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Peter Neururer im Interview: "Bloß nicht über Abstiegsängste sprechen"

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Neururer: "Bloß nicht über Abstiegsängste sprechen"

06.05.2010, 17:16 Uhr | t-online.de, t-online.de

Peter Neururer im Interview: "Bloß nicht über Abstiegsängste sprechen". Peter Neururer drückt seinem Ex-Klub Bochum die Daumen. (Foto: imago)

Peter Neururer drückt seinem Ex-Klub Bochum die Daumen. (Foto: imago)

Das Interview führte Sebastian Schlichting

Am Samstag fällt die Entscheidung im dramatischen Abstiegskampf: Wer muss neben Hertha BSC runter, wer muss in die Relegation? Gefährdet sind der VfL Bochum, der 1. FC Nürnberg und Hannover 96. Bochum und Hannover treffen direkt aufeinander (alle neun Spiele Samstag ab 15.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker).

Peter Neururer (55) hat beide Klubs trainiert, er war unter anderem auch bei Schalke 04, Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg - und ist äußerst abstiegskampferprobt. Im Interview mit t-online.de spricht Neururer über Motivations-Ansprachen in der Kabine, die Situation beim VfL Bochum und erklärt, warum er Samstag nicht ins Stadion geht.

t-online.de: Herr Neururer, zwischen dem VfL Bochum und Hannover 96 gibt es ein echtes Endspiel. Sie kennen sich im Abstiegskampf bestens aus: Was muss man vor so einem Spiel als Trainer vor dem Anpfiff sagen?

Peter Neururer: Nicht mehr viel. Es reicht, die Tabelle zu zeigen.

Mehr nicht?

Klar muss die Mannschaft noch einmal heiß gemacht werden. Aber als Trainer darfst Du bloß nicht über Ängste sprechen. Oder über den möglichen Abstieg. Das wäre tödlich, weil es zu Verkrampfung führt.

Sie haben sowohl in Bochum als auch in Hannover trainiert. Für wen schlägt Ihr Herz?

Ich bin da ganz ehrlich: Ich zittere mit dem VfL. Da sind immer noch viele ehemalige Mitarbeiter von mir tätig. Da bin ich mit dem Herzen dabei. Ich hoffe, dass Bochum gewinnt und drin bleibt, aber Hannover es auch über die Relegation schafft.

Dann müsste Köln in Nürnberg mitspielen…

Köln wird sicher nicht so auftreten wie Mönchengladbach letzte Woche in Hannover. Das war nicht so nett. Da sollten sie sich in Gladbach mal ein paar Gedanken machen.

Ihr Herz sagt, dass Bochum drin bleibt. Was sagt Ihr Verstand?

Ich tippe auf ein 1:0 für den VfL. Woszi (Trainer Dariusz Wosz, d. Red.) weiß, was es bedeutet, mit dem VfL im Abstiegskampf zu stehen. Viele Spieler wussten das nicht.

Dabei ist das keine ganz neue Erfahrung in Bochum.

Es ist Normalität. Vielleicht hat aber der zwischenzeitlich große Vorsprung von neun Punkten auf die Abstiegsplätze dazu geführt, dass viele gar nicht mehr damit gerechnet haben, dass noch etwas passieren kann. Zuletzt kam auch der Frust von den Rängen dazu, das hat sich alles auf die Mannschaft übertragen.

Zwei Wochen vor dem Saisonende den Trainer zu wechseln – eine richtige Entscheidung?

Das wird man Samstag um 17.20 Uhr wissen. Wenn Woszi es schafft, war es richtig.

Dariusz Wosz ist schon der vierte Trainer in dieser Saison.

Das ist für Bochumer Verhältnisse total untypisch. Da kann ein Trainer im Normalfall in Ruhe arbeiten. Erst wenn Werner Altegoer (der Vorsitzende des Aufsichtsrates, d. Red.) denkt, dass gar nichts mehr geht, reagiert er.

War diese Situation am Ende unter Heiko Herrlich da?

Da steht mir kein Urteil zu. Ich kann nur sagen, dass es sicher nicht die Philosophie des VfL ist, mehrmals in der Saison den Trainer zu wechseln.

Herrlich hat sich über Aussagen von Ihnen beschwert. Können Sie das nachvollziehen?

Ich kann nachvollziehen, dass ein junger Trainer in einer solchen Situation auf manche Sachen scharf reagiert. Aber er hat da überreagiert. Ich habe lediglich gesagt, dass sich der VfL auf seine Tugenden besinnen muss. Mir dann zu unterstellen, ich hätte behauptet, es gäbe kein Respekt untereinander in der Mannschaft, ist schlicht falsch.

Der VfL sucht einen Trainer für die neue Saison. Sie haben schon zweimal beim Klub trainiert. Könnten Sie sich den Job ein drittes Mal vorstellen?

Sich etwas vorstellen können, ist die eine Sache. Gefragt werden, die andere.

Sie wurden also noch nicht gefragt?

Bisher gab es keinen Kontakt. Aber das ist ja auch vollkommen normal. Schließlich geht es im Moment nicht um Peter Neururer, sondern darum, dass der Klub in der Bundesliga bleibt.

Und wenn Sie kontaktiert werden?

Ich war inzwischen bei 13 Vereinen. Es gibt einen, da würde ich nicht lange verhandeln, da würde ich sofort zusagen: Den VfL.

Wo werden Sie sich das Spiel ansehen?

Im Fernsehen. Ich bin immer im Stadion, wenn ich Zeit habe. Aber in der jetzigen Situation wäre das nicht klug. Dann heißt es schon vor dem Spiel: „Ach, der Neururer bringt sich ins Gespräch.“ Das gibt nur unnötig Unruhe und das ist das Letzte, was der Verein jetzt braucht.

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