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Robert Enke: Bewegende Trauerfeier in Hannover

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Robert Enke neben seiner Tochter Lara beigesetzt

15.11.2009, 10:08 Uhr | t-online.de

Robert Enkes Witwe Teresa (li.) wird vor dem Sarg ihres verstorbenen Mannes von einer ihr nahestehenden Frau gestützt. (Foto: AP)Robert Enkes Witwe Teresa (li.) wird vor dem Sarg ihres verstorbenen Mannes von einer ihr nahestehenden Frau gestützt. (Foto: AP) Der schwere Gang in den Mittelkreis, an den Sarg ihres Mannes: Robert Enkes Witwe Teresa unternahm ihn in Hannovers AWD-Arena bereits über eine Stunde vor dem Beginn der Trauerfeier für ihren verstorbenen Mann. Die tapfere 33-Jährige, die mit einer Pressekonferenz nach dem Tod ihres Mannes beeindruckt hatte, nahm öffentlich Abschied. Später folgte vor über 40.000 Menschen im Stadion von Hannover ein sehr emotionale Zeremonie, mit klassischer Musik und aufwühlenden Ansprachen. Es wurde die größte Trauerfeier der deutschen Sportgeschichte.

Die Mannschaftskollegen von Hannover 96 trugen Enkes Sarg nach etwas mehr als einer Stunde des Versuchs, das Unfassbare in Worte zu kleiden, zu den Klängen von "The Rose" von Leann Rhimes aus der Arena.

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Neben Tochter Lara beigesetzt

Am Nachmittag wurde Enke auf dem Friedhof in Empede nahe Hannover neben seiner 2006 gestorbenen Tochter Lara beigesetzt. Hunderte Menschen säumten bei strömendem Regen die Straßen des Dorfes, als die Trauergesellschaft zur Beisetzung fuhr. Die Polizei hatte den Friedhof weiträumig abgesperrt. Nur Familienangehörige, Kollegen und engste Freunde begleiteten den Sarg.

"You'll never walk alone"

Zuvor bei der öffentliche Trauerfeier im Stadion in Hannover waren auch Enkes geschockte Kameraden aus der Nationalmannschaft anwesend. Mannschaftskapitän Michael Ballack und der gebürtige Hannoveraner Per Mertesacker legten einen der über 20 Kränze im Mittelkreis ab. "You'll never walk alone" bildete den musikalischen Abschluss der Trauerfeier. Gesungen wurde die weltweit wohl bekannteste Fußballhymne von der erst 17-jährigen Schülerin Alina Schmidt. Sie hatte auch die Vereinshymne der 96er dargeboten.

Zwanziger: "Fußball ist nicht alles!"

Fünf Trauerredner versuchten, die Gefühle aller Anwesenden zusammenzufassen. Hannovers Vereinschef Martin Kind bezeichnete Enke als "Nummer eins im besten Sinne des Wortes." Es sei ein Glück gewesen, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. DFB-Präsident Theo Zwanziger warb - in freier Rede - für "ein Stück mehr Zivilcourage und ein Stück mehr Bekenntnis zum Menschen." Dafür müsse Robert Enkes Tod allen den Blick öffnen. "Fußball ist nicht alles!" Nach den passenden Worten Zwanzigers erhob sich die Trauergemeinde applaudierend.

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Pfarrer Plochg: "Idol und ideales Vorbild"

Die zu Ehren des früheren National- und 96-Torwarts erschienenen Fans hatten teils schon in aller Frühe stundenlang auf die Öffnung der Stadiontore vor der AWD-Arena gewartet, um ihrem Idol heute die letzte Ehre zu erweisen. "Er war nicht nur ein Idol, sondern für viele auch ein ideales Vorbild", sagte zum Auftakt der Zeremonie der katholische Pfarrer Heinrich Plochg. "Er hat sein Dasein hier bei uns beendet. Aber nicht sein Leben, das Gott ihm geschenkt hat." Der fußballbegeisterte Geistliche hatte während Enkes letztem Spiel am 8. November 2009 gegen den Hamburger SV (2:2) noch hinter dessen Tor gesessen.

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Oberbürgermeister Weil: "Unglaubliche Leistungen"


"Robert Enke wird nie wieder in dieses Stadion kommen, an den Ort, an dem er unsere Herzen erobert hat", sagte Vereinspräsident Martin Kind. "Hier hat er uns immer über unglaubliche Leistungen begeistert. Und am vergangenen Sonntag noch haben wir uns hier alle über sein Comeback gefreut", erinnerte Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil an Enkes 196. und letzten Einsatz in der Bundesliga. "Robert Enke war souverän. Nicht nur in der Strafraumbeherrschung, sondern vor allem im Umgang mit Menschen. Er war offen und interessiert. Er ist ein Vorbild geworden, sicher in sportlicher Haltung, vor allem aber in menschlicher Haltung."

Wulff: "Irgendwann Frieden mit dem Geschehenen machen"

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff wurde in seiner Rede mehrfach von spontanem Applaus der sich erhebenden Menge unterbrochen: Robert Enke war ein stiller, bescheidener und zurückgenommener Star, ein überragender Sportsmann." Der ihm zur Seite stehenden Teresa Enke zollte Wulff Dank und Hochachtung für ihren eindrucksvollen Schritt an die Öffentlichkeit. Ihr Schmerz und ihre Trauer mögen sich in Hoffnung und Zuversicht verwandeln. "Eines Tages werden Sie Ihren Frieden mit dem Geschehenen machen und dann in Dankbarkeit daran zurückdenken, was Ihr Mann Ihnen an Momenten geschenkt hat."

Enkes Ängste

Oberbürgermeister Weil fügte an: "Wir wissen jetzt, wie groß Ihr Anteil an dem gewesen ist, was Robert Enke vielen Menschen gegeben hat. Dass Robert Enke nicht nur mit der eigenen Angst kämpfen musste, sondern auch noch Angst vor der Öffentlichkeit haben musste, das tut ganz besonders weh", führte der SPD-Politiker aus. "Wer seine Angst zeigt, der ist nicht schwach, der ist stark! Wir können also Lehren ziehen aus dem Tod von Robert Enke. Aber das macht diesen Tod nicht besser. Wir trauern um einen ganz besonderen Menschen. Hannover wird Robert Enke nicht vergessen!"

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