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Bundesliga: Magaths junge Schalker schon reif für den Titel?

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Schleicht Felix Magath erneut zur Meisterschaft?

14.12.2009, 10:11 Uhr | Jörg Hausmann, t-online.de

Schalkes Cheftrainer und Manager Felix Magath. (Foto: Reuters)Schalkes Cheftrainer und Manager Felix Magath. (Foto: Reuters) Ein Meistertrainer bleibt eben ein Meistertrainer: Wer Felix Magaths neue "Junge Wilde" die Bremer Erfolgsserie von 23 Pflichtspielen ohne Niederlage beenden sah, hat einen Titelkandidaten gesehen. Der Architekt des wiedergefundenen Erfolgs stapelt zwar gewohnt tief. Doch der Eindruck, den die verstärkte Schalker Nachwuchself nicht erst am 16. Spieltag an der Weser hinterließ, signalisiert: Die Meisterschaft ist nicht erst in vier Jahren drin.

Magath ist seinem selbstgesteckten Zeitplan, die Gelsenkirchener spätestens 2013 wieder mit der ersehnten Schale zu beglücken, deutlich voraus. Nicht nur gefühlt, sondern auch faktisch: 90 Minuten vor dem Abpfiff der Hinserie ist es nur ein Punkt zu Leverkusen und der Spitze. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt deren acht. Damals auf Hoffenheim.

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"Zauberer" Magath und sein Hut voller Talente

Den Siegtreffer in Bremen erzielte Jan Morávek. Nie gehört? Der gerade 20-jährige Tscheche ist Magaths Super-Joker. Schon gegen Hannover brauchte der Prager keinerlei Anlaufzeit, um nach seiner Einwechslung in der Nachspielzeit zum entscheidenden 2:0 zu treffen. In der Woche davor, in München, überraschte Magath seinen Ex-Verein mit Joel Matip, den die Bundesliga zuvor genauso wenig kannte wie Lukas Schmitz oder die in Aachen aufgezogenen Christoph Moritz und Lewis Holtby. Vom peruanischen Abwehrmann Carlos Zambrano ganz zu schweigen. Der 18-jährige Matip gesellte sich also in München zu ihnen und sicherte mit seinem 1:1 beim Rekordmeister am 12. Spieltag einen von bereits 17 königsblauen Auswärtspunkten - Liga-Bestwert. Seitdem ist Matip immer dabei gewesen.

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Billig und gut: die Jugend

Hatte sich Schalke seit Jahren nur gefragt, wie sich der Kult-Klub endlich an den Bayern an die Spitze "vorbeikaufen" könnte, zeigt den Westfalen jetzt ausgerechnet Bayerns fleißigster Titelsammler der jüngsten Vergangenheit einen Weg, den sie auf Schalke schon vergessen zu haben schienen: über die erfolgshungrige Jugend. Die Startelf in Bremen wies ein sagenhaftes Durchschnittsalter von 22,27 Jahren auf.

Die vermeintlich "Goldenen 70er"

Die Taktik, auf die Jugend zu bauen, spülte Schalke bereits zu Beginn der 70er Jahre um ein Haar vorbei an den Bayern, die mit einem einzigen Sieg im direkten Vergleich 1972 den damaligen Herbstmeister an der Meisterschaft hinderten. Dann schlug der berühmte Skandal zu und S04 vorübergehend in Stücke - ehe eine neue Generation hungriger Schalker Talente 1977 Vize-Meister wurde. Heute ist Schalkes größte Sorge nicht unehrliches Personal auf dem Feld, aber eine, die in der Vereinshistorie zyklisch wiederkehrt: die Frage ausufernder Kosten. Auch, um diese zu bändigen, geht Magath den schon einst in Stuttgart beschrittenen Weg über junge, unbekannte, aber talentierte Spieler.

