Umbau der Mannschaft. Das Ergebnis ist bekannt: Der Abgang der Stützen Marko Pantelic, Andrey Voronin und besonders Josip Simunic erwies sich als verheerend. In der Torwart-Frage verpokerte sich nach dem Karriere-Ende von Urgestein Christian Fiedler die sportliche Leitung total. Favres Neuzugänge passen eher in eine U-23, Artur Wichniarek wird auch bei seinem zweiten Berlin-Versuch erneut zum Flop. Dazu gesellte sich reichlich Verletzungspech. "Wir haben recht wenige Argumente für unsere Personalentscheidungen", musste Preetz einräumen.

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Verunsicherte Spieler und schlechte Einstellung

Der als Retter auserkorene Friedhelm Funkel fand nicht nur völlig verunsichertes Personal, sondern offenbar auch eine Reihe von Spielern vor, denen das Abrutschen der Mannschaft bisher ziemlich egal scheint. Neueinkäufe im Winter als Allheilmittel zu sehen, ist aus Geld- und Zeitfragen völlig unrealistisch. "Wir müssen kurzfristig Erfolg haben, können nicht auf den Winter warten", betonte der neue Chefcoach Funkel. Ihm und Hertha bleibt nur ein einziges Mittel: "Wir müssen Spiele gewinnen." Und das schnell.

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