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DFB: Manfred Amerell bietet seinen Rücktritt von allen Ämtern an

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DFB - Manfred Amerell  

Rücktrittsangebot: Amerell will Privatsphäre schützen

10.02.2010, 11:39 Uhr | dpa

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und DFB-Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell. (Foto: imago)Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und DFB-Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell. (Foto: imago) Manfred Amerell hat die Vorwürfe, er habe einen Bundesliga-Schiedsrichter sexuell belästigt, erneut entschieden zurückgewiesen und zugleich seinen sofortigen Rücktritt von allen DFB-Ämtern angeboten. Das teilte der 62-Jährige in einer Presseerklärung mit. "Ich bin enttäuscht, dass meine Privatangelegenheiten in völlig falschen und diskreditierenden Zusammenhängen an die Öffentlichkeit getragen werden. Nachdem ich aber für Glaubwürdigkeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Schiedsrichterwesen stehe, will ich mich der Verantwortung stellen", schrieb Amerell, der Mitglied im DFB-Schiedsrichterausschuss war.

Er habe daher den Verantwortlichen des DFB und des Süddeutschen Fußball-Verband den Rücktritt angeboten. Sein Anwalt erklärte, dass sich Amerell rechtliche Schritte in alle Richtungen vorbehalte.

Der Fall Amerell Wieviele Kollegen sind betroffen?

Amerell nahm zu den Vorwürfen ausführlich Stellung. Er sei "tief betroffen und schockiert", erklärte er. Die öffentlich gemachten Vorverurteilungen, Verdächtigungen und Spekulationen hätten ein Ausmaß angenommen, das für ihn und seine Familie nicht mehr erträglich sei.

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Intensive private Freundschaft zu jungem Referee war nicht einseitig

"Ich habe in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt einen jungen Bundesliga-Schiedsrichter sexuell belästigt", schrieb der frühere Geschäftsführer des TSV 1860 München und des Karlsruher SC. Er erklärte, dass er zu dem betreffenden Referee, "dessen sportlichen Werdegang ich in den letzten Jahren begleitet habe, ein sehr gutes Verhältnis" hatte. "Aus den zunächst rein sportlichen Kontakten entwickelte sich im Laufe der Zeit schließlich auch eine intensive private Freundschaft", so Amerell. "Größten Wert lege ich dabei auf die Feststellung", dass er diesen Schiedsrichter "zu keinem Zeitpunkt gegen seinen Willen zu dieser freundschaftlichen Beziehung gezwungen habe".

Ominöse SMS

Amerell räumte ein, dass es sicherlich ein Fehler gewesen sei, diese Freundschaft so eng werden zu lassen. "Die Beziehung war jedoch rein privat, persönlich und völlig unabhängig von meinem Amt im DFB-Schiedsrichterausschuss", schrieb Amerell weiter. In der Mitteilung, die über seinen Anwalt verbreitet wurde, zitierte Amerell auch aus einer Kurznachricht per Handy, die ihm der Referee am 13. Januar geschickt haben soll.

Ein DFB-Vize ist bereits über die Affäre gestolpert

Ein Kommunikations-Hickhack innerhalb des DFB in dieser Angelegenheit hatte erst am 10. Februar den DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch dazu veranlasst, seine Zuständigkeit für das Schiedsrichterwesen im DFB-Präsidium abzugeben. Als Nachfolger ist Hermann Korfmacher im Gespräch, der im DFB-Präsidium bisher für den Amateurbereich zuständig ist und sich zudem mit dem Wettskandal beschäftigte. "Es würde Sinn machen, wenn sie die Aufgaben tauschen", sagte DFB- Vizepräsident Karl Rothmund am Donnerstagsabend in Barsinghausen.

Koch beklagt Informationsverzögerung

Koch hatte seine Entscheidung damit begründet, dass der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses, Volker Roth, bereits am 17. Dezember 2009 über die Vorwürfe informiert worden sei. Nach eigenen Angaben erfuhr Koch erst am 3. Februar davon. Bescheid wusste indes bereits DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, den Roth knapp einen Monat nach Bekanntwerden der Vorwürfe unterrichtet hatte.

Zwanziger erläutert die Abläufe

Der DFB-Chef hatte am 11. Februar in einem Interview auf der Verbands-Homepage erklärt, dass er am 19. Januar ein Gespräch mit Roth geführt habe, um die Angelegenheit zu erörtern. Am 29. Januar sei es dann zu einer "intensiven Telefonkonferenz" gekommen. Amerell sei am 1. Februar zu einer Unterredung gebeten worden. "Das Präsidium wurde am 4. Februar unterrichtet, der zuständige Vizepräsident Dr. Rainer Koch wurde von mir ausführlich am 3. Februar telefonisch informiert, da er sich zu der Zeit wie ich wusste bereits seit einigen Tagen in Amerika aufhielt", sagte Zwanziger und appellierte, "im Sinne der Personen verantwortungsbewusst mit dem Thema umzugehen".

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