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"Wir werden eine super WM sehen"

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"Wir werden eine super WM sehen"

14.05.2010, 16:52 Uhr | von Marc Merten

. Will auch bei der WM wieder jubeln: Gladbachs US-Nationalspieler Michael Bradley. (Foto: imago)

Will auch bei der WM wieder jubeln: Gladbachs US-Nationalspieler Michael Bradley. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Wer ihn auf dem Spielfeld sucht, findet ihn sofort. Sein geschorener Kopf ist leicht auszumachen. Eine auffällige Erscheinung, nicht nur äußerlich. Robust im Zweikampf, immer unterwegs und dank seiner 189 Zentimeter in den meisten Kopfballduellen oben auf – nicht spektakulär, aber präsent. Michael Bradley hat sich Respekt verschafft in der Bundesliga. Der Mann mit der Nummer 26 ist die defensive Schaltzentrale bei Borussia Mönchengladbach. Diese tragende Rolle will er auch im Sommer spielen, für sein Heimatland USA bei der WM in Südafrika. Sein Trainer im Nationalteam: sein Vater.

Mit 18 über den großen Teich

"Fußball ist Fußball", sagt Michael Bradley im Interview mit t-online.de. "Ich gehe auf den Platz und versuche zu gewinnen. Egal, wie die taktische Ausrichtung meiner Mannschaft ist. Für mein Spiel ist das nicht entscheidend." Auch deswegen, sagt er, habe er nie große Anpassungsprobleme in seinen Vereinen gehabt. Nicht bei den New York MetroStars in der Major League Soccer (MLS), bei denen er mit gerade mal 16 Jahren Profi wird. Nicht beim SC Heerenveen in der holländischen Ehrendivision, zu denen er als jüngster Spieler, der je die MLS Richtung Europa verlässt, wechselt. Und auch nicht bei Borussia Mönchengladbach, wo er seit August 2008 spielt.

"Immer wieder angreifen und Tore erzielen"

Und das, obwohl sich die Spielphilosophien seiner bisherigen Mannschaften immer deutlich unterschieden haben. "In den Niederlanden stehen die taktischen Elemente sehr im Vordergrund, alles ist darauf ausgerichtet, immer und immer wieder anzugreifen und Tore zu erzielen", sagt der 22-Jährige, der in seiner zweiten Saison beim SC Heerenveen in 33 Spielen 15 Tore erzielen konnte – als Mittelfeldspieler. "In Deutschland sind dafür die physischen Anforderungen viel höher. Deutsche Mannschaften achten viel mehr darauf, gut in der Defensive zu stehen und das Spiel für den Gegner schwer zu machen."

WM 2006 in Deutschland knapp verpasst

Es ist diese Anpassungsfähigkeit, die ihn auch früh für die Nationalmannschaft interessant macht. Sein Debüt feiert er mit 18 Jahren gegen Venezuela, den Sprung auf den WM-Zug 2006 unter Nationaltrainer Bruce Arena verpasst er nur knapp. Doch seitdem startet der Mann aus Princeton/New Jersey durch. Auch, weil Bruce Arena abtritt und dessen Nachfolger als Nationaltrainer den Spieler, aber vor allem den Menschen Michael Bradley besser kennt als jeden anderen, genau weiß, wozu er fähig ist. Bob Bradley macht seinen Sohn zu einem wichtigen Mosaikstein in der amerikanischen Nationalmannschaft.

Metrostars statt Yankees oder Knicks

"Seit ich denken kann, ist mein Vater Fußballtrainer. Er hat mich oft zu den Trainings seiner Mannschaften mitgenommen", erzählt Bradley. Die legendären US-Sportarten wie Baseball und American Football haben ihn nie gereizt, Basketball und Eishockey schaut er nur im Fernsehen. "Da, wo ich groß geworden bin, war Fußball wichtig. Ich habe immer Fußball gespielt, mir andere Spiele angeschaut." Und mit 14 Jahren die Entscheidung getroffen, in Amerika Profi einer Randsportart werden zu wollen – mit Erfolg: Schon zwei Jahre später unterschreibt er bei den New York Metrostars. Bei dem Verein, der in den Jahren zuvor noch versucht hatte, mit Weltstars wie Lothar Matthäus, Roberto Donadoni und Youri Djorkaeff europäischen Spitzenfußball nach Nordamerika zu bringen. Verantwortlich für den schnellen Aufstieg des Jungspunds in die MLS ist der Trainer der Metrostars: Bob Bradley.

