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VfB Stuttgart: Lehmann nach Ausraster zum Rapport

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VfB Stuttgart  

Lehmann zum Rapport - "Normal ist das nicht mehr"

14.12.2009, 15:38 Uhr | t-online.de, sid

Die Zukunft von Stuttgarts Torwart Jens Lehmann steht nach seinem neuerlichen Ausraster in den Sternen. (Foto: imago)Die Zukunft von Stuttgarts Torwart Jens Lehmann steht nach seinem neuerlichen Ausraster in den Sternen. (Foto: imago) Jens Lehmann sorgt nach seinem neuerlichen Ausraster für jede Menge Negativ-Schlagzeilen. Er büßt ihn aber auch, zumindest das Einsteigen gegen den dunkelhäutigen Mainzer Stürmer Aristide Bancé. Bei der Attacke, die in der 87. Minute zum Elfmeter für Mainz, zum 1:1-Ausgleich und zu Lehmanns Ausschluss führte, zog sich der 40-Jährige eine Innenbandzerrung mit Gelenkkapseleinriss und einen Bluterguss im linken Knie zu. "Er muss zehn Tage lang pausieren", sagte ein VfB-Sprecher. Das Hinrundenende gegen Hoffenheim fällt für Lehmann flach.

Ihm und dem VfB bleibt also reichlich Zeit, das Geschehene aufzuarbeiten. Am Tag nach der Partie in Mainz stand der Rapport bei Manager Horst Heldt und Trainer Christian Gross an. Auch Ex-Kollege Oliver Kahn wundert sich mittlerweile über Lehmanns Verhalten. "Ich weiß nicht, was mit dem los ist, keine Ahnung. Normal wirkt das auf mich nicht mehr," sagte Kahn in der "tz". Gegenüber seinen Teamkollegen hat Lehmann seinen Fehler bereits eingeräumt. "Er hat sich entschuldigt. Ich hoffe, Jens bleibt bei uns. Es ist aber schade, was er gegen Mainz gemacht hat", meinte Stürmer Ciprian Marica nach dem Auslaufen.

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Geteilte Meinung der Mitspieler

Lehmann wisse, "was sich gehört", ergänzte Khedira. Auch Cacau zeigte sich solidarisch. "Ich kann mich in Jens hineinfühlen. Ich wurde auch einmal nach einer Roten Karte an den Pranger gestellt", sagte der Nationalstürmer. "Wichtig ist, dass er Einsicht zeigt, und das hat er getan." Der junge Innenverteidiger Georg Niedermeier allerdings merkte an: "So etwas darf dem Torwart nicht passieren". Kapitän Matthieu Delpierre sprach im Nachhinein zerknirscht von einem "unnötigen Gegentor".

Lehmann bleibt wohl im VfB-Tor

Die Attacke gegen den ebenfalls mehrfach provozierenden Bancé, der allerdings unbestraft blieb, der Streit mit einem VfB-Fan, dem Lehmann die Brille vom Kopf riss, und seine Flucht im Taxi zum Flughafen waren negative Höhepunkte einer Reihe von Eskapaden. Dennoch halten die mitten im Abstiegskampf steckenden Schwaben mangels geeigneter Alternativen wohl an dem Querkopf fest. "Ich glaube nicht, dass das sein letztes Spiel für den VfB war. Er hat bis 30. Juni Vertrag", hatte Heldt schon nach dem Abpfiff gesagt und von einer "Kurzschlussreaktion" des auf dem Spielfeld ständig unter Strom stehenden exzentrischen Schlussmanns gesprochen. Der Manager rechnete auch nicht damit, dass der ehrgeizige Routinier "von sich aus das Handtuch" werfe. "Das will ja auch keiner", sagte Heldt. "Eine Aufarbeitung der Ereignisse vom gestrigen Abend erfolgt intern."

Verständnis auch beim Trainer

Gross zeigte ein gewisses Verständnis für die Attacke gegen Bancé: "Das sind Stresssituationen. Er ist provoziert worden, und da reagiert man eben manchmal falsch." Zugleich stellte der Schweizer klar: "Es stehen Dinge an, die müssen wir lösen. Denn der Erfolg der Mannschaft steht über allem." Offensichtlich setzt Gross weiter auf den Ex-Nationaltorwart, auch wenn er diesen angesichts der drohenden langen Sperre durch den Kontrollausschuss des DFB nicht nur zum Abschluss der Vorrunde ersetzen muss.

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Gross: "Mannschaftserfolg geht über alles"

Lehmann wird in der nächsten Zeit ein rauer Wind entgegenwehen. Der als Disziplinfanatiker bekannte Gross will weitere Ego-Trips des 61-maligen Nationalspielers auf keinen Fall mehr dulden. "Mir geht der Mannschaftserfolg über alles. Es stehen jetzt Dinge an, die wir lösen müssen. Ich habe sehr genau gesehen, wie Jens sich vor der Fankurve des Gegners hochgeschaukelt hat", sagte der Schweizer. Dennoch rechnet Gross damit, dass Lehmann nach der Vorbereitung "hochmotiviert in die Rückrunde starten" werde.

Was wird aus der Geldstrafe?

Nach der wachsweichen VfB-Erklärung deutet vieles darauf hin, dass Lehmann ungestraft davonkommt. Zudem ist weiterhin ungeklärt, wie der Vorstand auf die Weigerung des streitsüchtigen Schlussmanns reagiert, eine Geldbuße in Höhe von 40.000 Euro wegen dessen scharfer Kritik an dem dreiköpfigen Gremium im Zusammenhang mit der Entlassung von Teamchef Markus Babbel zu bezahlen.

Video: Lehmann legt sich nach dem Platzverweis mit einem Fan an

Kahn wundert sich

Unverständnis über Lehmanns Verhalten äußerte auch Kahn. "Das passiert ja jetzt praktisch jeden Spieltag. Ich weiß nicht, welches Problem er hat. Vielleicht sollte man ihn mal fragen. Das wirkt schon sehr seltsam', sagte Kahn in der "tz". Der frühere Münchner Keeper wünschte seinem ehemalige Rivalen für die restliche Zeit bis zum Karriereende ein "bisschen mehr Gelassenheit". Kahn: "Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Man möchte in der letzten Saison doch nicht fortgejagt oder rausgeschmissen werden, sondern sich einen vernünftigen Abgang verschaffen. Deswegen kann ich seine Verhaltensweise nicht verstehen."

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Irre Flucht aus Mainz

Mit der Kapuze tief ins Gesicht gezogen, hatte Lehmann das Stadion am Bruchweg fluchtartig verlassen wollen, war durch die Katakomben geirrt und bei zwei VIP-Räumen abgewiesen worden. Dann stieß er einen Kameramann um und geriet auch noch mit einem Fan aneinander. Lehmann riss dem Mann die Brille vom Kopf, gab diese aber zurück, nachdem er dazu mehrfach aufgefordert wurde. Nach längerer Suche bekam er dann ein Taxi zum Frankfurter Flughafen, um einen Flieger nach München zu erreichen. Schließlich entschwand er zu seiner Familie am Starnberger See.

Fehltritt kostet Stuttgart den Sieg

Was war eigentlich passiert im Spiel gegen Mainz? Lehmann hatte kurz vor Schluss FSV-Stürmer Aristide Bancé im Strafraum mit voller Absicht auf den Fuß getreten und ihn zu Boden gerammt (allerdings hatte sich auch Bancé zuvor mit Lehmann angelegt, sein Rempler blieb aber ohne Konsequenzen). Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte dem Schlussmann sofort die Rote Karte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Eugen Polanski sicher.

Der Kaiser hätte nicht Rot gezogen

Franz Beckenbauer nannte die Rote Karte "völlig verkehrt". Im Pay-TV-Sender "Sky" meinte der Bayern-Ehrenpräsident zu Lehmanns Aktion gegen Bancé: "Im Moment übertreibt er es vielleicht ein bisschen." Der VfB-Keeper habe "zwei Gesichter". In der Tat scheint Lehmann häufig wie Dr. Jeykll und Mr. Hyde eine gespaltene Persönlichkeit zu sein: Privat ein prima Kerl und auf dem Platz ein Rüpel.

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Die Mainzer wägen die Schuldfrage ab

Mainz' Präsident Harald Strutz ging mit dem Grobian scharf ins Gericht: "Mir kommt es so vor, als aale er sich im Hass von außen. Sein Verhalten hat mit Sport nichts mehr zu tun." Dass Lehmann nicht der Alleinschuldige war, strich 05-Manager Christian Heidel heraus: "Unser Aristide Bancé soll lieber nichts sagen zu den Vorfällen."

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