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Doping: Pechstein hat Fehler gemacht

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Doping - Eisschnelllauf  

Sottas' Rolle und Pechsteins Fehler

29.03.2010, 14:07 Uhr | dpa, dpa

Doping: Pechstein hat Fehler gemacht. Claudia Pechstein bei der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. (Foto: dpa)

Claudia Pechstein bei der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. (Foto: dpa)

Pierre-Edouard Sottas, Leiter des Anti-Doping- Labors Lausanne und einer der ISU-Gutachter im Fall Claudia Pechstein, hat seine Rolle in dem Verfahren geradegerückt. "Das Profil von Pechstein entsprach nicht einem typischen Dopingfall", erklärte er in einem Gespräch mit der "Neuen-Züricher Zeitung". Der Experte für Blutprofile war einer der von der Internationalen Eislauf-Union (ISU) berufenen Fachleute, die den Fall der Eisschnellläuferin untersuchen sollten.

Sottas will zudem die ISU von Anfang an auf seine Bedenken hingewiesen haben. "Ich habe immer wieder betont, dass ich eine Pathologie als Ursache für wahrscheinlicher halte als einen Dopingfall." Die ISU habe dieses Argument aufgegriffen und Pechstein bei einer Anhörung im Juni 2009 in Bern ausdrücklich angeboten, zusätzliche Tests durchführen zu lassen, um abzuklären, ob eine hereditäre Spherozytose vorliege. Die Athletin lehnte das ab. Pechstein wurde wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt. Erst kürzlich hatten Mediziner der Berlinerin eine vererbte Blut-Anomalie bescheinigt, die für ihre hohen Retikulozytenwerte verantwortlich sein soll.

Sottas Zweifel von der Anklage ignoriert

Obwohl Sottas Zweifel anmeldete, habe die ISU in der Anklageschrift festgestellt: "Es gibt keine andere sinnvolle Erklärung für dieses abnormale Bild als die Manipulation mit einer Substanz, welche die Erythropoese stimuliert ungefähr eine Woche vor dem geplanten Wettkampf." Laut des Dokuments, das der Schweizer Zeitung "NZZ" vorliegt, wurde diese Aussage von vier Experten bezeugt - darunter Pierre-Edouard Sottas. Der Lausanner sagt aber, er habe nie eine solche Behauptung formuliert und sie auch nicht unterschrieben. "Meine Aufgabe war nur, darüber zu befinden, ob das Blutbild abnormal sei - nicht, wie es zu dieser Abnormalität kam", sagte Sottas.

Hoffnung auf CAS-Urteil zerschlägt sich

Bis zum Hearing von Bern sei die ISU gewillt gewesen, die Wahrscheinlichkeit einer Pathologie zu untermauern. Weil aber die Sportlerin nicht zu den notwendigen weiteren Tests bereit war, habe der Dopingverdacht überwogen. Pechstein-Anwalt Simon Bergmann begründete die Ablehnung seiner Mandantin für weitere Tests mit der Zeitnot: "Wir hatten wenige Minuten Zeit, den Entscheid zu fällen." Das Hearing habe sich in die Länge gezogen, am Ende der zwei Tage sei der Gerichtssaal geräumt worden, die Experten hätten ihre Gespräche draußen beendet. "Alle Experten waren sich einig, dass die Möglichkeit einer Pathologie bestehe", betonte Bergmann. "Wir gingen davon aus, dass der CAS im Zweifel für die Angeklagte entscheidet, also sagten wir uns, dass es besser sei, ans CAS zu gelangen."

Sottas in letzter Sekunde einfach ausgesperrt

Der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) bestätigte aber die von der ISU verhängte zweijährige Sperre. Sottas, der seine Zweifel im ISU-Gremium stets aufrechterhalten hatte, wurde vom Eislaufverband nicht als Experte zum CAS mitgenommen. Offiziell lautete die Begründung für das Fernbleiben, dass Sottas nur die Abnormalität des Blutprofils beurteilt habe, und diese sei nicht strittig gewesen. Richtig sei jedoch laut des "NZZ"-Berichts: Am Morgen vor der CAS-Verhandlung in Lausanne saß Sottas noch mit fünf von der ISU benannten Medizinern an einem Tisch. Die Mediziner waren alle der Ansicht, Pechstein sei gedopt gewesen. Sottas sei es nicht. "Man hat meine Kompetenz angezweifelt und gesagt: Du bist kein Hämatologe", berichtete Sottas, der im Pechstein-Fall feststellte: "Man müsste die erheblichen Zweifel zu ihren Gunsten auslegen."

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