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Häme und Spott für Michael Schumacher: "Der Lack ist ab"

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Häme und Spott für Schumi: "Der Lack ist ab"

29.03.2010, 17:38 Uhr | sid, sid

Häme und Spott für Michael Schumacher: "Der Lack ist ab" . Sieht sich harscher Kritik ausgesetzt: Michael Schumacher (Foto: imago)

Sieht sich harscher Kritik ausgesetzt: Michael Schumacher (Foto: imago) (Quelle: imago)

Eigentlich hat Michael Schumacher als Formel-1-Rennfahrer alles erreicht. Doch das Denkmal bröckelt bereits zwei Rennen nach seinem Comeback – und sogar Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Comebacks kommen auf. "Wenn er so weitermacht, beendet er vielleicht nicht einmal die erste Saison seines Dreijahresvertrages", kommentierte die englische "Sun".

Italienische Medien bissig

In Italien, wo Schumacher 14 Jahre für Ferrari gearbeitet und fünf seiner sieben WM-Titel gewonnen hat, beobachtet man seine Flops mit Argwohn, der Weggang von Ferrari zur Konkurrenz ist nicht verziehen. "Schumi, eine Qual. Er fährt wie ein ehemaliger Pilot", schrieb "Tuttosport" nach dem zehnten Platz des erfolgreichsten Formel-1-Fahrers aller Zeiten in Melbourne. "Bei Schumi ist der Lack ab", höhnte auch der "Corriere della Sera". "La Gazzetta dello Sport" urteilte: "Schumi wirkt wie der falsche Zwillingsbruder von dem Michael, der alles gewann."

Schumi: "Gutes Gefühl für Malaysia"

Schumacher selbst wurde zum Weltmeister im Schönreden. "Ich weiß, das klingt etwas seltsam, aber ich ziehe ziemlich viele gute Aspekte aus dem Rennwochenende in Melbourne", sagte der 41-Jährige, der schon nach seinem sechsten Rang zum WM-Auftakt in Bahrain als "Schleich-Schumi" verspottet worden war, am Montag auf seiner Homepage. Man könne mit dem guten Gefühl nach Malaysia fahren, dass man sich seit Bahrain klar verbessert habe, sagte Schumacher. "All das zeigt mir, dass wir nicht zu weit weg sind."

Mit einem Punkt zufrieden?

Die "Gazzetta dello Sport" hat für dieses Fazit absolut kein Verständnis und lästert: "Man kann es nicht glauben, dass Schumacher mit einem einzigen schäbigen Punkt zufrieden ist." Der "Corriere dello Sport" gibt nicht nur Schumacher die Schuld. "Mercedes spaziert über die Strecke statt aufzuholen", urteilt das Blatt und macht sich über den Rennfahrer lustig: "Schumi behauptet, mit einem Punkt zufrieden zu sein. Im Grunde fährt er ja nur aus Spaß."

Fürstliches Gehalt

"La Stampa" stellt Schumachers Millionen-Gage infrage. "Mercedes, das von einem Virgin-Auto überholt wird, muss eine Entschuldigung für das Gehalt von Herrn Michael finden", schreibt das Blatt. Der Rekordweltmeister soll angeblich 75 Millionen Euro in drei Jahren kassieren und ist damit der Topverdiener der Königsklasse. Für die englische "Sun" war Schumacher der einzige Fahrer, der nichts zur Spannung am Rennen beigetragen hat. Der Deutsche habe sich den ganzen Nachmittag über versteckt.

Schumi von 20 auf zehn – Alonso von 18 auf vier

Schumacher führte als Erklärung für den zehnten Platz die Startkollision mit Fernando Alonso an. Dadurch fiel er auf Rang 20 zurück. Was Schumacher aber verschwieg: Alonso war nur wenige Meter vor ihm auf Position 18 und raste nach einer Aufholjagd im Ferrari bis auf Platz vier nach vorne. Während bei Alonso der Kampfgeist geweckt wurde, machte sich bei dem Deutschen das Alter bemerkbar, befand die Sun. Mehr als 30 Runden hing Schumacher hinter dem jungen Spanier Jaime Alguersuari im Toro Rosso fest und dann wurde er auch noch vom Virgin des Brasilianers Lucas di Grassi überholt – eine Schumi-Schmach.

Schumacher zur Randnotiz degradiert

Sogar die renommierte "Times" kannte kein Pardon. Es sei kein Drängen und Pressen gekommen, Schumacher sei zu einer Randnotiz verkommen, stellte die Zeitung fest. Und "Daily Mail" stellte wie viele andere auch die Zukunft Schumachers infrage: "Es kommen Zweifel, ob er die komplette Saison durchstehen wird."

Zuschauer-Boom bleibt aus

Auch in Deutschland fand der Schumi-Boom ein abruptes Ende. Hatte TV-Sender RTL beim Auftaktrennen noch eine Verdopplung der Quote auf mehr als zehn Millionen gefeiert, stagnierten die Zahlen nun. 3,66 Millionen waren am frühen Sonntagmorgen im Schnitt live dabei, als sich Schumacher in Melbourne über die Runden quälte - exakt die gleiche Quote wie vor einem Jahr.

Radmutter Schuld an Vettel-Aus

Während Schumacher gutgelaunt dem nächsten Rennen am kommenden Sonntag in Malaysia entgegensieht, wäre Pechvogel Sebastian Vettel nach dem zweiten verschenkten Sieg am liebsten nach Hause geflogen. Unmittelbar nach dem Rennen hieß es zunächst, die Bremsscheibe vorne links sei explodiert. Doch der wirkliche Grund für den Abflug war wohl ein anderer. "Irgendwie hat sich die Radmutter gelöst – von einer Sekunde auf die andere", sagte Teamchef Christian Horner: "Wir wissen noch nicht, ob es ein Problem der Radmutter oder der Felge war. Bei 6000 Testkilometern ist nichts Derartiges passiert." Vielleicht wurde das Rad beim Boxenstopp ein bisschen schräg aufgesetzt." Statt die WM-Wertung mit der Idealpunktzahl 50 anzuführen, liegt Vettel mit nur zwölf Zählern auf Position sieben und ist alles andere als zufrieden: "Wenn wir so weitermachen, haben wir keine guten Karten in der Hand."

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