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Auslaufmodell Ballack: Wechselt er nach Bremen?

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Auslaufmodell Ballack: Wechselt er nach Bremen?

09.06.2010, 14:01 Uhr | t-online, t-online.de

. Ballacks Zeit beim FC Chelsea ist endgültig abgelaufen. (Foto: imago)

Ballacks Zeit beim FC Chelsea ist endgültig abgelaufen. (Foto: imago)

Öffentlich will es noch keiner laut und deutlich aussprechen, doch hinter vorgehaltener Hand und zwischen den Zeilen wird es immer deutlicher: Viele im Tross der deutschen Nationalmannschaft dürften froh sein, dass Michael Ballack aufgrund einer Sprunggelenksverletzung bei der WM 2010 in Südafrika nicht dabei ist. Und auch beim FC Chelsea legt man keinen Wert mehr auf die Dienste des 33-Jährigen. Ballack droht das Schicksal, was schon einige Große im Sport ereilt hat: Gestern noch unersetzlich, heute ein Auslaufmodell.

Das sieht mittlerweile wohl auch der FC Chelsea so. Laut der englischen Tageszeitung "The Sun" hat der Premier-League-Klub von einer Vertragsverlängerung mit dem Mittelfeldspieler Abstand genommen. Das bestätigte auch Ballack-Berater Michael Becker. "Es ist zutreffend, dass wir mit Chelsea keine Einigung über einen neuen Zweijahresvertrag erzielen konnten", sagte der Rechtsanwalt. Die Verantwortlichen der Blues und Ballack konnten sich vor allem nicht auf die geforderte Laufzeit bis zur EM 2012 in Polen und der Ukraine und nach Medienangaben auch in Gehaltsfragen nicht einigen.

Bremen buhlt angeblich um Ballack

Damit steht der 98-fache Nationalspieler ohne Vertrag da. Wie die "Times" berichtete, soll neben dem FC Schalke 04 auch Werder Bremen aus der Bundesliga mittlerweile Interesse bekundet haben. Gar keine abwegige Konstellation. Bereits als kleines Kind schwärmte Ballack für den Weser-Klub. Mit Torsten Frings würde er seinen ehemaligen Kumpel aus vergangenen Nationalmannschaftstagen wiedertreffen. Gemeinsam könnten sie das Duo der Frustrierten bilden. Schließlich wurde Frings von Bundestrainer Joachim Löw aus dem Kreis der deutschen Fußball-Elite ausgebootet und ließ seinen Frust und sein Unverständnis in der Öffentlichkeit freien Lauf.   

Friedrich sieht Chance

Bei der WM 2006 und der WM 2008 waren die beiden Kicker noch die uneingeschränkten Chefs auf dem Platz. Junge Spieler taten sich neben diesen Platzhirschen in ihrer Entwicklung schwer. "Die Struktur ist zerbrochen", beschrieb Arne Friedrich auf der Pressekonferenz im südafrikanischen WM-Quartier jetzt die neue Situation nach Frings und Ballack. "Aber das kann auch eine Chance sein. So sind wir schwieriger auszurechnen", fügte der 31-Jährige gut gelaunt hinzu. Der Noch-Berliner steht seit jeher Ballack kritisch gegenüber.

Mehr Verantwortung für nachrückende Generation

Friedrich spürt, dass eine neue Generation drauf und dran ist, das Vakuum der alten Haudegen auszufüllen. Sollten Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira eine gute WM spielen, ist der ehemalige Capitano nur noch Geschichte. Auch andere Spieler des jüngsten Kaders seit 1934 müssen nun mehr Verantwortung übernehmen und nehmen diese Herausforderung gerne an. Bayerns Kapitän Mark van Bommel, der für die Niederlande an den Start geht, hat es bereits erkannt. "Deutschland ist stark, weil Ballack fehlt. Dadurch werden die jüngeren Spieler noch motivierter sein".

Keine gemeinsame Wellenlänge mit Löw & Bierhoff

Auch wenn die Bosse der DFB-Elf öffentlich das Fehlen Ballacks bedauerten, Joachim Löw und Oliver Bierhoff sahen zuletzt den 33-Jährigen ebenfalls kritisch. Man funkte längst nicht mehr auf einer Wellenlänge. Bei der EM 2008 rasselten der Team-Manager und der Kapitän direkt nach dem verloren gegangenen Finale auf dem Platz aneinander, nachdem Ballack sich weigerte mit einem von Bierhoff in Auftrag gegebenen Plakat sich von den deutschen Fans zu verabschieden. Nach der Nichtberücksichtigung von Frings durch Löw gab Ballack der "FAZ" ein sehr kritisches Interview, schlug sich auf die Seite von Frings und schoss gegen den Bundestrainer. Damals stand sogar eine Suspendierung Ballacks im Raum.

Ohrfeige von Podolski

Vor diesem Hintergrund ist auch der Verzicht auf eine Bestrafung von Lukas Podolski seitens des DFB neu zu bewerten. Beim Länderspiel im April 2009 in Wales machte Prinz Peng seinem Spitznamen alle Ehre und verpasste Ballack auf dem Feld eine Ohrfeige. Konsequenzen für Podolski gab es so gut wie keine. "Sie haben sich tief in die Augen geschaut, damit war die Sache gegessen", spielte Bierhoff die Szene herrunter. Schon damals spürten er und Löw, dass die Hausmacht Ballacks in der Nationalmannschaft bröckelt.

Hoeneß: Ballack sollte aufhören

Der Beinahe–Aussortierte selbst hat eine Rückkehr in die Nationalmannschaft indes nicht ausgeschlossen. "In der neuen Saison werde ich zurück sein und wieder voll angreifen", sagte er und kann sich vorstellen als 35-Jähriger die EM 2012 noch zu spielen. Uli Hoeneß indes hat Ballack längst zum Abschied aus der DFB-Elf geraten. "Auch wenn es bitter ist: Man muss den Zeitpunkt, wann es genug ist, auch erkennen", sagt der Bayern-Präsident der "Sport Bild". "Wenn es eine WM wäre, würde ich es noch verstehen. Aber eine Europameisterschaft in Polen und der Ukraine zu spielen - das ist ja nicht gerade etwas, wo man sagt, das ist der Traum meiner schlaflosen Nächte.“

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