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Diskussion um Weltrekorde in vollem Gange

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Schwimmen  

Diskussion um Weltrekorde in vollem Gange

10.02.2010, 07:19 Uhr | sid, dpa

Michael Phleps springt nur noch mit Badehose ins Wasser (Foto: imago)Michael Phleps springt nur noch mit Badehose ins Wasser (Foto: imago) Die Schwimmer drohen in der eigenen Rekordflut unterzugehen. Die High-Tech-Anzüge haben den Sport beim Kurzbahn-Weltcup in Berlin am Wochenende mit 16 Weltbestmarken endgültig in eine Glaubwürdigkeitskrise gestürzt. Bis zum 31. Dezember sind die "Wunderwerke" noch erlaubt.

Danach beginnt eine neue Zeitrechnung mit Badehose und Badeanzug. Wie unterlegen dieses Textil-Outfit ist, haben die Auftritte von Superstar Michael Phelps beim Weltcup am Wochenende in Berlin gezeigt.

Schwimm-Weltcup Biedermann mit Doppel-Weltrekord

Schwimmer werden langsamer

Der 14-malige Olympiasieger verzichtete freiwillig auf einen Wunderanzug und sah im knielangen "Jammer" nur die Hacken seiner Konkurrenten. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass künftig alle Schwimmer erheblich langsamer sein werden. Was aber passiert mit den Rekorden, die in den Wunderanzügen aufgestellt wurden? "Sie sollen bleiben, aber in einer gesonderten Liste geführt werden. Ab dem 1. Januar sollte man die Weltrekorde vor der High-Tech-Ära als Grundlage nehmen", sagt Phelps-Trainer Bob Bowman.

Motivation wird schwer

Der Amerikaner steht mit dieser Forderung nicht alleine da. Doch noch mauert die FINA und hält an einer für alle Zeiten geltenden Rekordliste fest, die unter anderem die bislang erzielten 116 Weltrekorde dieses Jahres umfasst. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) will erst die Entwicklung abwarten und sich dann positionieren. Fest steht auf jeden Fall, dass die künftigen Generationen erstmal hinterherschwimmen, einerlei, ob es eine oder zwei Rekordlisten gibt. Da wird Motivation schwer.

Biedermann wehrt sich

Die Materialschlacht der Ausrüster hatte im olympischen Jahr 2008 begonnen, anfangs hatte ausgerechnet Phelps mit dem Speedo LZR Racer einen Vorteil. "Wer hat denn davon profitiert in Peking? Das waren nicht die Deutschen", sagte Paul Biedermann, der im X-Glide seines Ausrüsters arena sowohl bei der WM in Rom als auch am Wochenende in Berlin über 200 und 400 Meter Freistil Weltrekorde aufstellte.

Biedermann muss Gewicht machen

Biedermann sieht der Umstellung auf die Radlerhose daher auch mit gemischten Gefühlen entgegen. Für den 23-Jährigen könnten in mehrerer Hinsicht magere Zeiten anbrechen: "Ich muss Gewicht verlieren, damit ich nicht absaufe. Der Anzug hat mich schon oben gehalten."

Technik spielt untergeordnete Rolle

Der Schwimmer braucht bei den High-Tech-Anzügen mit ihrer extremen Auftriebseigenschaft und Gleitfähigkeit eigentlich nur zwei Dinge: Masse und Kraft. Technik spielt eine untergeordnete Rolle. Biedermann braucht normalerweise 16 Armzüge für eine Bahn, im Anzug dagegen nur zwölf. Dadurch spart der Schwimmer Kraft und kann zum Ende des Rennens scheinbar mühelos den Turbo zünden. "Die letzten fünf Meter fühlen sich genauso an wie die ersten fünf", sagte Biedermann.

Deibler schaffte mit Anzug den Durchbruch

Als der Hamburger Steffen Deibler durch gezieltes Krafttraining drei Kilogramm Muskelmasse zulegte, schaffte er mit zwei Kurzbahn-Weltrekorden über 50 Meter Schmetterling in Aachen und Berlin den Durchbruch. Dennoch freut er sich auf die Zukunft ohne die Plastikhüllen: "Es wird fairer werden. Es geht wieder um die beste Mischung aus Kraft und Technik."

"Alle Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden"

Aber kann das Leistungsschwimmen seinen Reiz allein aus der Frage nach Sieg und Niederlage ziehen? Oder fehlt ohne Rekorde das Salz in der Suppe? Wenn es nach Michael Phelps geht, wird es so weit nicht kommen: "Alle Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden. Man muss es sich nur vornehmen."

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