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FC Bayern beendet Streit mit Philipp Lahm

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Streit offiziell beigelegt! Aber wie recht hat Lahm?

09.11.2009, 16:44 Uhr | sid, t-online.de

Vize-Kapitän bei Bayern und Ur-Münchner: Philipp Lahm. (Foto: imago)Vize-Kapitän bei Bayern und Ur-Münchner: Philipp Lahm. (Foto: imago) Philipp Lahm hat mit einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung" für mächtig Wirbel beim FC Bayern München gesorgt. Der Nationalverteidiger spricht offen wie keiner zuvor die Missstände beim deutschen Rekordmeister an. Offiziell haben Spieler und Klub ihre Unstimmigkeiten beigelegt. "Für beide Seiten sei die Angelegenheit vom Wochenende erledigt", ließ der FC Bayern mitteilen.

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Geldstrafe akzeptiert

"In einem sehr offenen, ausführlichen und konstruktiven Gespräch hat sich Philipp Lahm für die Art und Weise seiner Aussagen und den eingeschlagenen Weg entschuldigt. Philipp hat eingesehen, dass es besser gewesen wäre, mit seiner Meinung direkt den Weg zum Vorstand zu suchen. Von Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Karl Hopfner und Christian Nerlinger wurde er ermutigt und auch aufgefordert, künftig seine Meinung im direkten Dialog mit den Verantwortlichen zu besprechen“, teilten die Bayern mit. Die vom Vorstand ausgesprochene Geldstrafe von geschätzten 25.000 Euro sei von Lahm akzeptiert worden.

Hat Philipp Lahm mit seinen Aussagen recht? 

Soweit so gut. Doch eine wichtige Frage bliebt ungeklärt. Hat der Nationalspieler recht mit seinen Äußerungen oder ist er über das Ziel hinausgeschossen?  t-online.de hat die wichtigsten Aussagen des Linksverteidigers noch einmal zusammengefasst und Punkt für Punkt auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.

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Lahm über die Klub-Bosse: "Wenn man sich mit Barcelona, mit Chelsea, mit Manchester United messen will - dann braucht man als FC Bayern eine Spielphilosophie. Das muss auch das Ziel des Vereins sein.“

t-online.de Analyse: Lahm untertreibt noch. Selbst in der Bundesliga ist es für den FC Bayern eng geworden. Bisher hieß die Klub-Philosophie schlicht: Mia san Mia und Mia hauen alle weg. Doch das funktioniert immer weniger. Eine wirkliche Philosophie – wie bei den großen europäischen Klubs - gab es noch nie und gibt es auch aktuell nicht.     

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Lahm zur Transferpolitik: "In der Vergangenheit lief das mit den Transfers nicht immer glücklich…Vereine wie Manchester oder Barcelona geben ein System vor - und dann kauft man Personal für dieses System. Man holt gezielt Spieler - und dann steht die Mannschaft.“

t-online.de Analyse: Da der FC Bayern gar keine Philosophie hat, kann er folglich auch seine Transferpolitik nicht darauf abstimmen. Im Gegenteil: Es wurde gekauft, was gerade auf dem Markt war und einen guten Namen hatte. Wieso Anatolij Tymoschtschuk nach München gelockt wurde und gleichzeitig der Vertrag mit Mark van Bommel verlängert wurde bleibt immer noch ein Rätsel. Warum man Mario Gomez verpflichtet hat, wenn der Trainer in seinem 4-3-3-System nur einen echten Mittelstürmer benötigt, ebenfalls. Was der Klub sich von den Spielern Alexander Baumjohann, Andreas Görlitz, Edson Braafheid, Danijel Pranjic, Christian Lell, Andreas Ottl, Breno sowie den mittlerweile abgegebenen Massimo Oddo und José Ernesto Sosa erhofft hatte, bleibt wohl für immer Vereinsgeheimnis. Dagegen wurden verdiente Stars wie Zé Roberto und Lucio zu Saisonbeginn weggeschickt. Anstatt endlich die seit dem Karriereende von Willy Sagnol (2007) vakante Position des rechten Außenverteidigers zu lösen (mit Rafinha), holte man lieber mit Arjen Robben kurz vor Transferschluss einen weiteren Stürmer.

