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Robert Enke: Witwe spricht über Freitod und Erkrankung

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Bundesliga  

Enkes Witwe: Robert litt an Depressionen

11.11.2009, 13:11 Uhr | t-online.de, dpa

Die Witwe des Torwarts, Teresa Enke, bei einer Pressekonferenz in Hannover. (Foto: dpa)Die Witwe des Torwarts, Teresa Enke, bei einer Pressekonferenz in Hannover. (Foto: dpa)Auf einer bemerkenswerten und ebenso erschütternden Pressekonferenz in Hannover hat die Ehefrau des verstorbenen Nationaltorhüters Robert Enke erklärt, warum der 32-Jährige Selbstmord begangen hat. Für sein Umfeld kam der Freitod nicht gänzlich überraschend. Enke litt seit Jahren unter Depressionen. In einem Abschiedsbrief hatte sich Enke bei seinen behandelnden Ärzten und seinen Angehörigen dafür entschuldigt, dass er sie in den letzten Tagen getäuscht hat, um seinen Selbstmord zu planen.

"Ich habe versucht, für ihn da zu sein und versucht ihm Perspektive und Hoffnung zu geben. Ich habe ihm gesagt, dass wir so viele schöne Dinge haben. Uns, Leila und dass wir Tochter Lara hatten. Wir dachten, wir schaffen mit unserer Liebe alles", sagte die junge Witwe Teresa Enke unter Tränen. Wenig später äußerten sich auch DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Manager Oliver Bierhoff.

Erstmals 2003 einen Arzt aufgesucht

Enkes behandelnder Mediziner Valentin Markser sagte, er habe den Fußballer erstmals 2003 in seiner Praxis behandelt, als Enke bei seinen Engagements im Ausland unter Versagensängsten gelitten habe. Enkes Zustand habe sich dann stabilisiert. Anfang Oktober habe sich der Sportler wieder bei ihm gemeldet, weil er im Zuge einer Infektion zunehmend in eine Krise geraten sei. Enke habe es abgelehnt, sich in stationäre Behandlung zu begeben. Noch am Tag seines Selbstmords habe er sich so gegenüber dem Chefarzt einer Klinik geäußert.

Angst vor dem Verlust der Tochter

Robert habe seine Krankheit geheim halten wollen, um sein Privatleben zu schützen und seine Karriere als Fußball-Profi nicht zu gefährden, sagte Teresa Enke. Robert Enke habe große Sorge gehabt, aufgrund seiner Erkrankung das Sorgerecht für die im Mai adoptierte Leila zu verlieren. "Die Angst auch, dass man Leila verliert, wenn man einen depressiven Vater hat", sagte Teresa Enke mit stockender Stimme.

Video: Teresa Enke spricht über den Freitod ihres Mannes

Bierhoff-PK unter Tränen

Anderthalb Stunden nach der bewegenden PK von Robert Enkes Ehefrau traten auch die DFB-Verantwortlichen vor die Kamera. In einer ebenfalls sehr emotionalen Pressekonferenz sprachen Zwanziger und Bierhoff im Namen der Mannschaft und des gesamten DFB-Stabes der Witwe ihr Mitgefühl aus. „Mir fällt es schwer zu reden, ich habe mit Robert eine schöne Zeit erlebt, sagte Bierhoff und musste unter Tränen seine Rede unterbrechen. „So wie es mir geht, geht es auch den Spielern. Keiner hatte einen Anlass zu glauben, dass Robert an dieser Krankheit leidet. Wir haben ihn stabil und gefestigt erlebt. Immer mit einer positiven Ausstrahlung. Auch deshalb war er immer ein wichtiger Spieler in unseren Planungen“, sagte der DFB-Manager.

Zwanziger will kritischer werden

Trauer um Nationaltorwart Robert Enke (Fotos: dpa, ap)Trauer um Nationaltorwart Robert Enke (Fotos: dpa, ap)DFB-Boss Zwanziger sprach zuvor Teresa Enke seine Hochachtung aus. „Höchsten Respekt und Wertschätzung für Frau Enke. Wer sich vorstellt welch übermenschliche Kraft es sie gekostet haben muss, kann sich vorstellen, wie es in ihr aussieht, um uns eine Botschaft mitzugeben.“ Der DFB-Präsident, der Abends zusammen mit Mannschaftskapitän Michael Ballack nach Hannover reisen wird, will sich zukünftig kritischer mit dem Leistungssport auseinandersetzen. Ich darf ihnen versichern, dass wir Antworten auf die Fragen finden möchten, warum junge Leistungssportler, die von vielen umjubelt werden, in eine solche Situation gelassen werden. Dass sind wir Robert Enke schuldig. Das Länderspiel gegen Chile am Samstag wurde abgesagt.

Trauergottesdienst in Hannover

Bei einer bewegenden Trauerandacht am Abend in der überfüllten Hannoveraner Marktkirche haben im Beisein der Führungsspitze des DFB mehrere tausend Menschen Abschied von Enke genommen. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Löw, seine Assistenten Hans-Dieter Flick und Andreas Köpke, DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack erwiesen ihrem toten Freund und Kollegen die Ehre. Rund 700 Menschen drängten sich in dem Gotteshaus, um der Andacht der Landesbischöfin Margot Käßmann zu folgen. Vor der Kirche standen mehr als 3000 Menschen. Im Anschluss organisierten Fans einen Trauermarsch durch die Stadt zum Stadion.

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