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Formel 1: Peter Sauber übernimmt den BMW-Rennstall

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Sauber wieder solo: Wiedereinstieg nach BMW-Ausstieg

27.11.2009, 15:37 Uhr | sid, dpa

Formel-1-Teamchef Peter Sauber. (Foto: imago)Formel-1-Teamchef Peter Sauber. (Foto: imago) Der Sauber-Rennstall feiert sein Formel-1-Comeback: Vier Saisons lang fuhr das Team des Schweizers Peter Sauber unter BMW-Flagge. Nach dem Ausstieg der Münchner Autobauer nach dem Abschluss des WM-Jahres 2009 hat Sauber hat das frühere Team BMW-Sauber wieder selbst übernommen und damit den weiteren Bestand seines Lebenswerkes gesichert.

Der 66 Jahre alte Schweizer springt kurzfristig für die in der Schweiz ansässige Stiftung Qadbak ein, an die der Münchner Automobilhersteller BMW das Team eigentlich schon Mitte September verkaufen wollte.

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Saison 2010 Das Fahrerfeld

Qadbak ist kein Thema mehr

"Ich bin sehr erleichtert, dass wir diese Lösung gefunden haben", sagte Sauber nach der Bekanntgabe des Deals: "Damit können wir den Standort Hinwil und einen Großteil der Arbeitsplätze erhalten." Wie ursprünglich bei Qadbak, hinter denen angeblich finanzkräftige Investoren aus dem Mittleren Osten stehen sollten, ist auch der Verkauf an Peter Sauber noch an die Bedingung geknüpft, dass das Team einen Startplatz für die Formel-1-Saison 2010 erhält.

Sauber ist vom Startplatz 2010 überzeugt

Allerdings ist der Schweizer sehr zuversichtlich, dass sein Team beim Saisonstart am 14. März in Bahrain dabei sein wird. "Sonst hätte ich das Team nicht übernommen", sagte er auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Hinwil: "Eine hundertprozentige Garantie gibt es nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir den Platz nicht bekommen." Noch wartet Sauber, der nach eigener Aussage "der einzige Investor" ist, auf die Entscheidung des Automobil-Weltverbandes FIA über die Vergabe des durch den Toyota-Ausstieg freigewordenen Platzes.

Fahrerbesetzung noch offen

Welche Fahrer im kommenden Jahr für Sauber starten sollen, ist noch nicht bekannt. Der Pole Robert Kubica wechselt zu Renault, Nick Heidfeld wird mit Mercedes in Verbindung gebracht. Hoffnungen auf ein Cockpit macht sich Testfahrer Christian Klien aus Österreich.

Zukunft des Teams gesichert

"Wir sind sehr froh über diese Lösung. Damit ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft des Teams erfüllt. Unser Verhältnis zu Peter Sauber war immer ausgezeichnet und von höchstem Respekt geprägt", sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sagte in Hinwil, dass die Münchner "Peter Sauber bei der Suche nach Sponsoren unterstützen werden".

Neue Ufer für Mario Theissen

"Für mich selbst ist das jetzt hier zu Ende, hier beginnt jetzt eine neue Ära", sagte Theissen, ohne konkret auf seine eigene Zukunft einzugehen. Der Verkauf an Qadbak sei daran gescheitert, dass BMW die Vertragsbedingungen bezüglich des Startplatzes und der Aufnahme ins Concorde Agreement nicht erfüllen konnte, sagte Theissen.

Kostendruck sorgt für Stellenabbau

BMW und Sauber schlossen neben dem Verkauf eine weitere Vereinbarung, die einen Stellenabbau von derzeit 338 auf rund 250 Mitarbeiter vorsieht. Damit passt sich der Rennstall den neuen Rahmenbedingungen der Formel 1 an, die 2010 durch Beschränkungen von Materialien und Mitarbeitern deutlich kostengünstiger werden soll. Mittelfristig sollen die Ausgaben in der Königsklasse auf das Niveau der frühen 90er Jahre sinken. "Der Stellenabbau trifft mich sehr, sehr hart", bekannte Sauber.

Strategische Neuausrichtung bei BMW

Er übernimmt mit dem Kauf eine alte Rolle. Er hatte von 1993 bis 2005 mit seinem Privat-Rennstall bereits in der Formel 1 mitgemischt. Nach dem Verkauf an BMW fuhr das Team unter dem Namen BMW-Sauber in der Königsklasse. BMW hatte am 29. Juli seinen Ausstieg zum Saisonende verkündet, vier Jahre nach der Übernahme des Sauber-Teams zum Beginn der Saison 2006. Der Münchner Automobilkonzern will in Zukunft im Zuge einer "strategischen Neuausrichtung des Unternehmens" unter anderem mehr auf Nachhaltigkeit setzen. Der ursprüngliche Verkauf an Qadbak zog sich durch das Warten auf die Startberechtigung für 2010 hin.

Sauber bleibt der Platz des Nachrückers

Die FIA hatte kurz vor der Einigung zwischen BMW und Qadbak den 13. und letzten Platz für 2010 an das neue Lotus-Team vergeben und den BMW-Sauber-Nachfolger nur als Nummer 14 und damit ersten Nachrücker geführt. Möglicherweise hat sich die Neuvergabe nach dem Toyota-Rückzug auch deshalb bislang verzögert, weil die FIA mit den Japanern noch über die Höhe der Konventionalstrafe verhandelt, die Toyota aufgrund des Ausstiegs aus dem erst im Sommer bis 2012 unterschriebenen Concorde Agreement verhandelt. Zuletzt waren in der Schweiz Spekulationen aufgekommen, dass es die solventen arabischen Geldgeber hinter Qadbak gar nicht gibt. Der Vermittler von Qadbak, der auf den britischen Jungfraueninseln ansässig ist, soll selbst das nötige Geld für den Kauf nicht zur Verfügung gehabt haben. Durch den Verkauf an Sauber ist jetzt mehr Sicherheit für die FIA gegeben.

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