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Formel 1: Kritik am neuen Reglement

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Formel 1  

Formel Überholverbot: Kritik am Reglement

15.03.2010, 11:34 Uhr | motorsport-total.com, Motorsport-Total.com

Formel 1: Kritik am neuen Reglement. Tankszene bei Heikki Kovalainen aus dem vergangenen Jahr (Foto: imago)

Überholen verboten: Szene

Kaum ist das neue Reglement in Kraft, gibt es auch schon erste Kritik. Weil die Piloten beim Saisonauftakt in Bahrain kaum Überholmanöver wagten, blieb die Action auf der Strecke einiges schuldig. "Es war nicht das spannendste Rennen aller Zeiten", ätzte sogar Norbert Haug.

"Die Reifennutzung stand im Mittelpunkt", sagt der Mercedes-Sportchef und sprach damit das neue Reglement mit dem Tankverbot an. Denn durch das hohe Startgewicht der Autos ist die Gefahr, die Reifen vorzeitig zu verschleißen und damit jede Chance zu verlieren, so groß, dass die Formel 1 2010 eher an Langstreckenrennen erinnert. Von den kurzen Sprints zwischen den Tankstopps wie in den vergangenen Jahren ist kaum mehr etwas zu sehen.

Alonso steckt zurück

Das beste Beispiel für das "Reifenschach" war eine Attacke von Fernando Alonso, bei der der Ferrari-Pilot binnen weniger Runden drei Sekunden auf Spitzenreiter Sebastian Vettel gutmachte. Der Deutsche blieb aber völlig cool, weil ihm sein Renningenieur gefunkt hatte: "Mach dir keine Sorgen, er macht sich nur die Reifen kaputt!" Und siehe da, wenig später musste Alonso tatsächlich zurückstecken.

Man darf nicht zu viel attackieren

Vettel ist kein Fan des neuen Reglements. Früher sei man 20 Runden voll gefahren, habe dann neue Reifen aufgezogen und sei wieder voll gefahren. "Das fehlt jetzt allen Fahrern, auch wenn es nicht alle öffentlich zugeben", glaubt der Vierte des Bahrain-Grand-Prix. "Jetzt starten wir mit einem sehr schweren Auto. Dabei muss man sehr darauf achten, die Reifen nicht zu verbrennen. Das schlägt sich auf die Rundenzeit nieder. Außerdem darf man nicht zu viel attackieren."

Whitmarsh: Änderungen müssen her

Alarm schlägt auch Martin Whitmarsh, Präsident der Fahrervereinigung FOTA. Er wirft der Formel 1 unter den neuen Regeln mangelnden Unterhaltungswert vor. "Die Leute müssen den Fernseher einschalten und von den Ereignissen im Rennen gefesselt sein. Das ist nicht der Fall. Wir haben in Bahrain nicht die beste Show geboten. Das ist uns völlig klar und wir müssen alle zusammenarbeiten, um das zu ändern."

Liuzzi: Neues Reglement große Herausforderung

Einer der wenigen Fans des neuen Reglements ist Vitantonio Liuzzi: Der Force-India-Pilot glaubt, dass sich dadurch mehr im Kopf des Fahrers abspielt. "Du kannst nicht mehr blind 100 Prozent geben, sondern du musst an die Reifen denken, an den Benzinverbrauch, an viele Dinge. Der Fahrer kann einen viel größeren Unterschied bewirken und muss jetzt viel kompletter sein. Das gefällt mir, denn ich finde, das ist eine größere Herausforderung."

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