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Thomas Strunz: "Lamentieren hilft bei den Bayern nichts!"

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Strunz: "Wer sich beklagt, spielt keine Rolle mehr"

01.11.2009, 00:21 Uhr | Von Jörg Hausmann, t-online.de

Thomas Strunz, LIGA total!-Experte und Ex-Sportdirektor von Rot-Weiß Essen. (Foto: imago)Thomas Strunz, LIGA total!-Experte und Ex-Sportdirektor von Rot-Weiß Essen. (Foto: imago) Unter Jupp Heynckes - aktuell Tabellenführer mit Bayer Leverkusen - kam Thomas Strunz vor genau 20 Jahren in die Bundesliga. Beim damaligen Meister FC Bayern München benötigte der seinerzeit 21-Jährige lediglich ein halbes Jahr, um Stammspieler zu werden.

Der Europameister von 1996 weiß, was gefragt ist, um sich an der Isar durchzusetzen. Wer dort als Neuling dauernd sein Schicksal beklage, werde bald keine Rolle mehr spielen, sagte LIGA total! Experte Strunz im Interview mit t-online.de.

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Für wen schlug denn heute Ihr Herz im Süd-Gipfel zwischen ihren Ex-Klubs VfB Stuttgart und FC Bayern München?

Da bin ich ein neutraler Betrachter. Natürlich wünsche ich Markus Babbel, mit dem ich zusammengespielt habe und der letztes Jahr in Stuttgart eine super Arbeit abgeliefert hat, nicht, dass er in Schwierigkeiten gerät. Bayern München wiederum ist der Klub, bei dem ich neun Jahre meiner Fußballerkarriere verbracht habe. Da hat man auch eine besondere Beziehung. Und sie brauchten auch die Punkte. Da aber auch alle anderen Mannschaften oben nicht gewonnen und mehr oder weniger unentschieden gespielt haben, ist für die Bayern nicht viel passiert. Markus Babbel hat wieder etwas mehr Ruhe. Ich persönlich bin mit dem Ausgang des Spiels zufrieden.

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Die Bayern hängen weiter in der Verfolgerrolle fest, sind schon im vergangenen Jahr nicht Meister geworden. Ist die Zeit Ihrer Dominanz tatsächlich vorbei?

Eine dominante Rolle hat man nicht auf Knopfdruck. Wenn man weiß, dass man jetzt schon über anderthalb Jahre nicht mehr Tabellenführer war, aber - logischerweise auch auf Grund des Kaders - eine Erwartungshaltung erfüllen muss, ist es trotzdem keine Selbstverständlichkeit, Dominanz auszustrahlen. Die muss man sich in jedem Spiel erarbeiten. Wenn man Tabellenführer ist, ist es für Bayern relativ leicht. So aber stecken sie in einer neuen, vielleicht auch unangenehmen Situation. Damit muss die Mannschaft umgehen. Und auch der Trainer, der sich nach den Turbulenzen der letzten Saison erstmal zurechtfinden muss. Er hat die Erwartungshaltung an ihn zu erfüllen. Der Kader des FC Bayern aber ist so stark, dass sie am Ende - auch auf Grund des Offensivpotenzials - ganz weit vorne landen werden. Wenn sie Ruhe bewahren. Aber auf Unruhe deutet in der Führung derzeit nichts hin.

Der Kader ist bei den Bayern immer hochkarätig besetzt. Da muss man sich durchsetzen, Sie wissen das aus eigener Erfahrung. Der Argentinier José Ernesto Sosa ist jetzt nach La Plata ausgeliehen worden. Wen erwischt es im Winter noch?

Wenn ich zu den Bayern gehe, muss ich wissen: Die anderen wollen meine Position. Da brauche ich eine gewisse Stabilität, Stärke und auch Überheblichkeit. Oder Selbstvertrauen. Das ist ein schmaler Grat. Ich muss sagen: "Egal, wer da ist: Ich bin der Beste und spiele auf meiner Position!" Da hilft kein Lamentieren. Da hilft kein öffentliches Beklagen. Da hilft nur, Gas zu geben und gute Leistung zu bringen. Der Kader ist hochkarätig besetzt, und die Saison dauert auch schon elf Spieltage an. Doch ich habe nicht das Gefühl, dass schon akzeptiert wird, dass diese Mechanismen beim FC Bayern eben so sind. Der eine beklagt sich, der andere beklagt sich. Aber es wird sich im Laufe der Saison beruhigen, weil diese Spieler keine Rolle spielen können.

Sie haben sich damals nicht beklagt und sich einfach durchgesetzt.

Van Gaal wird seine Linie durchziehen. Er ist erfahren genug, hat schon ganz große Mannschaften trainiert. Es wird ein Hauen und Stechen geben, wenn nur ein Mittelstürmer spielt und ich drei habe. Da muss man sich eben durchsetzen. Darüber kann ich mich nicht beklagen. Denn wenn ich zum FC Bayern gehe, oder zum FC Barcelona, oder zu Real Madrid, oder zu Manchester United, dann weiß ich, dass da 20 gute Spieler sind. Es ist in meiner eigenen Verantwortung, auf den Platz zu kommen. Wenn ich auf Top-Niveau spiele, muss ich mich auch auf Top-Niveau bewegen. Ich muss auf dem Platz zeigen, dass ich in die Mannschaft muss. Darauf müssen sich die Spieler beim FC Bayern besinnen. Dass ich unzufrieden bin, wenn ich nicht spiele, ist normal. Dann aber muss ich im Training oder im Spiel - wenn ich spiele - so spielen, dass ich drinbleibe. Über Interviews kommt man nicht rein.

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Positiv fallen Holger Badstuber und vor allem Thomas Müller auf. Junge Spieler, die Louis van Gaal stützt. Sie verdrängen Etablierte und Millionenstars. Würden Sie Müller schon ins Nationalteam holen? Franz Beckenbauer ist dafür, Uli Hoeneß regte sich unlängst über diese Diskussion auf.

Wenn einer beim FC Bayern über einen gewissen Zeitraum Stammspieler ist und entsprechend auch zum sportlichen Erfolg beiträgt, dann ist er für die Nationalmannschaft automatisch ein Thema. Ich würde Müller in den beiden letzten Länderspielen des Jahres noch nicht berufen. Die Zeit bis zur WM ist noch lang genug. In Freundschaftsspielen - wie zuletzt auch gegen Finnland - ist es für junge Leute schwer, sich zu zeigen. Denn es wird nicht mit voller Power gespielt. Da wird experimentiert. Das ist etwas anderes als in meiner Vereinsmannschaft, wo ich mich jede Woche zurechtfinde. Man täte ihm keinen großen Gefallen damit, wenn er jetzt schon so früh dabei ist. Man sollte Müller noch die Hinrunde als Stammspieler geben und einige Champions-League-Spiele.

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