"Natürlich reden die Menschen"

Dass sein Vater ihn gefördert hat, zum Profi wie auch zum Stammspieler in der Nationalmannschaft gemacht hat, stört Michael Bradley nicht. "So etwas sieht man natürlich nicht häufig", sagt er, auch, wenn er weiß, dass sich viele Leute darüber den Mund zerreißen. "Natürlich wundern sich viele Menschen, reden über uns. Aber ist es nicht großartig, dass wir beide das tun können, was uns am meisten Spaß macht? Und für jeden, der die Möglichkeit hat, sein Land zu trainieren, ist es eine große Ehre. Genauso wie es für mich das größte Ziel war und heute eine große Ehre ist, für mein Land zu spielen."

Spanien besiegt, Brasilien fast

Und das tut er sehr erfolgreich. 2009 nimmt die USA am Confederations Cup in Südafrika teil, der Generalprobe zur WM. Die USA werden Zweiter, schlagen Europameister Spanien im Halbfinale und führen auch im Finale gegen Brasilien schon mit 2:0, ehe der Rekordweltmeister doch noch aufdreht und mit 3:2 triumphiert. Im Finale muss Bradley gesperrt zuschauen, doch der Erfolg macht Mut für die WM und die schwere Gruppe mit England, Slowenien und Algerien.

"In einem Spiel kann viel passieren"

"Wir haben viel Selbstvertrauen getankt und wissen, dass wir, wenn wir unseren Job machen, jede Mannschaft schlagen können. In einem einzigen Spiel kann immer viel passieren", blickt Bradley daher auch optimistisch auf das erste Gruppenspiel gegen das Team. "England ist zwar sicher eine der Mannschaften, die man auf der Rechnung haben muss. Aber man braucht immer ein bisschen Glück und muss zur richtigen Zeit in Topform sein."

"Wir werden eine super WM sehen"

Auf das Land Südafrika freut sich Bradley besonders – auch wegen der guten Erfahrungen, die er 2009 vor Ort gesammelt hat. "Wir werden eine super WM sehen", ist sich Bradley sicher. "Man spürt, dass die Menschen sehr stolz sind, die WM ausrichten zu dürfen. Wir haben schon am Confederations Cup eine tolle Atmosphäre gehabt." Daher sollen die Fans auch weiterhin ihre afrikanischen Trompeten ("Vuvuzelas") mit ins Stadion bringen dürfen. "Die Vuvuzelas sind doch ein Weg, mit dem die afrikanischen Fans ein wenig von ihrer Kultur ins Stadion bringen. Sie zeigen damit ihre Begeisterung und ihre Leidenschaft für den Sport und die ganze WM. Das ist doch toll."

Fußball in Amerika noch stiefmütterlich

Diese Begeisterung wünscht sich Bradley auch zukünftig in seinem Heimatland. Fußball in Amerika sei noch lange nicht verwurzelt. "Die Geschichte, die Tradition, einfach die Leidenschaft für Fußball ist besonders in Europa eine andere – die Menschen leben Fußball. Soweit sind wir in Amerika noch nicht", sagt der 22-Jährige, der seit sechs Jahren zwischen beiden Welten hin und her reist. "Aber das passiert nicht über Nacht, das braucht viel Zeit. Aber Fußball in Amerika ist auf einem guten Weg und wird immer populärer." Der Erfolg der Nationalmannschaft, sein persönlicher Erfolg in Südafrika sollen dazu beitragen.

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