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Doping: Schweizer Bundesgericht lehnt Eilantrag von Claudia Pechstein ab

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Doping - Eisschnelllauf  

Pechstein dreht weiter einsam ihre Runden

01.05.2010, 14:21 Uhr | dpa, dpa

Doping: Schweizer Bundesgericht lehnt Eilantrag von Claudia Pechstein ab. Bleibt vom offiziellen Training der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft ausgeschlossen: Claudia Pechstein. (Foto: imago)

Bleibt vom offiziellen Training der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft ausgeschlossen: Claudia Pechstein. (Foto: imago)

Erneuter Dämpfer für Claudia Pechstein, aber die Hoffnung bleibt: Das Schweizer Bundesgericht hat einen Eilantrag der früheren Eisschnelllauf-Olympiasiegerin abgelehnt. Mit ihrem insgesamt siebten juristischen Antrag wollte die 38 Jahre alte Berlinerin eine sofortige Trainings-Erlaubnis und die Teilnahme an Sommer-Wettkämpfen erwirken. Jetzt bleibt ihr nur die Hoffnung auf eine positive Entscheidung der Schweizer Richter in ihrem Kampf um die Aufnahme eines Revisionsverfahrens vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS.

Das höchste Schweizer Zivilgericht kündigte nach Mitteilung des Pechstein-Anwaltes Simon Bergmann an, über den Hauptantrag zur Aufnahme der Revision und damit der Aufhebung der Sperre "bis Ende Juli 2010" zu entscheiden. Die bis zum 8. Februar 2011 gesperrte Eisschnellläuferin bleibt somit von Trainingsmaßnahmen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) ausgeschlossen und muss sich im Alleingang auf die Wettkämpfe im kommenden Winter vorbereiten.

Schumacher: "Ich denke, das Gericht wollte sich die Karten offen halten"

Die DESG sieht in der Ablehnung des Eilantrages keinen Hinweis auf das mögliche Hauptverfahren. "Allein aus dieser Ablehnung würde ich keine Schlüsse für das Revisionsverfahren in irgendeine Richtung ziehen. Ich bin optimistischer Realist und denke, dass Claudia Pechstein vonseiten der Wissenschaftler und deren neuesten Erkenntnissen weiter gut aufgestellt ist", erklärte Sportdirektor Günter Schumacher. "Ich denke, das Gericht wollte sich die Karten offen halten und mit der Entscheidung über den Eilantrag keine Vorentscheidung in eine Richtung treffen", fügte der deutsche Teamchef Helge Jasch hinzu.

Ablehnung sei alles andere als förderlich

Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin hatte mit dem Eilantrag am 4. März die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt, nachdem Hämatologen aus den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland bei ihr die Blutanomalie "hereditäre Sphärozytose" diagnostiziert und Doping damit als Ursache ihres erhöhten Retikulozyten-Wertes ausgeschlossen hatten. "Sportlich gesehen ist die Ablehnung natürlich alles andere als förderlich, da es im Eisschnelllaufen kaum Möglichkeiten gibt, privat zu trainieren", erklärte Pechsteins Anwalt Bergmann. Dies bestätigte Jasch. "Natürlich hätte ihr das geholfen, wenn sie wieder mit der Auswahl hätte trainieren können."

Franke: "Es ist ganz schlimm, was hier abläuft"

Pechsteins langjähriger Trainer Joachim Franke reagierte tief enttäuscht. "Es ist ganz schlimm, was hier abläuft und die Richter erstmal die neuen medizinischen Gutachten bei ihrer Entscheidung nicht zur Kenntnis genommen haben." Die Athletin, die sich derzeit mit leichtem Training fit hält, wollte sich nach Auskunft ihres Managements nicht äußern. Sie muss nun aber in kürzester Zeit ihren Job bei der Bundespolizei aufnehmen, bei der sie möglicherweise auch noch ein Disziplinarverfahren erwartet.

Bergmann: "Ein wirklicher Rückschlag ist die Entscheidung nicht"

Das Pechstein-Lager postulierte weiter die Hoffnung, im Hauptverfahren doch noch weiterzukommen, um das CAS-Urteil zu revidieren. "Ein wirklicher Rückschlag ist die Entscheidung dennoch nicht. Immerhin hat das Gericht angekündigt, über unseren Hauptantrag relativ zeitnah, bis Ende Juli 2010, zu entscheiden." Bergmann betonte, dass die Entscheidung nicht als Fingerzeig für die Entscheidung in der Hauptsache zu werten sei: "Hierfür finden sich in den Entscheidungs-Gründen keine Anhaltspunkte."

CAS-Begründung laut Pechstein widerlegt

Laut Gutachten einiger Mediziner könne Pechstein ihr attestierte Anomalie zu erhöhten Retikulozyten im menschlichen Blut geführt haben. Sowohl die Richter der Internationalen Skating Union ISU als auch des CAS waren zu der Auffassung gekommen, eine Anomalie bei der Eisschnellläuferin ausschließen und somit Doping als einzig verbleibende Ursache für die erhöhten Werte ausmachen zu können. Diese Begründung sei laut der 38-Jährigen mit der Diagnose der Hämatologen widerlegt.

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