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GP von Spanien: Schumachers "Reise ins Ungewisse"

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Formel 1  

Nicht die Wende, aber ein Anfang

10.05.2010, 07:29 Uhr | t-online.de, t-online.de

GP von Spanien: Schumachers "Reise ins Ungewisse". Selbstbewusstes Erfolgsduo: Mercedes-Teamchef Ross Brawn (li.) und Michael Schumacher. (Foto: dpa)

Selbstbewusstes Erfolgsduo: Mercedes-Teamchef Ross Brawn (li.) und Michael Schumacher. (Foto: dpa)

Von Elmar Brümmer, Barcelona
Schumi vor der Ablösung. Schumi gewinnt kein Rennen mehr. Jede Überschrift eine Runde Mitleid. Aus Schwarz-Rot-Silber, in dem PS-Deutschland noch an Weihnachten schwelgte, war schnell Schwarz-Rot-Scham geworden. Weil Michael Schumacher es einfach nicht konnte. Nicht konnte, was keiner kann: Nach drei Jahren Pause auf Anhieb ein Rennen zu gewinnen. Das war wohl das Mindeste, was von ihm erwartet wurde. Warum nimmt Jogi Löw dann nicht einfach Oliver Kahn mit nach Südafrika? Eben.

Rosberg im Griff

Und jetzt das: Zum Europastart der Formel 1 hat Michael Schumacher erstmals Nico Rosberg, den besten und gefährlichsten Teamkollegen, den er je hatte, das ganze Wochenende über im Griff. Wird mit etwas Glück Vierter beim Großen Preis von Spanien, Rosberg landet überrundet auf Rang 13. Alles wieder gut? Wenn die Renn-Welt doch so einfach wäre. Ist sie nicht, weshalb das Comeback sich ja auch komplizierter gestaltet, als gedacht. Barcelona ist nicht die große Wende, aber ein Anfang.

Schumacher noch lange nicht am Limit

Das war zu erwarten. Aber nur, wenn man zu trennen bereit war – zwischen Fahrer und Fahrzeug. Michael Schumacher ist noch lange nicht am Limit, sein Mercedes war es schon. Deshalb hat er jetzt einen neuen. In Barcelona hat sich der Hoffnungs-Silberpfeil präsentiert, der Rekordweltmeister fühlt, dass er das Auto jetzt "etwas mehr in der Hand" hat, aber für den Griff nach den Sternen reicht das noch (länger) nicht. Platz vier ist vor allem Politur fürs Ego. Der 41-Jährige weiß das, aber er spürt auch, dass längst nicht alles verloren ist: "Natürlich ist es eine Bestätigung für das, was ich gewusst habe, aber der eine oder andere nicht verstehen wollte: Ich habe das Fahren nicht verlernt! Aber für mich steht das nicht wirklich im Vordergrund, weil es für mich um etwas anderes geht."

Buttons Angriffe locker abgewehrt

Dass der neue Teamsponsor "Autonomy" heißt, ist aber nun wirklich passend: Schumacher tritt völlig autonom auf. Er hat seine Verbissenheit, aber nicht den Ehrgeiz aufgegeben, lässt sich nicht provozieren, weiß genau, was ihm fehlt: "Wenn ich wieder auf dem Podium stehe, sind die gleichen Menschen, die mich jetzt kritisieren, wieder euphorisch. Das ist doch rein emotional. Aber so ist unser Rennfahrerleben." Der schleppende Start scheint ihm auch deshalb nicht die Laune zu versauen, weil Schumacher mit genau dieser Erwartungshaltung an die Sache herangegangen ist: "Ich habe nicht erwartet, dass ich zurückkomme und sofort alles wegblase. Man muss das Ganze als Prozess sehen." Deshalb tun ihm die abgewehrten Angriffsmanöver gegen den amtierenden Weltmeister Jenson Button so gut, der eigentlich das schnellere silberne Auto auf den Geraden Kataloniens hatte. Aber Schumacher verteidigte seine Position wie zu besten Zeiten: "Ich habe ihm wenige Möglichkeiten geboten, mich zu überholen - so wie man das von mir auch erwartet."

Bescheiden nach Platz vier: "Haben einen Schritt gemacht"

Dass er doch wieder ganz der Alte werden kann, zeigt die Reaktion auf alle, die jetzt seine Rückkehr feiern wollen. Zu Fuß kam er zurück ins Fahrerlager, weil auf der Auslaufrunde der Sprit ausgegangen war. Und analysierte nüchtern, aber voll frischem Ehrgeiz: "So richtig viel Freude kommt trotz Platz vier nicht auf, weil die Unterschiede und Abstände im Augenblick einfach zu groß sind. Aber wir haben einen Schritt gemacht." Nico Rosberg offenbar einen Schritt zurück – ihn plagen jetzt die Probleme mit dem Untersteuern und den Reifen, die Schumacher in den ersten vier Rennen hatte. Was die Spekulation nahe legt, dass Mercedes alles auf eine Leistungssteigerung des Rekordchampions ausrichtet. Teamchef Ross Brawn bestreitet, dass die Verlängerung des Radstands und die veränderte Balance nur für Schumi vorgenommen wurde: "Beide Fahrer haben sich beklagt." Rosbergs Momentaufnahme: "Irgendetwas am Auto war nicht ganz richtig."

"Es ist eine Reise ins Ungewisse"

Der Herausforderer merkt jetzt, was er schon ahnte: Dass sich ein Schumacher nicht so leicht geschlagen geben würde. Für den Rekord-Weltmeister geht das Abenteuer Comeback weiter, immer noch so unberechenbar wie der Grand Prix von Monaco am nächsten Wochenende: "Es ist eine Reise ins Ungewisse."

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