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Fall Kuranyi: Joachim Löw lässt Führungsqualitäten vermissen

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Klare Entscheidungen sind nicht Löws Sache

03.05.2010, 22:12 Uhr | t-online.de, t-online.de

Fall Kuranyi: Joachim Löw lässt Führungsqualitäten vermissen. Nimmt Kevin Kuranyi nicht mit zur WM 2010: Bundestrainer Joachim Löw. (Foto: imago)

Nimmt Kevin Kuranyi nicht mit zur WM 2010: Bundestrainer Joachim Löw. (Foto: imago)

Ein Kommentar von Steffen Engesser

Kevin Kuranyi kommt in der deutschen Nationalmannschaft über seine Zuschauerrolle einfach nicht hinaus. Wieder einmal nimmt er - wie schon 2006 - bei einer Weltmeisterschaft die wohl unbeliebteste Position eines Profi-Fußballers ein – die vor dem Fernseher. Bundestrainer Joachim Löw bietet seinen Kritikern durch Kuranyis Nicht-Normierung somit erneut jede Menge Angriffsfläche.

Stellt sich die Frage, warum Löw den Stürmer des FC Schalke 04 nicht mit nach Südafrika nimmt. An der sportlichen Leistung des 28-Jährigen liegt es sicher nicht. Kuranyi legte eine atemberaubende Saison hin. 18 Bundesliga-Treffer, acht Vorlagen und glänzende Zweikampfwerte in der Defensive stehen auf seiner Visitenkarte, die auch Manager zahlreicher internationaler Topklubs vor sich liegen haben.

Eine unverständliche Entscheidung

Löw lassen die sportlichen Fakten des S04-Stürmers indes kalt. Der Bundstrainer begründete die Nicht-Normierung damit, dass er und sein Team "taktisch und personell andere Vorstellungen für die Zusammenstellung des WM-Aufgebots haben." Doch wie sehen diese aus? Statt eines starken Kuranyi vertraut Löw wohl weiter auf die formschwachen Stürmer aus München und Köln. Eine unverständliche Entscheidung. Zur Erinnerung: Miroslav Klose kam beim FC Bayern nicht über die Reservistenrolle hinaus. Auch Lukas Podolski blieb in dieser Saison weit hinter den Erwatungen zurück. Beide zusammen erzielten - wenn sie denn spielten - gerade einmal fünf Tore.

Kein klares Statement

Vor allem der Zeitpunkt der Nicht-Normierung verblüfft. Dass Kuranyi nicht im WM-Aufgebot steht ist eine Sache, dass Löw für diese Erkenntnis die komplette Rückrunde benötigt, weniger. Durch ein klares Statement hätte Löw die Stürmer-Diskussion schon im Vorfeld entkräften können.

"Da geht es ohnehin nicht nach Leistung"

Klare Entscheidungen scheinen ohnehin nicht die Sache von Löw. Schon im Fall Frings zeigte Löw wenig Führungsstärke. Der Nationaltrainer bootete den 79-fachen National- wie einen Nachwuchsspieler aus. Der Bremer resignierte mittlerweile: "Ich kann Leistung bringen wie ich will, das interessiert ja ohnehin niemand. Da geht es ohnehin nicht nach Leistung." Kuranyi dürfte diese Meinung teilen.

Bundestrainer gerät in der Schusslinie

Löw gerät vor allem durch die Art und Weise seiner Entscheidungen immer wieder in die Schusslinie seiner Kritiker. Statt sich den Meisterschaftskampf zwischen Schalke und dem FC Bayern anzuschauen und die Form der Nationalspieler zu begutachten, genießt Löw das Spiel zwischen dem Tabellen-Siebten (Stuttgart) gegen den Tabellen-Zwölften (M'gladbach).

Jede Menge Angriffsfläche

Eines ist klar: Löw bietet mit dieser Entscheidung jede Menge Angriffsfläche. Sollte die deutsche Nationalelf in Südafrika nicht überzeugen, die Offensive nicht brillieren, dürften sich die Kritiker wieder zu Wort melden. Vielleicht haben Kuranyi, Frings und Löw dann eines gemein - die Zuschauerrolle.

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