Magath kann alles

Das Sportliche wie auch das Finanzielle liegt in der Hand eines Mannes, der mit seiner Leidenschaft für Schach ebenso für Intelligenz und Rafinesse steht wie mit seinem Faible für den Marathonlauf immer wieder vorlebt, was es heißt, sich erfolgreich zu quälen. Magath verlangt nichts von seinen Spielern, was er als Europa- und zweimaliger Vize-Weltmeister nicht selbst durchgemacht hätte. Und seine fast vergessene Zeit als Manager in Hamburg, Uerdingen oder Saarbrücken qualifiziert ihn für den Part, den anderorts Sportdirektoren versehen.

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Leben als Erfolgscoach

So wie in Bremen, wo Magath vor zehn Jahren Thomas Schaaf weichen musste, den er jetzt im 18. Trainer-Duell schon zum zehnten Mal besiegte. Dafür gab's Lob der Verliererseite: "Sie sind ganz sicher eine Spitzenmannschaft", kommentierte Klaus Allofs, der mit Magath zwei große Turniere bestritt und aus zehn Jahren als Bremer Manager selbst weiß, dass zum Erfolg viel mehr gehört als ein prall gefüllter Geldbeutel. Magath aber wehrt alles Gerede von der "Spitzenmannschaft" und gar vom Titel routiniert ab. Wohl wissend, dass er genau daran arbeitet. Wie schon in Wolfsburg. Denn die VW-Millionen sind tatsächlich nur die finanzielle Seite eines Triumphes, der Magath nach der Champions-League-Qualifikation mit dem zuvor beinahe abgestiegenen VfB und den beiden Double-Jahren beim FC Bayern endgültig die Krone aufsetzte. Wolfsburg stürmte nicht wegen seines Geldes im Vorjahr binnen 17 Partien noch von neun auf eins hoch, sondern weil der Trainer Magath hieß.

Der Faktor Klopp

Ähnlich wie der Faktor Magath auf Schalke ist auch der Faktor Jürgen Klopp in Dortmund zu bewerten. Im Sommer 2008 begann der frühere Kulttrainer des FSV Mainz 05 seine Mission bei den Schwarz-Gelben. Und rechtzeitig vor der großen Feier zum 100-Jährigen am 19. Dezember - dem Abschluss der Hinrunde - ist der BVB bis auf fünf Punkte dran an der Spitze. Da diese sich jedoch so breit gefächert darstellt, ist Dortmund - rein faktisch - "nur" soweit wie zum Ende der Vorsaison: als Sechster an der Schwelle zum Europa-League-Platz, den statt des BVB der HSV besetzt. Damals brachten acht Siege aus den abschließenden zehn Partien Dortmund beinahe noch auf Kosten der Hanseaten nach Europa.

16. Spieltag Dortmund blamiert den Meister

Europa ist abermals ganz nah

Und heute? Die Hamburger gewannen von ihren vergangenen neun Partien nur zwei und vor dem jüngsten 4:0 in Nürnberg satte sieben Mal gar nicht. Die Borussia hingegen feierte mit dem 3:1 beim Meister in Wolfsburg ihren dritten Sieg nacheinander, den sechsten aus den vergangenen neun Begegnungen. Und keine davon verlor Dortmund. Zuletzt gelang es ausgerechnet Revier-Erzrivale Schalke und Magath, den BVB am siebten Spieltag - in Dortmund zudem - in die Knie zu zwingen.

Strunz sieht etwas wachsen in Dortmund

Für LIGA total! Experte Thomas Strunz ist Dortmund als Mannschaft "in den letzten Wochen richtig gut zusammengewachsen". Die Philosophie Klopps sei "mittlerweile verinnerlicht. Die Partie in Wolfsburg haben sie beeindruckend kontrolliert und das mit einer relativ jungen Mannschaft, die vor allem auf den Schlüsselpositionen sehr jung besetzt ist. Mit den beiden Innenverteidigern Subotic und Hummels, aber auch dem defensiven Mittelfeld mit Bender und Sahin. Da könnte was entstehen und heranwachsen" - wie auf Schalke. Vier Punkte Vorsprung besitzen Magath und Königsblau seit Sonntagabend noch im Kampf um die Reviermeisterschaft. Nur noch vier Punkte, weil Wolfsburg ohne Magath nicht mehr so funktioniert wie Schalke mit Magath.

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