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Doping  

BKA durchsucht Pechsteins Haus

04.03.2010, 19:03 Uhr | dpa, dpa

BKA durchsucht Claudia Pechsteins Haus. Hausdurchsuchung bei Claudia Pechstein

Das BKA durchsuchte Claudia Pechsteins Haus in der Nähe von Berlin. (Foto: imago)

Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) haben das Haus von Claudia Pechstein im brandenburgischen Diensdorf-Radlow (Landkreis Oder-Spree) durchsucht. Gegen 8 Uhr hätten circa zehn Damen und Herren - zum Teil mit kugelsicheren Westen - vor ihrer Tür gestanden und mit einem Durchsuchungs-Beschluss Eintritt verlangt, berichtete die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin auf ihrer Homepage www.claudia-pechstein.de. Eine BKA-Sprecherin bestätigte die Untersuchung, wollte aber keine Einzelheiten nennen.

Ziel: Hintermänner aufdecken

Ausgelöst wurden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft am 1. Dezember 2009 durch Anzeigen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) und der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) gegen Unbekannt. Nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS vom 25. November 2009 sollten so potenzielle Hintermänner im Dopingfall Pechstein aufgedeckt werden.

Angeblich zwei weitere Sportlerinnen unter Verdacht

Im Zuge dieser Ermittlungen sind angeblich zwei weitere deutsche Eisschnellläuferinnen unter Dopingverdacht geraten. Das zumindest berichtete die Tageszeitung "Berliner Morgenpost" in ihrer Freitag-Ausgabe mit Bezug auf Ermittlerkreise. Demnach sollen bei den Athletinnen, deren Namen nicht veröffentlicht wurden, wie bei der für zwei Jahre gesperrten Pechstein erhöhte Retikulozytenwerte im Blut festgestellt worden sein. Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) wollte dies auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Pechstein begrüßt die Ermittlungen

Die wegen auffälliger Blutwerte gesperrte Pechstein räumt ein, sie habe die Ermittlungen "stets begrüßt und betont, sie sollten endlich beginnen. Denn jede Recherche bzw. Untersuchung wird mich entlasten", sagte Pechstein, die jedes Blut-Doping bestreitet. "Wenn nicht gedopt wurde, kann es auch keine Hintermänner geben", erklärte die 38-Jährige erneut. Von daher würden die nun eingeleiteten Aktivitäten der Staatsanwaltschaft sie auch voll entlasten.

"Unangenehmes Gefühl, wenn private Sachen auf den Kopf gestellt werden"

"Insofern bin ich froh, dass die Ermittlungen aufgenommen wurden", erklärte Pechstein. "Obwohl es trotzdem ein unangenehmes Gefühl ist, wenn plötzlich dein eigenes Haus durchsucht wird, alle Schränke geöffnet und sämtliche private Sachen auf den Kopf gestellt werden", fügte sie hinzu und sagte: "Es ist ein krasser Eingriff in die Intimsphäre, zuschauen zu müssen, wie deine Kontoauszüge, Unterlagen, Computer und Medikamente bzw. deren Beipackzettel plötzlich beschlagnahmt werden."

"Warum bin ich bis dato die Einzige?"

Wie Pechstein behauptet, hätten Beamte ihr berichtet, dass mittlerweile auch Namen anderer Athleten bekannt sind, die in der ISU-Datenbank mit erhöhten Retikulozytenwerten geführt werden. "Spannend finde ich vor allem die Frage, warum ausgerechnet ich die Erste und bis dato auch die Einzige bin, gegen die ein Verfahren eröffnet und eine Sperre ausgesprochen wurde", meinte sie.

Pechstein hofft, dass Öffentlichkeit auf Schwierigkeiten aufmerksam wird

Sie habe die Hoffnung, dass die staatsanwaltlichen und polizeilichen Ermittlungen auch dieser Frage nachgehen und sei gespannt, welche Antwort die Ermittler darauf erhalten werden. "Denn umso ernsthafter ermittelt wird, umso größer ist die Chance, der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass der Retikulozytenwert als einziger auffälliger Blutparameter niemals ausreichend sein kann, um einen Athleten - wie bei mir geschehen - zu sperren", fügte Pechstein hinzu.

Anwälte bereiten Revision vor

Die Berlinerin war am 1. Juli 2009 vom Eislauf-Weltverband ISU zu einer zweijährigen Sperre verurteilt wurden. Sowohl ihre Berufung beim CAS als auch ihre Beschwerde beim Schweizer Bundesgericht gegen diese Sperren waren gescheitert. Inzwischen bereiten ihre Anwälte einen Antrag auf Revision vor, der nach Auskunft ihres Managers Ralf Grengel "fristgerecht bis spätestens bis 8. März beim Schweizer Bundesgericht eingereicht wird".

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