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Formel 1: Mercedes GP droht 90-Millionen-Verlust

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Mercedes GP  

Betrug? Mercedes GP droht 90-Millionen-Verlust

15.12.2009, 09:13 Uhr | t-online.de, dpa

Mercedes GP ist wohl Opfer von Betrügern geworden. (Foto: imago)Mercedes GP ist wohl Opfer von Betrügern geworden. (Foto: imago) Die Verhandlungen mit Michael Schumacher stehen kurz vor dem Abschluss, doch jetzt droht Mercedes GP ein finanzielles Desaster. Das neue Werksteam ist laut "Bild"-Zeitung Opfer von Betrügern geworden, 90 Millionen Euro könnten den Schwaben verloren gehen.

Vor drei Jahren fädelte der heutige Mercedes-Teamchef Ross Brawn einen Deal mit dem Henkel-Konzern ein. Jetzt erklärte der Konzern den zwischen seinem früheren PR-Mann und dem Formel-1-Rennstall Brawn GP geschlossenen Sponsoring-Vertrag für nichtig. Das "Handelsblatt" berichtet, der Waschmittel-Hersteller wolle den Vertrag nicht erfüllen, weil der Sponsoring-Manager gar nicht zum Abschluss berechtigt gewesen sei. Der Rennstall Brawn GP fährt von 2010 an unter dem Namen Mercedes Grand Prix.

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Unterschrift des Henkel-Chefs gefälscht

Wegen der von Brawn Mitte November angemahnten ersten Zahlung zog Henkel vor Gericht und reichte Klage ein. Der Brawn-Sponsoring-Vertrag ist nach Angaben des Sprechers der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, ein "Nebenkomplex" in den Ermittlungen gegen Kai von B. Gegen den Ex-Manager, der vor seinem Job bei Henkel Chefredakteur lokaler Radiosender war, wird seit Wochen wegen Betrugs und Urkundenfälschung ermittelt. Er soll mit einem Komplizen über Scheinrechnungen Forderungen an Henkel in Höhe von rund 20 Millionen verkauft haben. Dabei soll auch die Unterschrift von Henkel-Chef Kasper Rorsted gefälscht worden sein. Der PR-Mann aus Ostwestfalen hatte Mitte Oktober Selbstanzeige erstattet und Henkel verlassen.

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Staatsanwaltschaft prüft Geschäftsbeziehung

Mocken sagte, es sei noch nicht klar, welche Geschäftsbeziehungen zwischen Daimler und Henkel zustande gekommen seien. Derzeit werde geprüft, ob sich eine Straftat daraus ergebe. Im Falle eines Betruges müsste aus dem Sponsoring-Vertrag nicht nur ein Schaden für Henkel, sondern auch ein Profit für den Verdächtigen entstanden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass der verdächtige PR-Mann immer wieder Provisionen kassiert hat. Unklar ist aber, ob es einen direkten Zusammenhang zu dem Sponsoring-Vertrag gibt.

Henkel lehnt die Zahlung ab

Henkel teilte hingegen mit: "Henkel ist nicht bereit, aufgrund in betrügerischer Absicht erstellter Dokumente Zahlungen für ein nicht beabsichtigtes Formel-1-Sponsoring zu übernehmen." Brawn habe den Millionen-Vertrag mit der niederländischen Briefkastenfirma eines einschlägig bekannten Betrügers abgeschlossen. Kai von B. habe dafür eine Garantieerklärung abgegeben. Brawn habe die Sorgfaltspflicht bei Abschluss des Deals verletzt. Millionen-Verträge gingen grundsätzlich in den Vorstand und würden von Gremien geprüft und abgenickt, sagte ein Henkel-Sprecher. Es sei "völlig unüblich", dass "ein Mitarbeiter aus der fünften Managementebene eines DAX-Konzerns Dokumente dieser Dimension ohne Einschaltung anderer Stellen" alleine verhandeln oder unterzeichnen dürfe.

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Brawn in Monaco angesprochen

Dem "Handelsblatt" zufolge wurde Brawn GP im Mai dieses Jahres beim Rennen in Monaco von einer Sponsoring-Agentur angesprochen. Dabei sei es um 30 Millionen Euro pro Saison gegangen. Schnell sei klar geworden, dass es sich bei dem potenziellen Sponsor um Henkel handele. Im Juni habe Kai von B. die Brawn-Führung in die Henkel-Zentrale nach Düsseldorf eingeladen. Ende Juli habe er persönlich einen Dreijahresvertrag über 90 Millionen Euro unterschrieben.

Daimler-Chef wendet sich direkt an Henkel-Boss

Brawn soll im Herbst Daimler-Chef Dieter Zetsche über den Deal mit Henkel informiert haben, schreibt die Zeitung weiter. Zetsche habe sich direkt bei Henkel-Chef Kasper Rorsted erkundigt, der aber jedes Interesse an der Formel 1 bestritten habe. Dadurch sei das Geschäft aufgeflogen. Zetsche hatte Mitte November die Übernahme der Mehrheit an Brawn GP durch Mercedes bekanntgegeben.

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