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Olympia 2010: Russland behindert Doping-Kontrollen

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Doping - Olympia 2010  

ZDF: Russland behindert Kontrollen

19.02.2010, 12:54 Uhr | dpa

Russland soll Fahndern Doping-Proben weggenommen haben. (Foto: imago)Russland soll Fahndern Doping-Proben weggenommen haben. (Foto: imago) Kurz vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele steht Russlands Sport wieder am Doping-Pranger. Nach einem Bericht des Fernsehsenders ZDF sollen ausländische Doping-Kontrolleure in Russland massiv behindert worden sein.

Zu diesem Schluss kommt die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in einem vertraulichen Bericht, der dem ZDF vorliegt. Dies teilte die TV-Anstalt mit.


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Behinderungen von staatlicher Seite

Demnach habe es zumindest bis vor wenigen Monaten bei einer der erfolgreichsten Sportnationen der Welt erhebliche Probleme und Defizite im Dopingkontrollsystem gegeben. So sollen staatliche Stellen die Arbeit internationaler Kontrolleure auf russischem Gebiet massiv gestört haben. In dem WADA-Papier heißt es, dass Behörden "es ausländischen Dopingkontrolleuren erschwerten, innerhalb des russischen Territoriums zu arbeiten".

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Fahnder eingesperrt und Proben beschlagnahmt

Nach ZDF-Informationen wurden mehrfach Dopingproben von der russischen Polizei beschlagnahmt. Mindestens in einem Fall wurde ein Fahnder über mehrere Stunden in Arrest genommen. Nach dem WADA-Bericht habe man Ermittler dabei behindert, "Proben über die Grenzen ins Ausland zu bringen, Proben innerhalb der russischen Grenzen zu transportieren sowie ihre Dopingkontroll-Utensilien und Gerätschaften nach Russland ein- und auszuführen".

Rogge nennt Vorfälle "Nachlässigkeiten"

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, spricht in einem ZDF-Interview von "Nachlässigkeiten" der russischen Behörden gegenüber illegalen Doping-Aktivitäten. Von einem staatlichen Doping-System in Russland könne allerdings nicht die Rede sein. "Nachlässigkeiten ja, aber das ist ein großer Unterschied zu der Behauptung, dass es ein staatlich organisiertes System gab", sagte der Belgier.

Norwegen gibt Tipps

Rogge selbst hat in den vergangenen Monaten die Defizite in Russlands Anti-Doping-Kampf bei Treffen mit führenden Regierungsvertretern angesprochen. Im vergangenen Oktober wurde dann die norwegische Anti-Doping-Agentur dem Verband in Russland beratend zur Seite gestellt.

Bereits fünf Fälle in dieser Saison

Die russische Dopingbilanz im vergangenen Jahr wirft einen Schatten auf Russlands Topathleten: Allein in den olympischen Winterdisziplinen sind elf positive Dopingfälle zu verzeichnen. Darunter Spitzensportler und Olympiasieger wie Jewgeni Dementjew und Julia Tschepalova. Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass Alena Sidko Ende 2009 positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet wurde. Es war bereits der fünfte russische Doping-Fall in der laufenden Saison.

Keine Sportler bei Trainingskontrollen erwischt

Besonders auffällig ist nach ZDF-Angaben: Sie alle wurden positiv bei Wettkampftests oder im Ausland getestet, nie jedoch bei überraschenden Trainingskontrollen daheim, die eigentlich das Kernelement des Anti-Doping-Kampfes darstellen. WADA-Generalsekretär David Howman wollte dem ZDF die Kritik aus dem internen Papiere seines Verbandes nicht kommentieren.

FIS kündigt Konsequenzen an

Mit großer Verwunderung verfolgt auch der Internationale Ski-Verband (FIS) die Serie der russischen Doping-Fälle. Die FIS kündigte zudem an, am Ende der Saison über Maßnahmen gegen den Ski-Verband Russlands entscheiden zu wollen. Möglich sind nach den Regeln eine Geldstrafe oder ein temporärer Ausschluss des Verbandes.

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