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Doping  

Pechstein-Affäre weitet sich aus

05.03.2010, 18:41 Uhr | dpa, dpa, sid

Pechstein-Affäre: BKA stellt Unterlagen sicher.

Pechstein kritisiert Weltverband: "Und was ist bislang passiert? Nichts"

Die Affäre um Olympiasiegerin Claudia Pechstein nimmt immer größere Dimensionen an, der Eisschnelllaufverband bestreitet weitere angebliche Doping-Fälle. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I wurden in den vergangenen zwei Tagen durch das Bundeskriminalamt BKA 21 Durchsuchungen durchgeführt.

Nicht nur Pechsteins Haus, sondern auch die Geschäftsstelle der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG seien unter die Lupe genommen worden. Außerdem seien Mitarbeiter des Verbandes, der DESG angehörende Sportler sowie eine Arztpraxis ins Visier der Fahnder geraten, teilte das BKA mit.


Nicht unbedingt Verstöße gegen das Gesetz

Ausgelöst wurde die Ermittlungen durch Anzeigen der DESG und der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA gegen Unbekannt. Dadurch sollen die möglichen Hintermänner der Affäre Pechstein ermittelt werden. "Wir haben den Ermittlern der Staatsanwaltschaft rund 100 Kontakt-Adressen mitgeteilt", sagte DESG-Präsident Gerd Heinze. "Die Strafanzeige und die darauf basierenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bedeuten nicht, dass es tatsächlich zu Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz oder gegen das Anti-Doping-Reglement gekommen ist", erklärte Heinze.

Keine Bestätigung für weitere Verdachtsfälle


Unterdessen verwahrte er sich dagegen, dass es im deutschen Eisschnelllauf Doping-Verdächtigungen in zwei Fällen gebe. In einem Zeitungs-Bericht war unter Berufung auf Ermittlerkreise davon die Rede, dass es in der Datenbank des Weltverbandes ISU unter zwölf auffälligen Athleten auch zwei weitere deutsche Sportler gebe, bei denen erhöhte Retikulozyten-Werte gemessen wurden. Genau wegen dieser Blutwerte, den Vorläufern der roten Blutkörperchen, war die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein von der ISU für zwei Jahre gesperrt worden.


Umfangreiche Unterlagen sichergestellt


Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger von der Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Doping beim Landgericht München I unterstrich, dass es bei den Hausdurchsuchungen nicht um Ermittlungen gegen die Athletin gehe. Doch mit dem beschlagnahmten Material aus dem Hause Pechstein erhoffen sich die Ermittler Aufschlüsse über die Hintermänner der Affäre. Ziel der Durchsuchungen sei es gewesen, dem Verdacht von Doping-Handlungen nachzugehen und mögliche Beweismittel zu sichern, teilte das BKA mit. Mit Unterstützung der Polizei in Berlin, Bayern und Thüringen seien umfangreiche Unterlagen sichergestellt und eine Vielzahl Personen vernommen worden.

Pechstein kritisiert den Weltverband

Pechstein kritisierte, dass der Eislauf-Weltverband ISU in im Anti-Dopingkampf mit zweierlei Maß messe. Im Zuge der Ermittlungen sei sie darüber informiert worden, dass es nach ihrem Fall vom 7. Februar 2009 in Hamar weitere Dopingkontrollen gab, die erhöhte Retikulozyten zum Vorschein brachten. "Und was ist bislang passiert? Nichts! Rein gar nichts!", erklärte sie sich auf ihrer Internetseite.

"Der DOSB begrüßt die Ermittlungen"


Zustimmung für die Aktion gab es von Seiten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Der DOSB begrüßt die Ermittlungen des BKA. Sie entsprechen unserem bereits 2006 verabschiedeten Zehn-Punkte-Plan zum Kampf gegen Doping", sagte DOSB-Sprecher Christian Klaue. Pechstein war am 1. Juli 2009 durch den Eislauf-Weltverband ISU wegen auffälliger Blutwerte zu einer zweijährigen Sperre verurteilt worden und bestreitet jede Form des Dopings

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