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Lahm zur Stürmerproblematik: "Wir haben wirklich gute Stürmer - aber beim 4-3-3 sitzen zwei, drei immer auf der Bank. Wenn ich einen Mario Gomez kaufe, muss ich sagen: Okay, dann spielen wir mit zwei Spitzen. Und wir haben ja auch in der gesamten Vorbereitung nur 4-4-2 gespielt. Und dann kommt plötzlich Robben, ein toller Spieler, der zu uns passt - und der am liebsten im 4-3-3 spielt…Man darf Spieler nicht einfach kaufen, weil sie gut sind.“

t-online.de Analyse: Mit Luca Toni, Miroslav Klose, Ivica Olic und Nachwuchsstar Thomas Müller wäre der FC Bayern selbst im 4-4-2-System glänzend aufgestellt gewesen. Warum man dann noch 35 Millionen Euro für Gomez auf den Tisch legt, ist nicht nachvollziehbar. Doch dann änderte Trainer van Gaal plötzlich das System auf 4-3-3 und holte noch Außenstürmer Robben von Real Madrid. Jetzt streiten sich plötzlich vier Superstars um eine einzige Position in der Sturmmitte. Nur Müller kann auch über die Außen kommen. Frust und Verunsicherung bei den einstigen Goalgettern ist die logische Folge.

Lahm zum behäbigen Mittelfeld: "Unser größtes Problem liegt im Mittelfeld…Wen soll man denn anspielen? Wo ist jemand, der mal was bewegt, der den Ball zur Seite mitnimmt, nach vorne schaut und irgendwie den Ball durchsteckt, dass man nachrücken kann? Das passiert bei uns kaum.“

t-online.de Analyse: Im 4-3-3-System spielen meist Mark van Bommel, Tymoschtschuk und somit zwei klassische Sechser sowie Schweinsteiger. Kein Wunder, dass hier der Ball meist quer oder nach hinten gepasst wird. Keiner der drei kann einen Gegenspieler ausdribbeln oder den finalen Pass in die Spitze spielen. Schweinsteiger ist dies noch am ehesten zuzutrauen, doch der Nationalspieler zeigt diese Qualitäten im Bayern-Trikot nur sehr selten. Mit Hamit Altintop, Baumjohann oder Ottl hat der FC Bayern nicht wirkliche Alternativen auf der Bank sitzen. Der dauerverletzte Franck Ribéry gilt im 4-3-3-System als Stürmer und kann bis auf absehbare Zeit ohnehin nicht helfen.

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Lahm zu den Besonderheiten des Trainers Louis van Gaal: "Viele haben noch so eine Mischung aus Respekt und Angst. Und auch ich finde, dass ein Trainer nicht mit jedem Spieler gleich umgehen sollte, doch auch das lernt er gerade…Manche Spieler kommen damit nicht zurecht, dass sie vor der ganzen Mannschaft kritisiert werden.“

t-online.de Analyse: Lahm spricht aus, was viele Beobachter, die van Gaal nicht in der Kabine erleben, bereits vermutet hatten. Da der Trainer mit seiner teilweise arroganten Art und seinem Hang dazu, Journalisten zu belehren und zu brüskieren in der Öffentlichkeit eine große Angriffsfläche bietet, ist es für ihn umso wichtiger einen vernünftigen Umgang mit der Mannschaft zu finden, sonst isoliert er sich komplett und dürfte folglich nicht mehr lange Trainer bei Bayern bleiben.

t-online.de Fazit: Lahm hat in allen Punkten recht und so deutlich wie kein anderer vor ihm die Probleme des FC Bayern angesprochen. "Ich bin ein Eigengewächs, ich fühle mich sehr wohl, und mir liegt der FC Bayern am Herzen - deshalb spreche ich unsere Situation so offen an.

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