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Bayer Leverkusen: Jupp Heynckes lacht über FC Bayern

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"Unser Team hat einen einzigartigen Charakter"

08.01.2010, 19:09 Uhr | t-online.de

Jupp Heynckes ist zuversichtlich. (Foto: imago)Jupp Heynckes ist zuversichtlich. (Foto: imago) Die Minusgrade haben Jupp Heynckes, Trainer von Bayer Leverkusen, nicht davon abgehalten, die Vorbereitung auf die Rückrunde im heimischen Umfeld durchzuführen. Im Interview mit t-online.de erklärt Heynckes, warum er diese Variante einer Reise in den warmen Süden vorzieht. Außerdem spricht er über die WM-Chancen seiner Nationalspieler, die Möglichkeiten im Titelrennen und die Sticheleien vom großen Meisterschaftsfavoriten FC Bayern München.

Herr Heynckes, ganz Deutschland friert und Sie haben ihr Trainingslager dennoch im heimatlichen Leverkusen aufgeschlagen. Warum sind Sie nicht in die Ferne gereist?

Wir sind nicht im Trainingslager, wir machen unsere Vorbereitung hier in Leverkusen.

O.k. warum bereiten Sie sich in der Heimat vor?
Warum wir das machen, ist ganz leicht zu erklären. Es ist ja in dem Sinne keine Winterpause, sondern nur eine vierwöchige Unterbrechung des Liga-Betriebs. Durch die Feiertage hatten wir nur zwei Wochen Vorbereitung. Wir haben hier in Leverkusen optimale Bedingungen, können auch im Stadion trainieren. Es ist zwar etwas frisch, aber das macht den Spielern überhaupt nichts aus. Wir haben hier unsere ganze Infrastruktur, die Spieler können in ihren eigenen Betten schlafen und wir müssen nicht reisen.

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Sehen Sie in der kurzen Pause generell ein Problem für die Bundesliga-Klubs?
Die Klubs müssen sich schon darauf einstellen. Ich kenne das aber aus meiner Trainerzeit in Spanien. Dort haben die Spieler nur eine Woche frei und trainieren dann schon wieder. Für mich ist das also kein Neuland und ich habe von Anfang die Periodisierung der Saison so gewählt, dass dieser Aspekt berücksichtigt ist. Da ist auf jeden Fall das Fingerspitzengefühl des Trainers gefragt.

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Ist es bei dieser längeren Belastung ohne richtige Pause dann ein Vorteil, wenn man, wie Sie nun, mit Rolfes, Helmes, Kadlec und Augusto vier Langzeitverletzte zurückbekommt? Sie können die Last auf viele Schultern verteilen.
Andere Klubs werden jetzt aktiv auf dem Transfermarkt, um ihre Kader zu verbessern. Wir haben ja im Grunde auch vier Neue. Das hilft enorm. Alle sind wieder im Mannschaftstraining und arbeiten nun am Feinschliff. Sie brauchen erst einmal Trainingspraxis und dann Spielpraxis. Wenn Sie wieder voll auf der Höhe sind, helfen uns diese Spieler natürlich weiter, das Niveau zu halten. Wenn einer mal eine Schwächephase hat, stehen uns nun immer qualitativ hochwertige Alternativen zur Verfügung. Mit ihnen können wir auch einmal ein Spiel von der Bank gewinnen.

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Sie befürchten also keine Unruhe in der Mannschaft?
Nein. Die Spieler haben mich in dem halben Jahr kennen gelernt. Sie wissen, bei uns herrscht ausschließlich das Leistungsprinzip. Jeder weiß, dass auch jene Profis, die in der Vergangenheit Leistungsträger waren, erst ihren Platz zurückerobern müssen. Mit guten Leistungen und nicht über den Status. Aber die Spieler, die da zurückkommen, haben so viel Substanz, die schaffen das irgendwann.

Einer der in der Hinrunde von den Ausfällen profitiert hat, war Toni Kroos. Trauen Sie ihm erneut eine so starke Halbserie zu?
Klar. Toni hat enorm an sich gearbeitet. Er ist für sein Alter sehr reif, in seinen Gedanken sehr klar. Ich habe ihm zu Saisonbeginn sehr deutlich gesagt, was er an seinem Spiel ändern muss. Das setzt er sehr gut um. Vielleicht wird er sogar noch besser. Mit einem gesunden Konkurrenzkampf in der Mannschaft, werden wir alle noch besser. Auch der Toni. Dann müssen sich die anderen Teams warm anziehen.

Trauen Sie ihm zu, noch das WM-Ticket zu lösen?
Eine Überraschung wäre es nicht. Er hat alle Chancen noch auf den Zug aufzuspringen. Gerade bei einem Welt-Turnier braucht man Spieler, die kreativ und phantasievoll sind. Spieler, die ein hohes spielerisches Vermögen haben. Da er nun auch noch das Kämpfen gelernt hat und sich in den Zweikämpfen enorm verbessert hat, ist das im geheimen bestimmt sein Ziel. Auch wenn er das nicht artikuliert.

Sie können dem Bundestrainer Kroos also nur empfehlen?
Bei der WM brauchen wir neben Özil noch andere kreative Köpfe auf hohem Leistungsniveau. Beim letzten WM-Sieg 1990 hatten wir auch nicht nur Littbarski und Hässler, sondern auch noch Thon, Bein und Möller. In dieser Kategorie sehe ich Toni Kroos.

In ihrer Mannschaft ist die WM generell ein Thema. Es gibt einige Kandidaten in ihrem Team. Freuen Sie sich darüber, weil die Spieler deswegen eventuell noch motivierter sind?
Alle großen Mannschaften haben bei den großen Turnieren immer viele Nationalspieler dabei. Das wäre ein großer Schritt nach vorne, wenn Bayer 04 Leverkusen neben den wohl gesetzten Rolfes und Adler zwei oder drei weitere Spieler im Aufgebot hätte. Das würde bedeuten, dass der Klub und die Mannschaft sich auf sehr hohem Niveau befinden. Für eine erfolgreiche Ära braucht man vier oder fünf Nationalspieler.

Wie sehen Sie die Chancen ihrer weiteren Kandidaten Helmes, Kießling und Castro?
Gonzalo ist ein Spieler, der als Verteidiger alles auf sich vereint. Er muss nur immer wieder bereit sein, das riesige Potenzial abzurufen. Dafür braucht er hin und wieder einen kleinen Schubser, ein bisschen Antrieb von außen. Aber er bringt alles mit, was ein Nationalspieler braucht. Ich bin niemand, der einen Spieler in die Nationalmannschaft singt. Das ist meine Wertschätzung für diesen Spieler. Und für Kießling und Helmes gilt das auch.

Wie sehen Sie deren Chancen?
Bei Kießling hat ja mittlerweile jeder erkannt, wie stark er ist. Patrick Helmes ist ein Spieler, der von der Mannschaft abhängig ist. Er ist ein echter Torjäger. Man muss bei ihm jetzt einfach sehen, wie er sich in der Rückrunde nach der langen Verletzungspause zurückfindet. Warum soll er es nicht schaffen.

Sie wirken sehr überzeugt von den Möglichkeiten ihrer Mannschaft in der Rückrunde. Christian Nerlinger sagte in diesen Tagen im "Kicker", dass für Leverkusen auch Platz zwei ein Erfolg sei. Stimmen Sie dem Bayern-Manager zu?
Der FC Bayern muss zunächst versuchen, nach 51 Spieltagen wieder einmal die Tabellenspitze zu erklimmen. Das ist schon eine lange Zeit. Da ist es klar, dass Christian darüber nachdenkt. Er ist ein wunderbarer Mensch, der sehr fähig und kompetent ist. Nur ist erst einmal klar, dass die Bayern uns vom ersten Platz wegkriegen müssen. Das wird nicht so einfach sein. Wir haben so eine gute Mannschaft, dass wir auch Druck aushalten können. Das haben wir in der Hinrunde mehrfach bewiesen.

Sind betrachten das also als kleines Machtspielchen des Rekordmeisters?
Christian hat das bestimmt auch im Flachs gesagt. Aber ich kenne ja die strategischen Vorbereitungen der Bayern. Und ich kenne ja den FC Bayern besser als er. Deswegen weiß ich auch, was ich zu tun habe.

Uli Hoeneß hat die Kunst der Stichelei ja perfekt beherrscht.
Ja klar, der Ullrich. Wir beide haben schon mehrfach miteinander geflachst. Aber das darf ich natürlich nicht öffentlich machen.

Sie haben den Druck angesprochen. War das letzte Hinrunden-Spiel gegen Mönchengladbach, das sie noch gedreht haben, vielleicht so eine Art Knackpunkt? Die Kritiker standen doch da schon wieder in den Startlöchern, um zu sagen: Wenn es bei Bayer um etwas geht, verlieren sie.
Die Mannschaft hat diese Partie sehr gut gespielt und absolut dominiert. Ich habe mir das Spiel noch einmal ganz angeschaut. Vor allem nach dem Rückstand hat meine Mannschaft ganz clever, besonnen und souverän reagiert. Die haben nicht geflattert, stattdessen die Drehzahl erhöht und aufs Tempo gedrückt und verdient noch gewonnen. Und das war ja nicht das erste Mal. Auf jeden Fall spricht das für den Charakter der Mannschaft. Und es ist gut für das Selbstvertrauen der Mannschaft. Sie glaubt an sich, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Deshalb bin ich zuversichtlich für den Rest der Saison.

Solche Drucksituationen hat Leverkusen in der Vergangenheit nicht sonderlich gut gemeistert.
Ich habe immer versucht, der Mannschaft zu vermitteln, nie aufzugeben. Bis zur 93. Minute ist alles möglich. Das haben sie wirklich verinnerlich. Das ist ein großes Plus. In dieser Beziehung war Bayer Leverkusen tatsächlich immer ein bisschen anfällig.

Liegt der neue Erfolgscharakter auch an den neuen Spielern?
Natürlich. Ein Hyypiä ist ein absoluter Siegertyp. Der hat über 100 Länderspiele für Finnland. Der ist in England durchs Fegefeuer gegangen. Und er will noch immer nur eins: gewinnen. Aber auch die jungen Spieler wie Derdyiok, Schwab, Reinartz und Bender sind richtig gute Jungs. Das sind ehrliche Charaktere, die eine andere Mentalität haben und vorher nicht hier waren. Das Erfolgsdenken zu entwickeln ist ein Lernprozess, den ich angeschoben habe.

Hilft Ihnen diesbezüglich ihre große Erfahrung?
Ich bin bei einem Klub und einem Trainer groß geworden, bei dem Verlieren nicht auf dem Programm stand. In Mönchengladbach und Trainer Weisweiler wurden Niederlagen einfach nicht akzeptiert. Das sind Dinge, die verinnerlicht man. Das ist ganz wichtig für eine Mannschaft. Wir sind jedenfalls auf einem sehr guten Weg.

Stefan Kießling sagte vor kurzem, Jupp Heynckes trifft immer den richtigen Ton. Haben Sie sich verändert?
Ich denke, dass ich mit meinen Spielern immer respektvoll umgegangen bin. Natürlich habe ich auch immer Missstände angesprochen, manchmal auch sehr energisch. Wichtig ist in der heutigen Zeit und Gesellschaft, dass man auch Verständnis für Schwächen hat. Ich bin sicherlich diesbezüglich flexibler und auch großzügiger als früher. Und ich nehme mir Zeit mit den Spielern zu reden, vor dem Training zu flachsen. Ich bin auch interessiert, was sie zu Hause machen, wie es ihnen geht. Das sehe ich als wesentliche Aufgabe des Trainers. Er muss spüren, wenn es einem Spieler nicht gut geht.

In Zeiten, da der Leistungsdruck gestiegen ist, muss das so sein.
In unserer schnelllebigen Zeit, wo überall Druck erzeugt wird, muss man sensibilisiert sein. Ich bin sensibilisiert für unsere Spieler, aber auch für den Zeugwart oder einen Rudi Völler. Ich will kommunizieren. Es ist immer möglich, Probleme auf eine moderate Art und Weise aus der Welt zu schaffen. Wir haben aber insgesamt eine Truppe zusammen, die im zwischenmenschlichen Bereich wirklich einzigartig ist. Wir haben eine tolle Harmonie.

Eine Harmonie, die Sie am Ende zum Meistertitel trägt?
Schalke, Bayern, Hamburg, Bremen und wir kämpfen wohl um den Titel. Wer am Ende vorne ist, muss man sehen. Wir sind optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen. Das heißt, dass wir nächstes Jahr international dabei sind. Ob in der Europa League oder Champions League, werden wir sehen. Die Qualität dazu haben wir.

Wenn Sie von Rudi Völler die Zusage bekämen, die Qualität des Kaders mit einem Spieler zu verbessern. Würden Sie den Spieler Jupp Heynckes verpflichten?
Also erst einmal, würden alle Spitzenspieler aus der damaligen Zeit auch heute auf dem gleichen Niveau spielen und wären genauso begehrt, wie sie damals waren. Wir sind aber im Sturm so gut besetzt, dass ich Jupp Heynckes nicht verpflichten würde.

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