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Doping: Claudia Pechstein will neue Verhandlung

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Doping  

Pechstein will neue Verhandlung erzwingen

12.02.2010, 23:03 Uhr | sid, dpa

Claudia Pechstein will bis zum Letzten kämpfen (Foto: imago)Claudia Pechstein will bis zum Letzten kämpfen (Foto: imago) Wut, Verzweiflung, neuer Antrag: Wenige Stunden vor dem angekündigten Urteil kämpft Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein um eine erneute Verhandlung vor dem Sportgerichtshof CAS in Lausanne. Ihr Anwalt Simon Bergmann bestätigte einen Antrag an das internationale Sportgericht zur Wiedereröffnung der Berufungs-Verhandlung.

Zuvor war bekannt geworden, dass der maßgebliche Experte des Weltverbandes ISU, Pierre-Edouard Sottas, nicht mehr zu seinem Gutachten stehen soll.

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Aussagen von Sottas entscheidend

"Dieser Antrag ist natürlich nur von Relevanz, wenn der CAS Claudias Sperre bestätigen sollte. Vieles hängt nun allerdings von den Aussagen von Sottas ab. Wir haben bereits versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen, aber bisher hat er uns noch nicht geantwortet", erklärte Bergmann. "Es wäre doch ein Leichtes für Sottas, sich öffentlich zu seinem Gutachten zu bekennen. Doch offenbar scheint er damit ein Problem zu haben", sagte Pechstein-Manager Ralf Grengel. "Sollte der CAS wirklich die Absicht haben, Claudia zu sperren, wird er sich wohl zuvor mit Sottas in Verbindung setzen müssen", fügte er hinzu.

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Pechstein: Die ISU hat Angst

Die gesperrte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin hatte am Sonntagabend öffentlich gemacht, dass Sottas nach ihren Informationen nicht mehr im vollen Umfange zu seinem Gutachten steht. "Offenbar gibt es Angst bei der ISU, dass er sich auf meine Seite gestellt haben könnte", sagte die 37 Jahre alte Berlinerin in der TV-Sendung "Sportplatz" des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB).

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Vorspielung falscher Tatsachen?

Pierre-Edouard Sottas, der Biomediziner des Anti-Doping-Labors Lausanne, hatte mit seiner Expertise maßgeblich dazu beigetragen, dass Pechstein am 1. Juli von der ISU wegen auffälliger Retikulozyten-Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden war. "Wir haben uns bei der Anhörung vor dem CAS in Lausanne schon gewundert, warum Sottas, der ja in Lausanne wohnt, nicht dabei war und auch kein Grund für seine Abwesenheit angegeben wurde", sagte Pechstein und geht somit von einer Vorspiegelung falscher Tatsachen durch die ISU aus, da das mehrere Monate alte Sottas-Gutachten auch in der CAS-Verhandlung am 22. und 23. Oktober eine wichtige Rolle spielte. "Ich halte das für sehr fragwürdig", sagte sie.

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Bergmann: CAS-Richter müssen sich Gedanken machen

Es sei eine wichtige Tatsache, wenn ein wichtiger Sachverständiger aufgrund neuer Informationen seine Haltung ändert, sagte Bergmann. "Wenn er dazu steht, was wir von verschiedenen Seiten gehört haben, wären völlig neue Fakten auf dem Tisch. Dann müssten sich die CAS-Richter Gedanken machen", begründete Bergmann seinen erneuten Antrag. Im RBB hatte Bergmann zuvor erklärt, sein "Vertrauen in die Sportgerichtsbarkeit habe sich in den letzten Wochen nicht gerade verstärkt."

Auch Heinze erstaunt

Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), reagierte erstaunt: "Mich hat sehr verwundert, dass die CAS-Richter die Abwesenheit von Sottas bei der Verhandlung so einfach zur Kenntnis genommen haben. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Antrag auf das Urteil am Mittwoch wenig Einfluss haben wird", sagte er und fügte hinzu: "Sollte Claudia aber gesperrt werden, könnte die Sache an Bedeutung gewinnen."

Lehner spricht von Verzweiflungsschuss

Auch Michael Lehner, bekannter Sportrechtsexperte aus Heidelberg, bezweifelt, dass Pechsteins Antrag von Erfolg gekrönt sein könnte. "Das klingt wie ein Verzweiflungsschuss kurz vor Toresschluss. Solange eine Expertise vor dem CAS nicht offiziell zurückgezogen wurde, ist sie weiterhin gültig. Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass es nicht gut für Claudia Pechstein aussieht", sagte Lehner, der zahlreiche Radsportler wie Stefan Schumacher und Danilo Hondo vor dem CAS vertreten hat

Pechstein will bis zum Letzten kämpfen

Pechstein, die als erste Sportlerin der Welt aufgrund von Indizien und ohne positiven Doping-Befund gesperrt worden war, geht aber weiter von einem Freispruch aus. "Ich habe nicht gedopt, deswegen kann es nur einen Freispruch geben. Wenn ich aber dennoch gesperrt werde, werde ich kämpfen bis zum Letzten und vor das Schweizer Bundesgericht gehen."

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