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Doping im Skilanglauf: "Schwarze Liste" der FIS

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FIS prüft nachträgliche Sperren gegen Langläufer

12.02.2010, 23:03 Uhr | sid

Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle sieht der Schwarzen Liste der FIS gelassen entgegen. (Foto: imago)Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle sieht der Schwarzen Liste der FIS gelassen entgegen. (Foto: imago) Trotz viel zu hoher Temperaturen beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo müssen zumindest einige Langläufer zittern. Nach der Entscheidung im Fall Pechstein hat Weltverbands-Präsident Gian Franco Kasper die Prüfung von Sperren nach indirektem Doping-Beweis angekündigt.

Langlauf-Chef Jürg Capol bestätigte eine schwarze Liste mit verdächtigen Athleten: "Es gibt eine Blacklist", sagte Capol. "Und ich denke, dass das Pechstein-Urteil dazu beitragen wird, dass man den Antidoping-Bestimmungen mehr Respekt entgegenbringt."

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Blutprofil-Datenbank seit 2001

Seit der Saison 2001/2002 führt der Internationale Skiverband FIS Blutprofile von allen Athleten mit zahlreichen Parametern und ist damit weiter als der Eislauf-Weltverband ISU. Jetzt wird geprüft, gegen welche Ausdauerspezialisten Doping-Sperren ausgesprochen werden können.

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Behle: "Bei uns trifft es keinen"

"Auf Grund dieser neuen Kenntnisse müssen die FIS-Anti-Doping-Experten prüfen, ob in bestimmten Fällen die indirekten Indizien vor Gericht halten würden, und auf dieser Basis die Konsequenzen ziehen", sagt Kasper. Das sorgt in Kuusamo für Diskussionen im Lager der Langläufer, wie Bundestrainer Jochen Behle bestätigt: "Zumindest bei denjenigen, die es betrifft. Bei uns trifft es keinen."

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Russische Athleten im Visier

Auch laut Verbands-Vizepräsident Peter Schlickenrieder ist in den letzten Jahren nach dem üblichen Procedere kein verdächtiger Fall von der FIS an den Deutschen Skiverband (DSV) gemeldet worden: "Aber ich gehe davon aus, dass bei anderen was kommt." Im Fokus stehen ganz besonders die Russen, bei denen neben den drei Biathlon-Weltmeistern Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko in den letzten Monaten auch drei Langläufer wegen Epo-Dopings gesperrt wurden.

Strafe gegen den russischen Verband möglich

Die beiden Olympiasieger Julia Tschepalowa und Jewgeni Dementjew traten daraufhin umgehend zurück, letzterer soll sogar mit einem Job im russischen Verband belohnt worden sein. "Wie die Russen mit so einer Sache umgehen, ist unglaublich", sagt Behle. Als Tschepalowas Trainer und Vater Anatoli Tschepalow kürzlich an einer Wettkampfstrecke auftauchte, gab es heftige Proteste der anderen Nationen. Kasper will nach einer Evaluation in den nächsten Monaten entscheiden, ob eine Strafe oder gar Sperre gegen den russischen Verband ausgesprochen wird.

Unschuldsvermutung gilt nicht mehr

Es gibt aber durchaus auch Kritik an der Entscheidung im Fall Pechstein. "Das ist zwar eine Hilfe im Dopingkampf, den wir alle unterstützen", sagt Behle. Aber dass die Unschuldsvermutung nicht mehr gelte und die Beweislast quasi umgekehrt werde, widerspreche allen bisher geltenden Normen: "Du kannst ja auch niemanden ohne handfesten Beweis ins Gefängnis stecken." Der Chefcoach ist gespannt, wie der Einspruch von Pechstein vor dem Schweizer Bundesgericht ausgeht: "Wenn die ISU dort verliert, müssen sie so viel Geld zahlen, dass sie den Laden vielleicht zusperren müssen."

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