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Formel-1-Kolumne: Die verlorene Ehre des Sebastian Vettel

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Formel-1-Kolumne zum Großen Preis von Bahrain  

Sebastian Vettel: "Dann hat es Puff gemacht"

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Formel-1-Kolumne: Die verlorene Ehre des Sebastian Vettel.

Erschöpft und frustriert nach dem Rennen in Bahrain: Sebastian Vettel (Foto: imago) (Quelle: imago)

Von Elmar Brümmer, Bahrain

Er hat sie alle alt aussehen lassen. Alonso, Hamilton, Schumacher, alle Champs und seinen Teamkollegen Mark Webber sowieso. 33 Runden lang ist der Großen Preis von Bahrain ein Großer Preis von Sebastian Vettel. Auf den dicken Pott hat er es abgesehen in diesem Jahr, dem beim Saisonstart und den am Saisonende. Der erste Teil des Planes ist leider nicht aufgegangen: "Der Siegerpokal in Bahrain ist einfach toll. Ein Riesending, handgemacht, nicht so was Billiges wie bei vielen anderen Grand Prix." Der vierte Platz ist der undankbarste in diesem Titelrennen.

Aber der 22-Jährige, der in dieser Saison jüngster Weltmeister der Geschichte werden kann, nimmt es mit Galgenhumor: "Zwölf Punkte sind besser als Null, vielleicht werden sie nochmal extrem wichtig." Erfolgsrechnungen gehen anders, bester Deutscher gewesen zu sein, bedeutet ihm herzlich wenig. Und trotzdem: Vettel hat Schumacher die Show gestohlen, fürs Erste.

Wiederholt sich die Geschichte Vettels?

100 Kilometer fehlen ihm in der Steinwüste zum guten Schluss, und das weckt zur Premiere böse Erinnerungen an den Ausgang des letzten Jahres, als Sebastian Vettel am Ende elf Punkte zum Weltmeistertitel fehlten, weil sich sein Rennstall diverse Unpässlichkeiten leistete, darunter zwei technisch bedingte Ausfälle. Über 40 Zähler gingen hochgerechnet verloren. 2010, das ist daher erklärtes Ziel beim Rennstall aus Milton Keynes, wolle man sich nicht mehr dauernd über verschenkte Chancen ärgern - und genau das muss man schon wieder tun.

Vettel hatte "keinen Dampf mehr auf der Kette"

"Es ist eine Schande, dass man einen sicheren Sieg so aus den Händen geben muss", ärgert sich Teamchef Christian Horner. Am Ende des Schumi-Comeback-Rennens kann er von der Boxenmauer aus sehen, wie Sebastian Vettel es gerade noch über die Ziellinie schafft, dann seinen  "Leckere Liz" getauften Boliden auf dem Grünstreifen ausrollen lassen muss. "Es war eigentlich alles erledigt, dann hatte ich keinen Dampf mehr auf der Kette", bilanziert Vettel. Und flüchtet sich in traurige Philosophie: "Ein Schaden kommt vor, aber darf natürlich nicht vorkommen. Es hat nicht sollen sein heute..."

Plötzlich fehlen 75 Pferdestärken

Schon zur Rennhälfte hatte Vettel übers Helmmikrofon verzweifelt geschrieen: "Leistungsverlust, ich habe Leistungsverlust." Zunächst glaubten die Techniker an einen Auspuffdefekt, später wurde der Schaden offiziell als Resultat einer defekten Zündkerze dargestellt. Etwa 75 seiner 750 Pferdestärken gingen so verloren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Bullen lieber ein Mercedes-Aggregat als einen Renault-Leihmotor im Heck hätten. Aber seit die Untertürkheimer ein deutsches Nationalteam am Start haben, wollen sie die größte Konkurrenz nicht unbedingt stärker machen.

"Meine Enttäuschung ist riesengroß"

So wurde er in der 34. Runde ein leichtes Opfer für die heranstürmenden Ferrari, nachdem er sich von der Pole-Position aus so schnell abgesetzt hatte, und vier Runden später stieß ihn auch noch Lewis Hamilton von einem Podiumsplatz. Er musste sogar froh sein, dass ihn nicht noch die Mercedes-Piloten Rosberg und Schumacher aufschnupften, aber zum Ende der 308 Kilometer kam sein RB 6 dann doch wieder besser klar. "Meine Enttäuschung ist riesengroß, ich habe das Rennen kontrolliert", bilanzierte er traurig nach Rang vier. Schon bei den Testfahrten war der Red Bull schnell, aber nicht immer zuverlässig.

Fernando Alonso gezeigt, wer Herr im Hause ist

In jeder Kurve wurde deutlich, dass die neueste Rennwagenkonstruktion des Branchengenies Adrian Newey besser liegt als die Konkurrenz und mit den weichen Gummis perfekt harmoniert. Auch auf den härteren Pneus hätten die Verfolger kaum eine Chance zur Attacke gehabt. "Ich konnte Fernando Alonso zeigen, wer der Herr im Haus ist - und dann hat es puff gemacht." Es war zu hören, wie wehrlos Fahrer und Auto plötzlich wurden. Probiert hat er alles, um Rosberg hinter sich zu halten, sogar einen Zick-Zack-Kurs. Und versucht, das Positive der (halben) Pleite zu retten: "Das Auto funktioniert gut, das gibt Mut. Und ich habe eigentlich alles richtig gemacht."

Sektoren-Bestzeit mit lahmendem Boliden

Aus Trotz und Wut hat er sich über die Runden gerettet, im letzten Mittelsektor sogar noch die Bestzeit mit dem lahmenden Ding herausgeholt. Das bringt ihm Respekt, es zeigt aber auch, wie Ernst er es meint in dieser Saison.  Aus Schaden klug geworden, sagt er über seine Taktitk: "Je mehr Punkte du mitnehmen kannst, desto besser." Was der Trostpreis von Bahrain wert ist, wird er erst in acht Monaten wissen. Dann wird abgerechnet, nicht in Bahrain: "Das war nur Schadensbegrenzung heute."

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