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Formel-1-Kolumne: Mercedes kämpft mit stumpfen Waffen

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Formel-1-Kolumne zum Großen Preis von Australien  

Sternschnuppen

29.03.2010, 09:47 Uhr | T-Online.de, t-online.de

Formel-1-Kolumne: Mercedes kämpft mit stumpfen Waffen. Ist noch nicht ganz zufrieden mit dem Auto seines Arbeitgebers: Michael Schumacher. (Foto: imago)

Ist noch nicht ganz zufrieden mit dem Auto seines Arbeitgebers: Michael Schumacher. (Foto: imago)

Von Elmar Brümmer, Melbourne

Der 70. Sieg eines Mercedes-Motors in der Formel 1 steht kurz bevor. Aber ob sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug wirklich von ganzem Herzen darüber freuen kann? Erfolg Nummer 69 brachte Jenson Button beim Kapriolen-Grand-Prix von Melbourne in einem McLaren mit Untertürkheimer Leihaggregat unter Dach und Fach. Ausgerechnet das Partnerteam, das man zu Gunsten eines eigenen Rennstalls im letzten Herbst verlassen hatte. Der falsche Silberpfeil schlägt den echten – und zwar um Längen. Für Nico Rosberg und Michael Schumacher blieben in Melbourne nur die Plätze fünf und zehn. Trostpreise. Denn der Mercedes W01 ist (noch) nicht schnell genug.

Schumacher und Rosberg sehen kein Land

Rundenlang hing Schumi hinter Piloten fest, deren Namen er kaum aussprechen kann: Jaime Alguersuari und Pedro de la Rosa. Erst in der Schlussrunde schaffte es der Rekord-Weltmeister zum Ehrenpünktchen in die Top Ten. Und Nico Rosberg sah auch kein Land, als im Verfolgerfeld des souveränen Siegers die Post abging. Ein schlechtes Auto ist der matte Pfeil nicht, aber es fehlt ihm die um einen Tick bessere Aerodynamik, damit er im Favoritenquartett mit den Red Bulls, Ferraris und McLarens mithalten kann. Die wirkt sich dann auch auf den Reifenverschleiß aus, der nach wie vor das größte Problem der deutschen Nationalmannschaft auf Rädern ist. Dennoch beharrt Haug: „Wir haben schon einen Schritt nach vorn gemacht, der Speed war erfreulich."

Nur stumpfe Waffen

Mercedes-Teamchef Ross Brawn will/muss jetzt Anleihe nehmen am Tunnel-Trick von McLaren. Dort wird der Fahrtwind durch ein Nadelöhr auf der Fahrzeugnase optimal in Richtung eines Schlitzes im Heckflügel kanalisiert. Das bringt nicht nur Zusatz-km/h auf der Geraden, das Auto schafft es durch den geringeren Luftwiderstand auch, sich besser bei Überholmanövern an vorausfahrende Rennwagen heranzusaugen – genau das, was Schumacher als Manko beklagte. Er kämpfte, nachdem ihn Alonso am Start unsanft von der Piste bugsiert hatte, mit stumpfen Waffen. Das Beste aus der Situation zu machen – das reicht auf Dauer nicht, um dem Mercedes-Anspruch zu genügen. Ross Brawn will jetzt eilig die Idee der Konkurrenz kopieren, was angesichts einer halb so großen Entwicklungsmannschaft zum Kraftakt wird.

Mercedes-Aggregat gilt als stärkstes der Branche

Wir gegen uns – das ist das Risiko, wenn man Kundenmotoren in der Formel 1 liefert. Das bringt zwar gut 20 Millionen Euro an Leasinggebühren in die Kasse, aber das bezahlen die anderen Teams ja nicht, um brav hinter dem Stern des Werksrennstalls herzufahren. Im Vorjahr, als sich der damalige Werkspartner McLaren in der sportlichen Krise befand, war es den Stuttgartern recht, dass Ross Brawn mit dem Gewinn beider Weltmeistertitel die Bilanz kräftig aufpolierte. Das Mercedes-Aggregat, das in der Rennfiliale im mittelenglischen Brixworth entsteht, gilt als das stärkste in der Branche. Deshalb streckte nicht nur der bisherige Kunde Force India, der in diesem Jahr auch in beiden Rennen in die Top Ten vorgestoßen ist, seine Finger wieder nach dem Leih-Stern aus. Auch Red Bull wollte Sebastian Vettel das letzte fehlende Quäntchen zum Erfolg durch das Werksleasing besorgen. Doch McLaren legte ein Veto ein.

Gespanntes Verhältnis zwischen McLaren und Mercedes

Die Beziehung zwischen Mercedes und McLaren, die 15 Jahre und drei WM-Titel lang gehalten hatte, ist angestrengt unentspannt, nachdem der Automobilkonzern sein 40-prozentige Beteiligung am Lebenswerk von Ron Dennis über Nacht verkauft hat. Das beflügelt natürlich die ohnehin große Rivalität zwischen Deutschen und Engländern im Sport. Wiederholt sich 2010 die Geschichte, kann die rein britische Fahrermannschaft von McLaren dem deutschen Schwarz-Rot-Silber gefährlich werden – und damit am Ende zum zweiten Mal in Serie ein Mercedes-Kunde das Rennen machen? Norbert Haug gab sich nach Melbourne als fairer Sportsmann: „Ich bin auch stolz auf die McLaren-Jungs." Martin Whitmarsh, der Teamchef der schnelleren Silber-Fraktion, formuliert seine Vision für diese Saison augenzwinkernd: „Mercedes wird es recht sein, wenn vier silberne Autos vorn stehen. Die passen doch gut zueinander. Nur über die Reihenfolge dürfte es leichte Meinungsverschiedenheiten geben..."

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