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Timo Glock: "Monaco wird eine Katastrophe!"

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"Monaco wird eine Katastrophe!"

10.05.2010, 18:16 Uhr | motorsport-total.com, t-online.de, t-online.de, Motorsport-Total.com

Timo Glock: "Monaco wird eine Katastrophe!". Timo Glock hat ein schwieriges erstes Jahr mit Virgin Racing. (Foto: imago)

Timo Glock hat ein schwieriges erstes Jahr mit Virgin Racing. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Die Fragen stellten Björn Lücker und motorsport-total.com

Bisher ist die Saison für Timo Glock alles andere als positiv verlaufen. Nach den ersten vier Rennen für sein neues Team Virgin Racing hat der 28-Jährige noch keinen WM-Punkt sammeln können. Im Gespräch mit t-online.de spricht Glock über seinen Wechsel, die Entwicklung des neuen Boliden und den anstehenden Grand Prix in Monaco.

Herr Glock, Sie sind mit einem verbesserten Auto in Barcelona am Start gewesen, trotzdem lief es wieder einmal nicht rund. Warum?

Timo Glock: Der Unterboden und die Aeroupdates haben nicht wie erwartet funktioniert, schon das ganze Wochenende nicht. Speziell am Freitag war es eine Katastrophe, da waren wir ja sogar deutlich langsamer als mit dem alten Auto. Woran das liegt, weiß ich nicht. Zumindest haben wir das Tanksystem aussortiert. Die Spritzufuhr für das Qualifying ist deutlich verbessert. Man kann jetzt mit wenig Sprit fahren und das ist positiv. Aber die Aeroupdates haben eben nicht so funktioniert, wie wir es wollten.

 

Ist das darauf zurückzuführen, dass Ihr Team keinen Windkanal verwendet?

Glock: Ich weiß es nicht. In meinen Augen ist es eher eine Frage der Qualität des Unterbodens, weil der von der Fertigung her nicht so war, wie er sein sollte. Aber das müssen wir analysieren und schauen, dass wir uns da verbessern.


Woran muss das Team jetzt vor allem arbeiten, damit der Wagen schneller wird? Sehen Sie Licht am Ende des Tunnels?

Glock: Es ist noch ein Stück dunkel, würde ich sagen! Wir haben jetzt das komplette Tanksystem unter Kontrolle. Das ist ein Fortschritt. Aber die aerodynamischen Änderungen haben nicht so funktioniert, wie wir es uns erhofft hatten. Das war nicht wirklich positiv. Die Situation ist schwierig, aber sie ist eben, wie sie ist. Es bringt ja nichts, wenn ich jammere. Ich muss weitermachen, darf mich nicht frustrieren oder unterkriegen lassen.

 

Das Budget des Teams ist begrenzt. Gibt es Signale vom Sponsor Virgin, mehr Geld in die Entwicklung zu stecken?

Glock: Dafür bin ich der falsche Ansprechpartner.


Fünf Rennen mit Pleiten, Pech und Pannen liegen nun hinter Ihnen. War es die richtige Entscheidung, zu Virgin zu wechseln?

Glock: Zweifel hin, Zweifel her - darüber braucht man nicht lange nachzudenken, denn ändern kann man nichts dran. Ich habe meine Entscheidung getroffen und stehe weiterhin dazu, ohne auch nur ansatzweise darüber nachzudenken. Hätte, wäre, wenn ist auch nicht die richtige Variante. Mir war von Anfang an klar, dass es schwierig und ein harter Kampf wird. Wir sind ein neues Team und wir brauchen dementsprechend genügend Zeit. Die müssen wir uns nehmen. Im Qualifying in Barcelona lagen wir klar hinter Lotus, aber im Rennen waren wir deutlich besser dabei. Das ist okay. Klar gibt es jede Menge Leute, die sagen, dass ich besser bei Renault unterschrieben hätte. Das kann man im Nachhinein immer leicht sagen, aber im Moment ist die Situation halt so. Im Winter war das alles ein bisschen schwieriger vorherzusehen. Trotzdem: Ich stehe voll hinter meiner Entscheidung. Wir müssen weiterarbeiten und uns durch den ganzen Techniksalat kämpfen, den wir in den vergangenen Wochen hatten.

 

Dass Sie mit einem neuen Team keine Grands Prix gewinnen werden, war Ihnen wahrscheinlich im Winter schon bewusst. Ist die Situation jetzt aber noch schwieriger, als Sie sie erwartet hätten?

Glock: Nein. Mir war klar, dass wir uns mit dem Aufholen schwer tun werden, weil alle anderen auch weiterentwickeln. Das hat man in Barcelona sehr gut gesehen. Es braucht halt zwei, drei Jahre, bis man nach vorne aufschließt. Das ist ganz normal und die Zeit müssen wir uns nehmen. Was ein bisschen enttäuschend war, waren natürlich schon die vielen technischen Probleme.

 

Sie haben meines Wissens einen mehrjährigen Vertrag unterschrieben. Stehen Sie zu dem oder machen Sie sich Gedanken darüber, dass man da aussteigen muss, wenn es so weiterläuft?

Glock: Wenn sich nie was ändern würde, muss man sich irgendwann seine Gedanken machen, klar. Im Moment mache ich mir diese Gedanken aber nicht und ich laufe auch nicht rum und schaue mich anderswo um. Wir müssen erstmal noch ein paar Rennen abwarten, dann werden wir sehen.

 

Sie haben keinen erfahrenen Teamkollegen, an dem man Sie messen könnte. Sehen Sie Ihre Reputation als Rennfahrer schon angekratzt, weil es schwierig ist, so aufzuzeigen, dass es auch jemandem auffällt?

Glock: Ich habe ja die letzten beiden Jahre gezeigt, was ich kann. Das ist nicht von heute auf morgen weg. Und Lucas di Grassi ist auch jemand, der weiß, wie man schnell Auto fährt. Klar hat er weniger Erfahrung und er tut sich das eine oder andere Mal etwas schwerer, aber er hat seine Erfahrung als Testfahrer von Renault schon gesammelt.

 

Nun steht Monte Carlo vor der Tür, für Sie wahrscheinlich eine besondere Herausforderung. Weniger wegen der schwierigen Strecke, sondern im Qualifying, wenn es darum geht, den Verkehr zu managen...

Glock: Monaco wird eine Katastrophe! Das habe ich schon in Barcelona gemerkt, denn dort hatte ich im Rennen nur 15 freie Runden - der Rest war überfüllt mit blauen Flaggen. Da muss man nur noch gucken, dass man niemandem im Weg steht. Das ist schon ein bisschen schwierig und schade, weil das Rennen dann komplett dahin ist.

 

Die neuen Teams sind ja so deutlich langsamer als der Rest, dass Sie im Qualifying selbst auf einer schnellen Runde einem Topfahrer im Weg sein könnten. Was passiert dann?

Glock: Wenn ich auf einer schnellen Runde bin, bin ich auf einer schnellen Runde. Das ist mir egal. Mir geht es hauptsächlich um das Rennen, aber klar: Im Qualifying musst du auch erstmal die freie Runde erwischen.

 

Monte Carlo gilt als Strecke, wo der Fahrer einen Unterschied machen kann. Glauben Sie, dass Sie deswegen näher an Lotus dran sein werden, als das zuletzt in Barcelona der Fall war?

Glock: Mal schauen. Wir tun uns in langsamen und mittelschnellen Kurven schwer. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob wir dort gut sein werden.

 

Und der lange Radstand des Virgin ist in Monte Carlo wohl auch kein Vorteil...

Glock: Lucas hat noch den kürzeren, ich den längeren. Das wird mit Sicherheit schwierig, ja.

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