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1. FC Kaiserslautern: Marco Kurz ist „mit dem Betze-Virus infiziert“

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1. FC Kaiserslautern  

"Mit dem Betze-Virus infiziert"

03.04.2010, 13:46 Uhr | t-online, t-online.de

1. FC Kaiserslautern: Marco Kurz ist „mit dem Betze-Virus infiziert“. Marco Kurz vom 1. FC Kaiserslautern hat einen "coolen" Job. (Foto: imago)

Marco Kurz vom 1. FC Kaiserslautern hat einen "coolen" Job. (Foto: imago)

Ein Bericht von Lars Fritsch

Nach 28 Spieltagen führt der 1.FC Kaiserslautern die Tabelle in der Zweiten Liga mit 61 Punkten an. Die Tür zur Bundesliga ist aufgestoßen. Nun müssen die Roten Teufel nur noch hindurchgehen.

Rückblende: Vor exakt zwei Jahren stand der Verein vor dem finanziellen und sportlichen Ruin, der Absturz in die Drittklassigkeit drohte. Der FCK hatte nach 28 Runden magere 26 Zähler auf dem Konto - acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Am Ende einer furiosen Aufholjagd stand der Klassenerhalt unter dem damaligen Trainer Milan Sasic. Heute sind die Pfälzer wieder drauf und dran die Zweite Liga zu verlassen, diesmal jedoch in die andere Richtung – der Aufstieg ins Oberhaus steht bevor. Für den sportlichen Erfolg zeichnet sich einer verantwortlich, dem man die schwere Aufgabe, den gebeutelten Traditionsklub wieder aufzupäppeln vielleicht nicht unbedingt zugetraut hätte – Marco Kurz. Seit Beginn der laufenden Saison ist er Trainer beim Zweitligisten und hat die Erwartungen deutlich übertroffen.

Kein Platz für Alibis

Kurz dominiert mit seiner Mannschaft die Liga. Seit nunmehr 16 Spieltagen stehen die Pfälzer unangefochten an der Tabellenspitze. Der FCK-Trainer hat eine verschworene Einheit geformt, schlägt aber trotz allem Erfolg leise Töne an: "Wir wollen diesen Platz Woche für Woche behaupten", sagt Kurz, der seit Beginn seiner Amtszeit den Begriff Aufstieg erfolgreich vermeidet. "Von Spiel zu Spiel denken" lautet seine Devise, von der er nicht abzubringen ist. "Wenn ich sage, ich will in jedem Spiel drei Punkte holen, erhöhe ich den Druck auf die Mannschaft", erklärt der 40-Jährige seine Philosophie, "wenn ich sage, ich habe noch eine gewisse Anzahl an Spielen, um mein Ziel zu erreichen, baue ich mir ein Alibi auf."

Wohlfühlfaktor Pfalz

Kurz ist akribischer Arbeiter mit Blick aufs Wesentliche. Ein Realist, der sich nicht von Statistiken und Zahlen blenden lässt. Einer, den die Fans des 1. FC Kaiserslautern gebraucht haben. Kein Träumer, sondern ein ehrlicher Malocher, der wieder auf die in der Pfalz so geliebten Tugenden schwört. "Man kann auch mal verlieren. Aber man muss seine Leistung abrufen, damit der Funke auf die Fans überspringt. Wir haben hier Zuschauer, die buchstäblich ihr letztes Hemd für diesen Verein geben, deshalb muss man immer alles aus sich heraus holen", erklärt der gebürtige Stuttgarter, der sich in der Pfalz bereits sehr gut eingelebt hat: "Ich bin hier relativ schnell angekommen und wirklich mit dem Betze-Virus infiziert worden. Es ist fantastisch hier."

Ein „cooler“ Job beim FCK

Bei den Lautern-Anhängern ist Kurz beliebt. Kein Wunder bei seiner Punkteausbeute: Unter seiner Regie holten die Pfälzer im Schnitt 2,18 Punkte – ein Top-Wert. Der Fußball-Lehrer weiß um das besondere Verhältnis der FCK-Fans zu ihren Klub. "Wir haben hier ein enormes Gut. Da kommen an einem Montagabend 40.000 Menschen ins Stadion. Das ist Wahnsinn! Ein riesiges Plus dieses Vereins", so Kurz. "Die schönsten Momente sind für mich, wenn ich meine Truppe sehe, wie sie besonders nach den Spielen eine Einheit mit den Fans bildet. Dann merke ich: Das ist cool. Der Job lohnt sich."

Abwehr als Grundstein des Erfolges

Bemerkenswert ist die Defensive beim 1. FC Kaiserslautern. Erst 20 Gegentreffer musste die eingespielte Abwehrreihe um Torwart Tobias Sippel, die Außenverteidiger Alexander Bugera und Florian Dick sowie Kapitän Martin Amedick und den Brasilianer Rodnei hinnehmen. Marco Kurz setzt in den hinteren Reihen vor allem auf Konstanz, damit die „Automatismen greifen“. Bis heute haben die fünf keine Sekunde in dieser Zweitliga-Saison verpasst. Das gab’s noch nie. „Wenn ich eine neue Trainerstation beginne, schule ich als erstes die Abwehr“, erklärt der FCK-Coach, der aber klarstellt: „Wir spielen nicht destruktiv, sondern gestalten die Spiele.“

Aufstieg auf Pump

Der Trainer weiß auch, dass die nächste Saison mit größeren Herausforderungen aufwartet. Dabei ist die Zukunft einer Reihe von Akteuren noch ungeklärt - gleich fünf Leistungsträger gehören anderen Vereinen, sind nur ausgeliehen. Bei Verteidiger Rodnei (ausgeliehen von Hertha BSC) wird der FCK seine Kaufoption ziehen. Auch Georges Mandjek (VfB Stuttgart), Ivo Ilicevic (Greuther Fürth) und Markus Steinhöfer (Eintracht Frankfurt) sollen gehalten werden. "Wir wollen mit allen Spielern weitermachen, müssen aber sehen, was in unserem finanziellen Rahmen liegt. Alle werden wir nicht halten können", befürchtet Kurz. Die Zukunft von Mittelfeld-Motor Sidney Sam ist ungewiss. Seine starken Auftritte im FCK-Trikot haben nicht nur positive Folgen für Kaiserslautern: Für seinen Heimatverein Hamburger SV wird der U 21-Nationalspieler immer interessanter. Finanziell könnten die Roten Teufel mit den Norddeutschen nicht mithalten.

Eigene Spieler sind Luxus

Gleichzeitig gilt es, sich nach Verstärkungen umzusehen, eine konkurrenzfähige Mannschaft für die nächste Spielzeit zusammenzustellen. Kurz ist sich sicher, dass der 1. FC Kaiserslautern für andere Spieler eine attraktive Adresse ist: "Für mich ist der FCK eine der größten Hausnummern im deutschen Fußball – und da spreche ich nicht von der Zweiten Liga, sondern von ganz Deutschland." Der Name Miroslav Klose geisterte in den letzten Wochen wiederholt durch das Fritz-Walter-Stadion. Beim FC Bayern hat der Stürmer seine besten Tage hinter sich. Wer das bei den notorisch klammen Lauterern bezahlen soll, fragt sich in Kaiserslautern aber nicht nur Marco Kurz. Der Vertrag des "Pfälzer Buben", der immer betont hatte, seine Karriere beim FCK ausklingen lassen zu wollen, läuft erst 2011 aus. So muss der FCK auch in Zukunft aus seiner finanziellen Not eine Tugend machen und weiter auf Leihgeschäfte setzen – vorerst. "Wir müssen uns den Luxus eigener Spieler mit sportlichem Erfolg erarbeiten. Das ist noch ein langer Weg", weiß Kurz.

Fokus auf das Aufstiegsrennen

Und der UEFA-Cup-Sieger von 1997 (mit Schalke 04) würde diesen Weg gerne ein paar Jahre mitgehen: "Ich hätte nichts dagegen, wenn das hier sau lange geht", unterstreicht Kurz seine persönliche Beziehung zum Traditionsverein. Doch der Blick in die Kristallkugel ist nichts für ihn. Er denkt ja bekanntlich von Woche zu Woche.

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