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Radsport: Landis gesteht Doping und beschuldigt Armstrong

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Radsport  

Landis gesteht Doping und belastet Armstrong

20.05.2010, 20:12 Uhr | t-online.de, dpa, dpa, t-online.de

Radsport: Landis gesteht Doping und beschuldigt Armstrong. Floyd Landis hat zugegeben, nicht nur bei seinem Tour-Sieg 2006 gedopt zu haben. (Foto: imago)

Floyd Landis hat zugegeben, nicht nur bei seinem Tour-Sieg 2006 gedopt zu haben. (Foto: imago)

Fast vier Jahre leugnete er. Nun hat Radprofi Floyd Landis erstmals zugegeben, über Jahre hinweg gedopt zu haben. "Ich möchte mein Gewissen erleichtern", sagte der 34-Jährige gegenüber "ESPN.com", "ich möchte nicht weiter ein Teil dieses Problems sein." Er habe der US-Dopingagentur USADA detailliertes Wissen darüber weitergegeben, wie Athleten es schaffen, bei Dopingtests nicht erwischt zu werden. Doch damit nicht genug. Landis beschuldigt auch andere Fahrer, gedopt zu haben – darunter den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong.

Landis selbst hatte die Tour de France 2006 gewonnen. Der Sieg war ihm nachträglich wegen eines positiven Testosteron-Tests aberkannt worden, der US-Amerikaner für zwei Jahre gesperrt. Heute fährt er für das Bahati Foundation Pro Cycling Team.

Seit Juni 2002 zugedopt

Der US-Amerikaner erklärte, teilweise bis zu 90.000 US-Dollar im Jahr für Dopingmittel und Experten ausgegeben zu haben. Ab dem Juni 2002 habe er systematisch gedopt. Damals fuhr Landis für US Postal, dem Team von Armstrong. Gegenüber dem "Wall Street Journal" erklärte er, dass der damalige Teamchef Johan Bruyneel ihn ins Blutdoping und ins Dopen mit Wachstumshormonen eingeführt habe. Im Laufe seiner Karriere habe er unter anderem auf EPO, Testosteron, Wachstumshormone und Blut-Transfusionen zurückgegriffen.

System bei US Postal

Mit detaillierten Schilderungen über die geheime Lagerung von Blut-Konserven in seinem Ex-Team US Postal brachte Landis auch seine früheren Mannschaftskollegen Armstrong, George Hincapie und Teamchef Johan Bruyneel in große Bedrängnis. Zudem bezichtigte er Levi Leipheimer und Dave Zabriskie des EPO-Dopings. Hincapie wies die Anschuldigungen bereits zurück.

Tipps von Armstrong?

Armstrong habe ihm geholfen, die Wirkungsweise zu verstehen. "Er und ich hatten längere Unterhaltungen darüber bei Trainingsfahrten, während denen er mir auch die Entwicklung der EPO-Tests erläuterte und dass Bluttransfusionen nun notwendig seien wegen der Schwierigkeiten, die die neuen Tests bereiteten", zitiert die Zeitung aus einer Mail Landis' an Stephen Johnson, den Präsidenten des US-Radsportverbandes.

Armstrong kontert

Der siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong hat die Doping-Vorwürfe allerdings zurückgewiesen. "Es ist nicht wert, auf diese Anschuldigungen einzugehen", sagte der Radprofi. "Ich werde nicht meine Zeit oder Ihre Zeit vergeuden", sagte der 38-Jährige zu Reportern vor dem Start der fünften Etappe der Kalifornien-Rundfahrt. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Doping-Beschuldigungen gegen den 38-Jährigen gegeben. Armstrong hatte diese immer wieder dementiert – teilweise sich auch juristisch dagegen gewehrt.

UCI-Boss glaubt Landis nicht

"Was will er denn damit erreichen? Seine Glaubwürdigkeit ist gleich Null. Er will Rache üben, das ist doch offensichtlich", sagte UCI-Präsident Patrick McQuaid und befürchtet einen neuen Imageverlust für seinen Verband, "das ist sehr traurig für den Radsport. Der Sport hatte sich wieder erholt und jetzt das?"

Keine schriftlichen Beweise

Sämtliche Unterlagen lägen bei der UCI-Rechtsabteilung, ein Gespräch mit Landis sei aber nicht geplant: "Er hat so oft gelogen, sogar ein Buch geschrieben, wie er sauber die Tour gewonnen hat." Die Anschuldigungen gegen Armstrong seien "nichts Neues". "Es ist nicht das erste Mal, dass Armstrong angeklagt wurde, aber bis jetzt gibt es noch keine Beweise", so McQuaid.

Jetzt oder nie

"Wenn ich jetzt nicht etwas sage, dann ist es sinnlos, überhaupt jemals etwas zu sagen", sagte der US-Amerikaner mit Blick auf die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur, nach denen der Missbrauch verbotener Substanzen nach acht Jahren verjährt. Landis offenbarte, reinen Tisch machen zu wollen, weil ihn die Jahre der Täuschung psychisch belastet hätten. Als Geächteter im Radsport habe er ohnehin kaum noch eine Chance, jemals wieder für ein hochkarätiges Team zu fahren. Der schwerste Schritt sei in diesen Tagen allerdings das Telefonat gewesen, in dem er seiner Mutter die ganze Wahrheit berichtet habe.

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