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Philipp Lahm hat sich auf Hoeneß' Kosten profiliert

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Philipp Lahm hat sich auf Hoeneß' Kosten profiliert

09.11.2009, 20:43 Uhr | t-online.de

Philipp Lahm profiliert sich auf Hoeneß' Kosten. (Foto: imago)Philipp Lahm profiliert sich auf Hoeneß' Kosten. (Foto: imago) Das Interview von Philipp Lahm hat hohe Wellen geschlagen. Der Vize-Kapitän des FC Bayern hat in der „Süddeutschen Zeitung“ Punkt für Punkt die Missstände des FC Bayern angeprangert und dabei keinen verschont. Ob Vorstand, Mitspieler oder Trainer: Der 26-Jährige redete sich den Frust von Seele und gab ungewohnt tiefe Einblicke zu sämtlichen Problemzonen des deutschen Rekordmeisters. Die Öffentlichkeit ist nahezu ausnahmslos begeistert. Endlich spricht mal einer Tacheles. Doch genau das ist die Tragik der Aktion. Lahms Verhalten ist eine bodenlose Frechheit gegenüber Uli Hoeneß.

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Lahm stärkt Profil

Der Außenverteidiger hat sicherlich Recht in nahezu allem, was er sagt. Daher rührt auch die breite Unterstützung aus der Fan-Basis. In der Vergangenheit wurde Lahm von seinem Klub in brenzligen Situationen gerne an die Medienfront vorgeschickt, da er stets diplomatisch ganz im Sinne des Vereins Rede und Antwort stand. Er redete gut und viel, ohne wirklich ausdruckstarkes von sich zu geben. Perfekt für jede PR-Abteilung eines Fußballklubs. Mit seinem aktuellen Interview hat Lahm sein Profil geschärft. Er gilt ab sofort als kritischer Geist, der bei Problemen auch mal unangenehm werden kann.

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Nachfolger von Ballack

Wenn der Rauch vorübergezogen ist, wird Lahm gestärkt aus der Situation hervorgehen. Ab sofort hat sein Wort Gewicht. Verdrehten früher die Journalisten schon mal die Augen, wenn wieder Lahm auf einer Pressekonferenz erschien, wird man nun an seinen Lippen kleben und jedes Wort auf die Goldwaage legen. Außerdem gilt Lahm als zukünftiger Kapitän des deutschen Rekordmeisters und auch als Nachfolger von Michael Ballack bei der deutschen Nationalmannschaft.

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Auf Kosten des Managers

Der Friedensgipfel mit den Bossen hat mittlerweile stattgefunden. Allein die Dauer des Gesprächs (über zwei Stunden) zeigt, dass es wohl konstruktiv zugegangen sein muss. Aufgrund der positiven Resonanz der Lahm-Kritik haben Hoeneß und Co. vor einer allzu drastischen Strafe abgesehen und suchen notgedrungen den Schulterschluss mit dem aufmüpfigen Star. Lahm ist jetzt eine Persönlichkeit. Doch das hat er auf Hoeneß’ Kosten erreicht.

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Einzigartige Bilanz

Seit gut 30 Jahren steht Hoeneß als Bayern-Manager in vorderster Front. Er hat in all den Jahren mit unglaublichem Einsatz einen der erfolgreichsten Fußballklubs der Welt geformt. Kein anderer Mensch hat soviel Zeit, soviel Herzblut, soviel Nerven in diesen Klub investiert, wie der 57-Jährige. Er hat den Klub schon geführt da war Lahm noch gar nicht auf der Welt. Die Jugendabteilung des FC Bayern, in der Lahm den Feinschliff für seine Profikarriere erhielt, hat Hoeneß mit aufgebaut. Die Millionen, die Lahm verdient, hat Hoeneß Sponsoren aus den Taschen geleiert. Ohne Hoeneß wäre Bayern München bestenfalls ein stinknormaler Bundesligist, vielleicht sogar weniger.

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Abschied vermasselt

Nach 30 Jahren an der „Front“, jeder Menge Titel und Triumphe will Hoeneß einen Schritt zurück machen und Franz Beckenbauer als Bayern-Präsident beerben. Eine außergewöhnliche Manager-Ära geht auf der Jahreshauptversammlung am 27. November zu Ende. Hoeneß hätte einen triumphalen Abend verdient. Doch knapp drei Wochen bevor er sein Lebenswerk in andere Hände übergibt, löst Lahm mit seinem Interview eine öffentliche Stimmung gegen Hoeneß aus. Die großen Erfolge über einen so langen Zeitraum geraten aufgrund der hitzigen Aktualität völlig in den Hintergrund.

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War es das wert?

„Hoeneß muss weg“, „Hoeneß raus“, „Hoeneß ist der Totengräber des Klubs“, die Internetforen quellen über mit Hasstiraden gegen den Bayern-Manager. Nur so am Rande: Hoeneß hat gerade noch einen Deal mit Audi gemacht, der dem Klub geschätzte 200 Millionen Euro in die Kassen spült. Er hinterlässt ein wirtschaftlich bestens bestelltes Feld, wie es sich jeder andere Klub auf der Welt nur wünschen würde. Doch das alles gerät völlig in den Hintergrund aufgrund der Lawine, die Lahm losgetreten hat. Ob es das wert war? Das Interview, wenn es unbedingt nötig gewesen wäre, hätte er genauso auch noch nach der Jahreshauptversammlung geben können.

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