Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Doping >

Eisschnelllauf: Doping-Sperre gegen Pechstein ist rechtlich nicht zu halten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Pechstein bald rehabilitiert? Wunsch der Kollegen

10.02.2010, 03:49 Uhr | sid

Der deutsche Eisschnelllaufstar Claudia Pechstein. (Foto: imago)Der deutsche Eisschnelllaufstar Claudia Pechstein. (Foto: imago) Der Nachweis, sich des EPO-Missbrauchs strafbar gemacht zu haben, fehlt weiterhin gegen Claudia Pechstein. Insofern gibt es für den Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, Gerd Heinze, "keine Veranlassung, die Sperre aufrechtzuerhalten." Im gesamten Team ist die Stimmung zu Gunsten der fünfmaligen Olympiasiegerin gekippt. Nur Aushängeschild Anni Friesinger wollte sich vor den nationalen Meisterschaftsrennen in Berlin zur Causa Pechstein nicht äußern.

Meisterschafts-Aus Friesinger muss in Berlin verletzt passen

Aufmunterung aus dem Team

Der Trend der Diskussionen im deutschen Lager geht eindeutig dahin, der 37-Jährigen nicht mehr mit Distanz, sondern eher aufmunternden Worten gegenüberzutreten. Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms ging offensiv mit dem Fall um: "Wir haben die Chance, in Vancouver Team-Gold zu gewinnen. Aber das geht nur mit Anni und Claudia. Ich hoffe auf ein gutes Ende, aber ich bin kein Richter", meinte die Erfurterin. Und Sprint-Weltmeisterin Jenny Wolf fügte hinzu: "Jeder, der an der Spitze steht, wird beargwöhnt. Mich wird das aber nicht belasten."

SMS in den Gerichtssaal

Ihre Zurückhaltung und kritischen Worte abgelegt haben auch die deutschen Männer, mit denen Pechstein trainiert. Der Berliner Tobias Schneider sandte Pechstein eine SMS zur Verhandlung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS mit aufmunternden Worten. Der Chemnitzer Marco Weber versucht, sich in ihre Gefühlswelt zu versetzen: "Der Fall Pechstein ist allgegenwärtig. Ich bin sogar doppelt betroffen, denn mit der Bundespolizei haben wir beide den gleichen Arbeitgeber", sagte der Langstreckler.

Olympia muss wieder in den Vordergrund rücken

Einig sind sich alle Athleten, dass die Affäre nun ein möglichst schnelles Ende finden sollte. "Der Verband war zuletzt vollkommen auf den Fall fokussiert, das hat vom Ziel Olympia abgelenkt", äußerte Weber verhaltene Kritik. Heinze gibt ihm Recht: "Die Causa Pechstein hat Kraft gekostet in einem Ausmaß, wie es keiner abschätzen konnte. Ich bedaure auch die anderen Sportler, die das mit ausbaden mussten."

Vorreiterrolle wider Willen

Heinze meinte jedoch, die Aktiven aller Sportarten könnten der Berlinerin auch dankbar sein. "Was da durch den Fall Claudia Pechstein mit Blick auf die Wissenschaft und das Prozedere von indirekten Beweisen angeschoben wurde, hat der Wahrheitsfindung für einen sauberen Sport gedient", erklärte der DESG-Präsident. Er hofft auf ein schnelles Urteil, damit Pechstein schon kommende Woche beim Weltcup in Berlin starten kann. Dabei wäre sie aufgrund ihrer Vorjahresergebnisse für die A-Gruppe über 1500 und 3000 Meter gesetzt.

Schadenersatz für Pechstein ist unwahrscheinlich

Er fürchtet aber, dass das Image des Verbandes Kratzer bekommen hat. "Wir machen uns keine Hoffnungen, ein Makel bleibt in jedem Falle an Claudia Pechstein, dem Verband und dem Eisschnelllauf-Sport insgesamt hängen", fügte er hinzu. Auch an Schadensersatz im Fall eines Freispruchs glaubt Heinze trotz extrem hoher Kosten für die DESG nicht. "Das könnte nur gelingen, wenn durch den Weltverband ISU nachweislich ein Vorsatz vorliegt. Und das ist offensichtlich nicht der Fall."

Aktuell Weitere Nachrichten zu Claudia Pechstein

Indizien genügen zur Verurteilung nicht

Die neuen Ausführungsbestimmungen zum Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA haben laut Heinze die Haltung des Verbandes gestärkt. "Hätte es diese früher gegeben, hätten wir uns den Gang nach Canossa sparen können", meinte er. Damit werde eine Anleitung gegeben, wie künftig mit dem indirekten Beweis - der Sperre auf Grundlage von Indizien - verfahren werden muss. "Wir sind für den indirekten Beweis, aber jeder Prozess bedarf einer Nachbesserung. Das Urteil wird einen gewaltigen Schritt nach vorn im Sinne der Objektivierung beinhalten", sagte DESG-Sportdirektor Günter Schumacher.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal