Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Marc Surer: Michael Schumacher würde mit Nummer zwei klarkommen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Formel 1 - Rund um den Rennzirkus  

Surer: "Michael würde mit Nummer zwei klarkommen"

27.04.2010, 11:23 Uhr | t-online.de, t-online.de

Marc Surer: Michael Schumacher würde mit Nummer zwei klarkommen. Marc Surer glaubt, dass Michael Schumacher in dieser Saison noch auftrumpfen wird. (Foto: imago)

Marc Surer glaubt, dass Michael Schumacher in dieser Saison noch auftrumpfen wird. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Das Interview führten Björn Lücker und Norman Gosch

Vier Rennen sind bislang absolviert, die Vorbereitungen für den Europaauftakt am 9. Mai in Barcelona laufen bei den Teams auf Hochtouren – Zeit also für eine kleine Saison-Zwischenbilanz. "Ich denke, Michael Schumacher ist sehr gereift", sagt Formel-1-Experte Marc Surer im Interview mit t-online.de und erklärt, warum der Rekordsieger derzeit noch hinterherfährt. Zudem hofft Surer, dass Sebastian Vettel sein Potenzial bald voll ausschöpft.

Herr Surer, die ersten vier Rennen der Saison liegen hinter uns. Neue Regeln, neue Autos, neue Fahrer – und die Rückkehr von Michael Schumacher. Eigentlich die perfekte Mischung für eine spannende Weltmeisterschaft.
Surer: So wie es derzeit aussieht, gibt es vor allem eine ausgeglichene Weltmeisterschaft. Wir haben mit McLaren, Mercedes, Ferrari und Red Bull vier Teams, die den Titel holen können. Wir können uns also auf eine spannende Saison freuen.

Allerdings fährt Michael Schumacher noch hinterher, sein junger Teamkollege Nico Rosberg stiehlt ihm derzeit die Show – warum?
Das liegt vor allem am neuen Reglement mit Einheitsreifen. Michael hat noch nie eine WM mit Einheitsreifen gewonnen. Er bekommt also keine Pneus mehr für seinen Fahrstil sondern muss sich anpassen. Das scheint sein größtes Problem zu sein.

Das Auto will aber auch noch nicht so, wie Schumacher will…
…aber das hängt auch mit den Reifen zusammen. Wir haben schmalere Vorderreifen. Eine Korrektur des Reifens ist nicht zulässig, also müssen die Ingenieure das Auto umbauen.

Wie kann Schumacher denn aus seinem Tief herauskommen?
Eins ist klar: Michael hat das Fahren nicht verlernt, das zeigt er ja auch in den Trainings. Wenn Mercedes es hinbekommt, ihm ein passendes Auto hinzustellen, ist er für mich nach wie vor ein Siegeskandidat. Er hat allerdings in diesem Jahr sehr viele starke Gegner.

Ein starker Gegner ist auch Teamkollege Nico Rosberg. Angenommen, er fährt auch in den kommenden drei Rennen seinem prominenten Stallgefährten davon. Droht Schumacher dann schon die Degradierung zur Nummer zwei?
Natürlich muss sich Mercedes irgendwann auf den stärkeren Fahrer konzentrieren. Aber das wird nicht vor Saisonhalbzeit passieren. Man darf nie unterschätzen, dass Michael sehr viel Input ins Team bringt und bei der Weiterentwicklung des Autos wichtig ist.

Würde sich Schumacher denn als siebenmaliger Weltmeister überhaupt den Status als Nummer zwei gefallen lassen?
Ich denke, Michael ist sehr gereift. Er würde mit dieser Situation gut klarkommen.

Auch für Sebastian Vettel läuft es noch nicht wie gewünscht. Derzeit liegt er in der WM-Wertung nur auf Platz fünf. Wann platzt bei ihm der Knoten?
Red Bull und Vettel ist unbestritten die stärkste Kombination im Feld. Wenn man die WM gewinnen will, muss man auch ein standfestes Auto haben. Sebastian hat noch zu sehr mit technischen Problemen zu kämpfen. Es ist noch früh in der Saison, ich hoffe für ihn, dass sich das bald ändert.

In dieser Saison fahren gleich sechs Deutsche mit. Darunter auch Nico Hülkenberg. Dem Williams-Piloten wird eine ähnliche Zukunft wie Vettel vorhergesagt, bisher war aber noch nicht so viel von ihm zu sehen.
Der Hülkenberg hat mich vergangenes Jahr in der GP2 beeindruckt. Ähnlich wie jetzt, lief es am Anfang nicht so gut. Als er dann aber begriffen hat, wie’s geht, hat er zugeschlagen. Ich denke, dass wir noch einige gute Leistungen von ihm sehen werden. Das Problem der jungen Fahrer in der Formel 1 sind aber die wenigen Tests. Die Routiniers, die schon zig Rennen gefahren sind, haben es da sicher leichter.

Wie schätzen Sie den bisherigen Auftritt der neuen Teams Lotus, HRT und Virgin ein. Der Abstand zu den „alteingesessenen“ Rennställen ist beängstigend groß. War es richtig, sie mitfahren zu lassen?
Absolut. Es ist doch toll, neue Teams dabei zu haben. Über Ferrari, Renault und Co. gab es ja kaum mehr was zu erzählen. Nun gibt es was Neues. Natürlich fahren die noch ein Rennen untereinander. Die Formel 1 heißt eben nicht umsonst Königsklasse. Da kann ein Team nicht einfach kommen und gleich vorne mitfahren.

Aber wie lange können sich solche Rennställe halten? Keine Erfolge heißt auch keine Einnahmen – und die Formel 1 ist ein knallhartes und vor allem teures Geschäft.
Die neuen Teams haben alle mindestens ein Dreijahresprogramm. Das erste Jahr muss ein Lehrjahr sein, deshalb wäre es auch falsch, sie nach der ersten Saison zu beurteilen. Aber wenn zwei, drei Jahre nichts passiert, kann es gut sein, das sie wieder verschwinden

Bei Virgin ist Timo Glock als "Entwicklungshelfer" angestellt. Für ihn läuft die Saison sehr enttäuschend – Pleiten, Pech und Pannen ist wohl die passende Beschreibung. War es die richtige Entscheidung, zu Virgin zu wechseln?Es war seine einzige Alternative. Er war ja auch als Nummer zwei bei Renault im Gespräch. Aber da wäre er wohl sowieso ausgebootet worden von Vitali Petrov, der mit einem riesigen russischen Sponsorpaket anheuerte. Und dann war da ja noch Sauber, aber die fahren auch nur hinterher. Also war es gar nicht schlecht, auf ein neues Pferd zu setzen.

Aber leidet nicht Glocks Reputation? Immerhin hatte er im vergangenen Jahr einige tolle Auftritte im Toyota?
Ein Rennfahrer wird an seinem Material und seinem Teamkollegen gemessen. Beides hat Timo zurzeit locker im Griff. Ich glaube nicht, dass seine Reputation Schaden nimmt.

Nun steht der Europaauftakt in Barcelona vor der Tür. Mit dem Rennen in Spanien, so heißt es immer, beginnt die Saison erst richtig. Was können die Fans erwarten?
Was Spannung und Action angeht leider nicht so viel. Alle Rennställe haben dort getestet, sie wissen um die Stärken und Schwächen ihres Autos auf dem Kurs. Für die Teams gilt das Rennen in Barcelona als Standortbestimmung, um zu sehen, wie gut oder schlecht es tatsächlich läuft. Die Rangfolge wird noch deutlicher sein als bisher, Überholmanöver werden wir kaum sehen. Ich erwarte deshalb ein langweiliges Rennen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
Wer wird Formel-1-Weltmeister 2010?
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal