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Formel 1 - GP von Bahrain: Sebastian Vettel im Pech, Michael Schumacher wird Sechster

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Formel 1 - Großer Preis von Bahrain  

Ein technischer Defekt verhindert Vettels Sieg

14.03.2010, 13:30 Uhr | dpa, dpa

Formel 1 - GP von Bahrain: Sebastian Vettel im Pech, Michael Schumacher wird Sechster. Ein technischer Defekt verhinderte Sebastian Vettels sechsten Grand-Prix-Sieg. (Foto: ap)

Ein technischer Defekt verhinderte Sebastian Vettels sechsten Grand-Prix-Sieg. (Foto: ap)

Michael Schumacher hat bei seiner Rückkehr das Podium klar verpasst und musste chancenlos den Doppelerfolg seines Ex-Teams Ferrari mitansehen. Großer Pechvogel beim Sieg von Fernando Alonso vor Felipe Massa beim Großen Preis von Bahrain war allerdings Sebastian Vettel: Der Red-Bull-Pilot sah in der Hitzeschlacht lange wie der sichere Sieger aus, ehe er wegen eines Leistungsverlustes des Motors kampflos zurückfiel. Rang vier war ein schwacher Trost. Nico Rosberg belegte den fünften Platz vor seinem Mercedes-Teamkollegen Schumacher.

Live-Ticker zum Nachlesen Der Große Preis von Bahrain

Motorwechsel bei Ferrari

Alonso gewann auf dem Bahrain International Circuit in 1:39:20,396 Stunden und krönte seinen ersten Einsatz für die Scuderia gleich mit dem Sieg. Dass ihm ein technisches Problem von Vettel den Weg zum Sieg ein wenig erleichtert hat, gab der Spanier ehrlich zu. "Für alle Siege braucht man ein bisschen Glück. Und das war auch bei diesem so", sagte Alonso. Sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa durfte sich bei seinem ersten Start nach seinem schweren Unfall in Ungarn als Zweiter ebenfalls wie ein Sieger fühlen. Er lag 16,098 Sekunden zurück. Ex-Weltmeister Lewis Hamilton belegte im McLaren-Mercedes den dritten Rang. Vettel war 38,799 Sekunden langsamer als Alonso. Schumacher wies 44,163 Sekunden mehr auf. Vor dem Rennen hatte Ferrari die Motoren in beiden Rennwagen getauscht. Auf seiner Twitter-Seite teilte das Team mit, dies sei eine Vorsichtsmaßnahme. Eine Strafe gab es für Ferrari deshalb nicht. Je Fahrer und Saison stehen acht Triebwerke zur Verfügung.

Alonso und Massa ziehen ohne Gegenwehr vorbei

Vettel war dagegen der tragische Held: Der Vize-Champion schien einem ungefährdeten Sieg entgegen zu fahren. Aber nach rund zwei Drittel des insgesamt 308,651 Kilometer langen Rennens meldete er per Boxenfunk frustriert: "Ich habe Probleme." In der 35. von 49 Runden musste der 22-Jährige Alonso und Massa ohne Gegenwehr vorbei ziehen lassen. Drei Umläufe später rauschte Lewis Hamilton locker am weitgehend wehrlosen Vettel vorbei. Immerhin konnte er die Angriffe seiner deutschen Mercedes-Rivalen abwehren. "Wir wissen noch nicht, was los war. Ich habe mein Auto gleich nach der Zieldurchfahrt abgestellt. Für mich bemerkbar war, dass ich keinen Dampf mehr auf der Kette hatte", sagte Vettel und vermutete, dass irgendein mechanisches Teil nicht mehr richtig funktioniert hat: "Ab und zu kam es mal zurück, aber auf der Geraden war ich einfach machtlos."

Schumi kann in den Kampf um den Sieg nicht eingreifen

Routinier Schumacher unterstrich bei seinem Renn-Comeback 1239 Tage nach seinem letzten Start, dass mit ihm im Lauf der 19 Grand Prix langen Saison zu rechnen sein wird. Der siebenmalige Champion konnte bei seinem Debüt im Silberpfeil in der 36 Grad heißen Sauna zwar nicht in die Entscheidung um den Sieg mit eingreifen, holte aber gleich wichtige Punkte. "Ich habe schon früher zu Saisonbeginn so große Rückstände gehabt. Ich weiß aus Erfahrung, dass das alles noch zu machen ist. Es wäre verfrüht, jetzt schon zu sagen: es geht nicht mehr. Es geht immer", erklärte Schumacher.

Glock gehen die Gänge aus

Adrian Sutil kam im Force India auf Rang zwölf, Neuling Nico Hülkenberg belegte im Williams-Cosworth den 14. Platz. Timo Glock kam mit dem neuen Virgin-Team nicht ins Ziel. Wegen eines Getriebeschadens musste er sein Auto in der 21. Runde in der Garage abstellen. "Mir ist der dritte Gang kaputt gegangen", sagte Glock. "Dann kam auch noch der Fünfte dazu. Irgendwann machte es keinen Sinn mehr, weiter zu fahren."

Webber verliert Öl und Plätze

Der mit viel Spannung erwartete Start verlief weitgehend problemlos. Obwohl die Rennwagen wegen des Nachtankverbots um die 160 Kilogramm Benzin an Bord hatten, meisterten die Piloten diese für sie ungewohnte Situation bestens und fuhren zunächst äußerst reifenschonend. Vettel nutzte seine Pole-Position und setzte sich ungefährdet an die Spitze. Das Ferrari-Duo Massa und Alonso folgte mit einem gewissen Sicherheitsabstand. Schumacher und Rosberg profitierten von Mark Webbers Zurückfallen, an dessen Red Bull etwas Öl ausgetreten war, und rückten um jeweils einen Rang auf Position sechs und vier vor.

Der eigene Teamkollege dreht Sutil

Von der Sichtbehinderung am meisten betroffen war allerdings Sutil. Er verlor viel an Boden, weil ihn ausgerechnet sein Teamkollege Vitantonio Liuzzi in dieser undurchsichtigen Situation gedreht hatte. Hülkenberg fuhr in der dritten Runde zu übermütig und ramponierte beim Ausritt über die Randsteine etwas seinen Williams. Durch den dadurch nötigen frühen Stopp fiel der Formel-1-Frischling vorläufig ans Ende des Feldes zurück.

Vettel zunächst unangefochten an der Spitze

Vettel kontrollierte das Geschehen von der Spitze aus deutlich. Der Red-Bull-Pilot baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Schumacher hatte auf Platz sechs keine Chance, den vor ihm liegenden Ex-Weltmeister Hamilton im McLaren-Mercedes zu attackieren. Aber auch von hinten drohte dem Rückkehrer keine Gefahr. Rosberg fuhr ebenso ungefährdet auf Rang vier. Erst die ersten Reifenwechsel brachten Verschiebungen im Feld. Hamilton und Schumacher steuerten im 16. Umlauf als erste der Top-Acht die Box an; die anderen Sieganwärter folgten wenig später. Rosberg verlor bei diesem Halt seinen vierten Platz an Hamilton. Der in der 19. Runde eingebogene Vettel blieb auch nach dem Wechsel auf harte Reifen zunächst ungefährdet vorn. Mit zunehmender Renndauer rückten die Ferrari aber immer näher. Doch erst nach Vettels Problemen konnten sie den Red Bull-Piloten überholen.


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