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Formel 1: Ein Racer kämpft bis zum Schluss

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Ein Racer kämpft bis zum Schluss

17.05.2010, 07:42 Uhr | t-online.de, t-online.de

Formel 1: Ein Racer kämpft bis zum Schluss. Michael Schumacher kämpft bis zum letzten Zentimeter um Punkte. (Foto: dpa)

Michael Schumacher kämpft bis zum letzten Zentimeter um Punkte. (Foto: dpa)

Von Elmar Brümmer, Monte Carlo
Es gibt Momente, in denen geübte Formel-1-Beobachter nicht hören müssen, was gesagt wird, sondern die Stimmungslage an der Gesichtsmimik ablesen können.  So reichte am Monaco-Wochenende das Studium der Mundwinkel von Michael Schumacher, die sich ähnlich tief zogen wie bei Kanzlerin Angela Merkel. Der Frust von Sebastian Vettel drückt sich hingegen in einer leicht vorgeschobenen Vorderlippe aus, Schmollfaktor eins. Beiden war das Glitzer-Wochenende von Monte Carlo schon am Samstag versaut. Schumacher wurde in der Qualifikation von Teamkollege Nico Rosberg aufgehalten, Vettel von seinem direkten Gegenspieler Mark Webber um die Pole-Position gebracht. Das hat sie dann im Rennen gebremst.

Schumacher wird zurück gestuft

Vettel blieb bei der Hafenrundfahrt hinter Webber Zweiter, das war immerhin Schadensbegrenzung. Beide liegen punktgleich an der Spitze, der Australier durch den zweiten Sieg in einer Woche aber nominell vorn. Schumachers Verhängnis war ein Angriff in allerletzter Minute in der allerletzten Kurve gegen Alonso. So durfte er sich für drei Stunden als Sechster fühlen, dann stuften ihn die Rennkommissare auf Rang zwölf zurück. Zwar zeigten die Flaggensignale Grün, das Mercedes-Team feuerte ihn über Boxenfunk "Überhole!" an, aber in der Schlussrunde gilt nun mal die Regel, dass das Safety Car unter keinen Umständen mehr überholt werden darf. Der Rennstall hat gegen die Rückstufung wegen der Fehler der Streckenposten umgehend Protest eingelegt.

Kämpfen bis zum Schluss und um jeden Punkt

Typisch Schumi? Stimmt! Wer noch Zweifel daran hatte, dass Michael Schumacher schon wieder ganz der Alte ist, der sollte auf das Ausrufzeichen zum Schluss eines Langweiler-Rennens achten. Schon 2005 hatte er Rubens Barrichello und seinen Bruder Ralf auf den letzten Metern angegriffen. Nicht aus Zorn, nicht aus Verzweiflung – einfach, weil er das ist, was man einen Racer nennt. Sechster oder Siebter zu sein macht in seiner Lage keinen großen Unterschied in der Punktetabelle, aber von der Einstellung her schon. Es gilt das Prinzip, immer alles versucht zu haben. (Da ist ein Vettel übrigens keinen Deut anders). Deshalb sagt Schumacher in all der Aufregung von Monaco auch: "Das war für mich ein ziemlich normales Rennen, abgesehen von der anschließenden Entscheidung der Sportkommissare..."

Überraschung Webber

Das erste Drittel der Saison ist rum, und neben der großen Überraschung Webber ist festzuhalten: Schumachers Aktion ist der erste wirkliche Aufreger, sieht man mal von den Wetterkapriolen in Übersee und der Erfindung des Lüftungsschachtsystems bei McLaren ab. Er tut auch mit 41 noch das, was er immer schon getan hat: Polarisieren. Der Formel 1 kann das nur gut tun, nicht bloß aus deutscher Sicht. Dass die britische Presse zu Beginn des Wochenendes von ihm auch noch eine Entschuldigung wegen des Parkmanövers gegen Alonso vor vier Jahren an gleicher Stelle forderte, war kühn. Doch Schumacher blieb kühl. Der Mann kann, wenn er sich im Recht fühlt, ziemlich stur sein.

Zwischen brutal und genial

Ob die Renn-Welt dafür Verständnis hat oder nicht, ist ihm herzlich egal. Seine eigene Zufriedenheit ist bei seinem Comeback der einzige Maßstab. Nach Monte Carlo bleibt naturgemäß reine Unzufriedenheit. Vor allem mit dem Silberpfeil, der immer noch weit vom Schrittmacher Red Bull entfernt ist. Wer Schumacher kennt, der weiß aber, dass ihn spätestens jetzt der Ehrgeiz richtig gepackt hat. Er spürt, dass es nicht an ihm liegt. Die anderen spüren, dass er wieder der Alte ist. Wer wagt, gewinnt? Michael Schumacher mag die Punkte trotz der Berufung verloren haben. Aber er hat durch die umstrittene Situation an Selbstvertrauen gewonnen. Es ist ihm Ernst. Das ist das, was ihm Spaß macht. Sich irgendwo am Limit zwischen brutal und genial zu bewegen. 

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