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GP von China: Schlechtes Wetter macht die Formel 1 spannender

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Formel 1  

Die Schlecht-Wetter-Formel

19.04.2010, 09:19 Uhr | t-online.de, t-online.de

GP von China: Schlechtes Wetter macht die Formel 1 spannender. Regen sorgt für rutschige Straßen - aber auch für ein gut durchmischtes Klassement. (Foto: imago)

Regen sorgt für rutschige Straßen - aber auch für ein gut durchmischtes Klassement. (Foto: imago)

Von Elmar Brümmer, Sepang

Die größte Sorge des in Shanghai fest hängenden Formel-1-Trosses ist es, rechtzeitig wieder nach Europa zu kommen, um die Generalüberholung der Rennwagen für das Rennen in Barcelona am 9. Mai vornehmen zu können. Angesichts der Flug- und der daraus resultierenden Visaprobleme erscheint eine andere den Motorsport betreffende Frage fast banal. Vielleicht sogar ketzerisch nach den abwechslungsreichen 110 Minuten mit dem Großen Preis von China. Aber sie muss gestellt werden: Ist die Formel 1 nur bei  schlechtem Wetter spannend?

Regen bringt Segen

Vier von 19 Rennen sind gelaufen, dreimal haben launische Regenwolken die Regie geführt. Daraus resultierten bei jedem WM-Lauf verschobene Machtverhältnisse. Und in der vom Shanghai-Sieger Jenson Button und dem Mercedes-Piloten Nico Rosberg angeführten Fahrer-Wertung trennen sieben Fahrer aus fünf Teams weniger als 25 Punkte – das ist nach der neuen Zählweise ein Sieg. Auch das bringt der Zufall mit sich: Hoch-Spannung! Das Publikum durfte sich auch im Feuchtgebiet von Shanghai gut unterhalten wissen. Die unterschiedlich nassen Streckenverhältnisse sorgten für unterschiedliche Reifenstrategien und diverse Mutproben. Klar, dass Triumphator Button dem nur Positives abgewinnen konnte: „Das hatte nicht nur mit Glück zu tun. Es kam auch darauf an, ein Rennen richtig lesen zu können." Der Reifenflüsterer von McLaren hat zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung getroffen. Wer das nur einmal nicht getan hat, wie Michael Schumacher, der fand sich auf Rang zehn wieder. Regen bringt Segen, oder: Die Schlecht-Wetter-Formel.

Langeweile bei idealen Rahmenbedingungen

Nur beim Auftakt-Grand-Prix in Bahrain herrschten die zu erwartenden Bedingungen, und in der Wüste war es dementsprechend langweilig. So langweilig sogar, dass nicht nur Kommentatoren, sondern auch die Beteiligten flugs über Regeländerungen nachdachten. Mit dem Verbot der Tankstopps nämlich hat sich das Fahrerfeld schnell so festgefahren wie die Hackordnung beim Eiskunstlaufen. Da können dann nur zickende Motoren, verunglückte Boxenstopps oder individuelle Fahrfehler dafür sorgen, dass die Fans nicht in der Werbepause von RTL den Fluchtwagen nehmen.

Ausgereizte Aerodynamik macht Überholen schwer

Die Erotik der Temperaturmethode bei der Reifenbehandlung hat sich dem breiten Publikum schon seit Jahren nicht erschlossen. Trotz aller lauten Dementis von Bernie Ecclestone gegen neuerliche Regeländerungen ist in aller Stille wieder die Überhol-Arbeitsgruppe der Formel 1 zusammengetreten. Lauter Technikexperten, die meisten davon mitverantwortlich dafür, dass die Aerodynamik so ausgereizt ist, dass im Normalfall nur ein wesentlich stärkeres Auto fähig ist, aus dem Windschatten zu kommen. Der alte Fahrerlagerkalauer, wonach Bernie Ecclestone einfach eine transportable Bewässerungsanlage für Rennstrecken konstruieren lassen soll, bekommt durch diese Erkenntnisse wieder Aktualität.

Ungeordnete Verhältnisse

Man darf dankbar sein, dass es auch noch technische Leistungsunterschiede unter den zwölf Rennställen gibt, auch wenn die Spitzengruppe und das Mittelfeld enger zusammengerückt sind. Der Mercedes-Motor ist immer noch das Maß der Dinge, aber wie an Schumi zu erkennen ist, reicht das allein nicht. Auch der Red Bull von Sebastian Vettel bringt sich gelegentlich selbst aus der Balance, Ferrari geht es nicht anders. Ob der technische Neu-Start in Spanien, wo vor allem die B-Version des Silberpfeils mit Spannung erwartet wird, für ein weiterhin gehobenes Spannungsniveau sorgt? Die engen Abstände und der Ehrgeiz der bisher unter Wert geschlagenen Fahrer und Teams sind vermutlich der beste Garant dafür, dass es auf der Piste auch weiterhin munter zugehen wird – das Überholmanöver von Fernando Alonso gegen seinen Kollegen Massa in der Boxengasse von Shanghai ist ein erstes Indiz dafür, dass die Nettigkeiten vorbei sind. Wer will denn schon wirklich geordnete Verhältnisse in der Formel 1? Nicht mal der Automobilweltverband FIA offenbar, wäre sonst Flavio Briatore von seiner lebenslangen Sperre begnadigt worden...  

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