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Fredi Bobic: "Podolski ist noch lange nicht über den Berg"

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Bobic: "Podolski ist noch lange nicht über den Berg"

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Fredi Bobic: "Podolski ist noch lange nicht über den Berg". Kölns Lukas Podolski hat endlich wieder getroffen. (Foto: imago)

Kölns Lukas Podolski hat endlich wieder getroffen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Das Interview führte Markus Polak

Lukas Podolski hat nach einer gefühlten halben Ewigkeit endlich wieder ein Bundesliga-Tor erzielt. Wie schön dieses Gefühl sein kann, weiß auch LIGA total! Experte Fredi Bobic. Er versenkte das runde Leder für den VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Hannover 96 und Hertha BSC in 285 Liga-Spielen insgesamt 108 mal im gegnerischen Kasten. Im Interview mit t-online.de spricht der 37-fache Nationalspieler und Europameister von 1996 über die WM-Chancen der deutschen Stürmer, Marko Marins Kritik und die Situation beim DFB.

Die Bayern sind Tabellenführer und haben bereits groß getönt, dass sie mit Abstand Meister werden. Gegen Köln gab es nur ein mageres 1:1. Schalke und Leverkusen sitzen dem Rekordmeister im Nacken. Bleibt der Kampf um die Schale bis zum Schluss spannend?

Fredi Bobic: Es sieht alles danach aus. Man darf natürlich nicht vergessen, dass die Bayern auch noch in der Champions Legaue mitmischen und viele Nationalspieler haben. Da tun sich die Bayern oft schwer, wieder in den Bundesliga-Rhythmus reinzukommen. Sie haben gegen Köln sicherlich keine souveräne Leistung gezeigt und sind am Ende für ihre Aufholjagd auch nicht belohnt worden. Es kann also schon eng werden. Aber es liegt an den Bayern selbst, wie sie sich in der nächsten Woche weiter verkaufen. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben.

Wer ist der stärkere Konkurrent? Schalke oder Leverkusen?

Schalke darf man nicht unterschätzen. Die schwimmen da immer so ein bisschen mit, sind jetzt wieder viel näher dran. Aber ich weiß nicht, ob sie die große Stabilität haben, das gegen Ende der Saison weiter so durchzuziehen. Sie haben aber natürlich noch das große Spiel daheim gegen Bayern vor der Brust, das wird mit entscheidend sein. Leverkusen ist ebenfalls in Schlagdistanz, die können da auf jeden Fall mithalten.

Podolski hat nun nach langer Zeit wieder getroffen. Welcher Stürmer hat für die WM 2010 die besten Karten auf eine Nominierung von Trainer Joachim Löw?

Für mich hat Gomez die besten Karten, weil er in dieser Saison die stabilsten Leistungen gebracht hat. Klose ist für mich ebenfalls ein hundertprozentiger Kandidat, allein schon durch seine enorme Erfahrung – auch bei Weltmeisterschaften. Kießling ist ein wichtiger Spieler, da er auch, wenn er nicht trifft, gute Spiele macht. Und um den letzen Platz werden sich wohl Cacau und Podolski schlagen müssen. Da bin ich gespannt. Cacau hatte jetzt eine sehr gute Phase, und Podolski ist sicherlich noch lange nicht über den Berg, nur weil er jetzt mal wieder getroffen hat. Aber der Treffer gibt ihm Selbstvertrauen.

Es wird für Podolski also noch ein hartes Stück Arbeit…

Es wird mit Sicherheit sehr hart für ihn. Es liegt natürlich auch an ihm selbst, wie er sich jetzt präsentiert. Sein ganzes Auftreten gegen die Bayern war sehr gut, nicht nur wegen des Tores. Die Körpersprache war schon etwas ganz anderes als das, was man in den letzten Wochen von ihm gesehen hat.

Gegen Argentinien hat die DFB-Elf im 4-5-1-System in der Offensive große Probleme offenbart. Klose und Gomez hingen oft in der Luft. Wie beurteilen sie die Systemproblematik?

Ich glaube, das wird situationsbedingt sein. Es ist richtig von Jogi Löw, etwas auszuprobieren. Wir haben viele offensive Mittelfeldspieler, die auch sehr torgefährlich sind, und deswegen kann man auch mal mit einem 4-5-1 spielen. Die offensiven Mittelfeldspieler kommen dann eben über die Flügel, so machen die Bayern das im Endeffekt ja auch. Aber ich glaube, die Systemfrage stellt sich nicht. Das System geben die Spieler vor, die gut drauf sind. Das muss dann auch zum jeweiligen Gegner passen. Gerade bei einer Weltmeisterschaft muss man da flexibel sein.

Wie wichtig ist die finale Vorbereitungsphase der Nationalmannschaft nach der Bundesliga-Saison?

Da ist es vor allem wichtig, dass man sich wieder einspielt. Das ist sehr entscheidend. Dazu kann man zwar Testspiele nutzen, aber auch die Trainingsphasen sind wichtig. Man ist ständig mit den Jungs zusammen, stellt sich darauf ein, dass ein Rädchen ins andere greift. Diese Dinge kann man während der Saison einfach schlecht machen, da man dort oft nur zwei Tage zusammen ist. Die körperliche Fitness haben die Jungs sowieso alle. Zwischenmenschlich und auf dem Platz – da muss man dann seinen Rhythmus finden.

Marko Marin hat Joachim Löw zuletzt scharf kritisiert. Kann er sich das als junger Spieler leisten?

Nein, eigentlich nicht. Er ist noch ein junger Bursche und hat sicherlich nicht das Recht, so zu reden. Er muss sich erstmal seinen Status erarbeiten und nicht gleich in Panik verfallen, nur weil er mal nicht gespielt hat.

Beim DFB geht es derzeit drunter und drüber. Wie sehen Sie die Situation?

Das einzige, was mir derzeit an der ganzen Diskussion - ob jetzt die Schiedsrichter-Geschichte oder die Sache mit der Vertragsverlängerung von Löw – nicht gefällt, ist, dass alles extrem in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde und wird. Das ist etwas, was kein gutes Licht auf den DFB wirft. Da wird in den nächsten Wochen auch noch einiges nachkommen, und da macht der DFB derzeit keine gute Figur. Das hätte man schon viel früher intern zu lösen versuchen müssen.

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