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Hertha BSC - FC Bayern: Bayerns Meisterkrönung in Berlin

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Hertha BSC - FC Bayern München  

Bayerns Meisterkrönung in Berlin

08.05.2010, 19:28 Uhr | dpa, dpa

Hertha BSC - FC Bayern: Bayerns Meisterkrönung in Berlin. 1:0 für Bayern München: Torschütze Olic wird von Robben (l.) beglückwünscht. (Foto: dpa)

1:0 für Bayern München: Torschütze Olic wird von Robben (l.) beglückwünscht. (Foto: dpa)

Der eine Holländer feierte sich noch einmal als doppelter Torschütze, der andere jubelte über seinen ersten Titel mit dem FC Bayern München. Mit einem lockeren 3:1 (1:0) beim Absteiger Hertha BSC setzten die Münchner den Schlusspunkt unter eine gelungene Bundesliga-Spielzeit. Meister-Trainer Louis van Gaal aber ist noch lange nicht zufrieden: "Wir können noch mehr gewinnen", sagte der 58-Jährige mit Blick auf das DFB-Pokalfinale in einer Woche an selber Stelle und das Champions-League-Endspiel am 22. Mai in Madrid gegen Inter Mailand.

Tasmania Berlin war besser als Hertha

Zur Meister-Feier in Berlin sorgte Arjen Robben in der 74. und 87. Minute mit seinem 15. und 16. Saisontor für den 20. Saisonsieg des FC Bayern, für den auch Ivica Olic (20.) getroffen hatte. Die enttäuschenden Herthaner toppten sogar noch den Peinlich-Rekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66, der eigentlich als "ewige Bestmarke" galt. Tasmania hatte zumindest das erste und das letzte Heimspiel gewonnen, Hertha blieb nach dem Sieg im ersten Heimspiel in den weiteren 16 Spielen im Olympiastadion nacheinander ohne "Dreier".

Bayern mit bester Elf

Die 22. Meister-Krönung für die Bayern, die in Berlin mit fünf deutschen WM-Kandidaten in der Startelf antraten, bekam mit 75.420 Fans im ausverkauften Olympiastadion und Millionen TV-Zuschauern in 197 Ländern einen würdigen Rahmen. Und auch die Münchner selbst machten mit: Wie angekündigt schickte van Gaal sein bestes Team auf den Rasen - nur der gesperrte Martin Demichelis fehlte. Und auf den Rängen feierten die rund 20.000 Bayern-Fans von der ersten Minute lautstark, während die treuesten Hertha-Anhänger ihre Abstiegs-Wut zunächst am gescheiterten Trainer Friedhelm Funkel ausließen und dann lange Zeit nur schwiegen.

Wiederaufstieg ein schwerer Weg

"Funkel raus" schallte es schon vor dem Anpfiff aus der Ost-Kurve, die wie das gesamte WM-Endspielstadion von 2006 noch einmal bis auf den letzten Platz besetzt war. Ab August droht nach 13 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit nacheinander in Berlin nun wieder triste Zweitliga-Kost. Ob das 978. Bundesliga-Spiel für Hertha wirklich nur wie von den Berlinern angestrebt für ein Jahr das letzte sein wird, könnte sich schon in den nächsten Wochen mit entscheiden. Manager Michael Preetz muss zunächst einen neuen Trainer suchen, den Personal-Etat von jetzt rund 30 Millionen Euro auf ca. 14 Millionen herunterschrauben und damit ein neues Team formen.

Olic und Ribéry wie im Rausch

Gegen den motivierten Meister kam das alte Hertha-Team vor allem auf der rechten Abwehrseite immer wieder schwer in Bedrängnis. Vor den Augen von Inter-Trainer José Mourinho - gegen die Mailänder wollen die Bayern am 22. Mai im Champions-League-Finale das historische Triple vollenden - spielten vor allem Frank Ribéry und Olic die Berliner schwindlig. Scheiterte Olic, der einst vom ehemaligen Hertha-Manager Dieter Hoeneß als 17-Jähriger zu Hertha geholt worden war, nach zwölf Minuten noch am guten Keeper Jaroslav Drobny, so ließ der Kroate wenig später nach Pass von Robben dem Tschechen keine Chance.

Butt unterstreicht Nationalelf-Ambitionen

Beim bereits feststehenden Absteiger, bei dem Theofanis Gekas nur auf der Bank saß, fehlte bei der traurigen Abstiegs-Vorstellung der letzte Biss. Akteure wie Kapitän Friedrich, Cicero, Kacar und Drobny werden neue Herausforderungen in der höchsten deutschen Spielklasse suchen. Dennoch durfte Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt zwei Tage nach seiner Berufung in den deutschen WM-Kader seine Ambitionen unterstreichen, im Sommer in Südafrika auch als Nummer 1 aufzulaufen. Erst klärte der 35-Jährige toll gegen Lukasz Piszczek (24.), dann kratzte er einen Freistoß von Lewan Kobiaschwili aus dem Eck (33.) und hielt auch einen Versuch von Raffael (59.) spektakulär. Nur Adrian Ramos (59.) konnte Butt überwinden.

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