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Handball  

Ex-Handball-Nationalspieler Oleg Velyky gestorben

23.01.2010, 10:52 Uhr | dpa

Bundestrainer Heiner Brand und Oleg Velyky im Trikot des HSV Hamburg (Fotos: dpa, imago)Bundestrainer Heiner Brand und Oleg Velyky im Trikot des HSV Hamburg (Fotos: dpa, imago) Der deutsche Handball trauert um Oleg Velyky. Der frühere Nationalspieler vom Bundesligisten HSV Hamburg ist im Alter von 32 Jahren nach langer Krankheit in seinem Geburtsland Ukraine gestorben. Das bestätigten der Deutsche Handballbund und der HSV.

"Ich habe die traurige Aufgabe, auch in Abstimmung mit dem HSV Hamburg und seinem Präsidenten Andreas Rudolph mitzuteilen, dass unser Nationalspieler und Freund Oleg Velyky seinen Kampf gegen die tückische Krankheit verloren hat", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach bei der EM in Österreich.

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Beerdigung in der Ukraine

2003 war bei Velyky Hautkrebs diagnostiziert worden. Die Krankheit galt als besiegt, ehe es im September 2009 wieder Komplikationen gab. In der Nacht von Freitag auf Samstag sei Velyky gestorben, teilten der DHB und der HSV mit. Der Rückraumspieler hinterlässt seine Frau Kataryna und seinen sechsjährigen Sohn Nikita. Die Beerdigung, an der Hamburgs Sportlicher Leiter Christian Fitzek teilnehmen wird, soll in der Ukraine stattfinden.

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Hens: "Für uns alle ein großer Schock"

"Er war zuletzt nur noch schwer zu erreichen. Er hatte keine Kraft mehr zum Telefonieren oder Laufen", sagte Nationalspieler Pascal Hens, gleichzeitig Team-Kollege von Velyky beim HSV, "das ist für uns alle ein großer Schock, obwohl wir wussten, wie es um ihn stand und dass er sterben wird". Es sei sehr beeindruckend gewesen, wie Velyky mit der Krankheit umgegangen sei: "Er war ein Kämpfer."

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Brand mit Tränen in den Augen

Bundestrainer Heiner Brand hatte bei einer Pressekonferenz in Innsbruck Tränen in den Augen. "Man hat gehofft, dass es ein Wunder gibt. Aber wenn man dann mit der Realität konfrontiert wird, ist das ein Schock", sagte Brand. Die Mannschaft war am Morgen beim Frühstück darüber unterrichtet worden. "Ich habe danach nicht mehr wirklich noch einen Bissen herunterbekommen. Und das ging den anderen auch so. Selbst die, die nicht mit ihm zusammen gespielt haben, sind total traurig", berichtete Kapitän Michael Kraus.


Seit 2004 deutscher Staatsbürger

Velyky, der seit 1. April 2004 die deutsche Staatsbürgerschaft hatte, war von Brand in die deutsche Nationalmannschaft geholt worden. Der Bundestrainer schätzte ihn als Weltklasse-Rückraumspieler ebenso wie als Menschen. "Man denkt über Situationen mit ihm nach", sagte Brand. Die Trauer im deutschen Lager war greifbar. Mit hängenden Köpfen und verschlossenen Gesichtern standen die Sportler beieinander.

Mit Trauerflor gegen Frankreich

Die Nationalspieler wollen nun bei aller Trauer den Tod Velykys auch als Ansporn nutzen, schon im ersten Hauptrundenspiel der EM an diesem Sonntag gegen Olympiasieger Frankreich ein sportliches Zeichen zu setzen. "Er war unser Freund. Wir werden versuchen, den Kopf frei zu bekommen und auch für ihn zu spielen", sagte Kapitän Kraus. Die deutsche Mannschaft wird mit Trauerflor spielen. "Es ist 100-prozentig richtig, dass es in seinem Sinne wäre, jetzt das Turnier ordentlich zu Ende zu spielen. Sport ist immer auch eine Möglichkeit zur Ablenkung. Vielleicht können wir das so besser verarbeiten als wenn jeder allein auf seinem Zimmer sitzt", sagte Brand.

2007 im Weltmeister-Kader

Sein letztes Länderspiel hatte Velyky 2008 bei der EM in Norwegen in der Eröffnungspartie gegen Weißrussland bestritten, als er mit einem Kreuzbandriss nach nur wenigen Minuten ausgefallen war. Nach ersten Therapieerfolgen hatte Velyky zunächst wieder Handball gespielt und 2007 auch zum WM-Kader der deutschen Weltmeister gehört. Wegen einer Sehnen-Verletzung unter dem Fuß hatte der Familienvater, der für die Ukraine insgesamt 59 und für den DHB 38 Länderspiele bestritten hat, allerdings keine WM-Partie absolvieren können. Ein Jahr später musste er erneut operiert werden.

Umjubeltes Kurz-Comeback gegen Kiel

Mitte März 2009 hatte der gebürtige Ukrainer gegen den deutschen Rekordmeister THW Kiel ein umjubeltes Kurz-Comeback gegeben. Erstmals nach 422-tägiger Kranken- und Verletzungspause stand er wieder auf einem Spielberichtsbogen. Insgesamt konnte er nur vier Spiele für Hamburg bestreiten. "Ich wurde begrüßt wie ein Gott in der Halle, ich bin dankbar für diesen Moment", hatte Velyky damals gesagt und hinzugefügt: "Ich hoffe, ich komme noch einmal wieder."

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