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Motordoping: Fall Cancellara landet vor Gericht

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Motor-Doping: Der Fall Cancellara landet vor Gericht

21.07.2010, 08:16 Uhr | dpa, dpa

Motordoping: Fall Cancellara landet vor Gericht. Fabian Cancellara bei seiner Siegesfahrt beim Rad-Klassiker  Paris - Roubaix. (Foto: imago)

Fabian Cancellara bei seiner Siegesfahrt beim Rad-Klassiker Paris - Roubaix. (Foto: imago)

Der italienische Richter Raffale Guariniello hat Ermittlungen wegen der möglichen Verwendung von motorbetriebenen Fahrrädern im Wettkampf eingeleitet. Das berichtete das Internet- Portal "Cyclingnews". Vorausgegangen war eine Anzeige des italienischen Rennstall-Besitzers Ivano Fanini (Amore e Vita), der einen Beitrag des italienischen Fernsehens während des Giro d'Italia zum Anlass genommen hatte.

Der Ex-Profi und TV-Kommentator Davide Cassani hatte darin die Funktion eines mit einem versteckten Elektromotor betriebenen Rades beschrieben. Auf YouTube tauchten nach den Cassani-Ausführungen Bilder von Fabian Cancellara eindrucksvollen Siegen bei der Flandern-Rundfahrt und Paris - Roubaix im April auf, die einen Zusammenhang zum Motordoping herstellten. Die bewegten Bilder wurden weltweit bisher über zwei Millionen Mal angeklickt.

Das Cancellara-Team Team Saxo Bank und der Profi selbst ("Das ist absoluter Schwachsinn - mein Motor ist mein Körper") waren empört und dementierten eine Manipulation. Viele Radsport-Experten, unter ihnen Linus Gerdemann von Milram oder Cancellaras Teamkollege Jens Voigt hielten die Möglichkeit des Betrugs auf diese Weise für kaum vorstellbar bis ausgeschlossen. Der umtriebige Guariniello hatte auch die Ermittlungen in den Dopingfällen des 2004 verstorbenen Radprofis Marco Pantani und des Fußballclubs Juventus Turin geleitet.

Fehler in der Berichterstattung

Der Radsport-Weltverband und Sportartikelhersteller hatten ein Hearing zum Thema und UCI-Chef Pat McQuaid erklärte, Cassani hätte einen Fehler in der spektakulären Berichterstattung zugegeben und fälschlicherweise von Batterien berichtet, die im Sattelrohr des Rades versteckt werden könnten. Dem widersprach Cassani am Wochenende vehement.

Auch der ehemalige Stunden-Weltrekordler Chris Boardman, seit Jahren Leiter der technischen Kommission der erfolgreichen britischen Bahnradsportler, hatte UCI-Vertreter in einem Vortrag unlängst auf die Möglichkeit der Motor-Manipulation hingewiesen und von "ungläubigen bis entsetzten Gesichtern" im Plenum gesprochen. Immerhin sollen bei der kommenden Tour de France die Dienstfahrzeuge der Profis gescannt werden, um Manipulationen auszuschließen.

Österreichische Firma stellt Motoren für Fahrräder her

Ein Motor-System - für schlappe Hobbyradler entwickelt - wird von einer österreichischen Firma unter dem Namen "Gruber-Antrieb" hergestellt. Ein Knopfdruck am Bremshebel aktiviert den zusätzlichen Anschub, der laut Firmenwerbung "rund 100 Prozent Leistungssteigerung für mindestens 45 Minuten" bringt. Der Hersteller verspricht: "Ein Druck auf den Turbo-Knopf und das Brennen in den Oberschenkeln verschwindet."

Gruber erklärte, niemals mit Profis oder deren Teams verhandelt oder ihr System an sie verkauft zu haben. Saxo-Bank nahm Stellung zu den obskuren Anschuldigungen: "An der Geschichte ist nichts Wahres. Es gibt und gab niemals ein Saxo-Bank-Rad, das mit einem Motor versehen war." Cancellaras Siege seinen "das Resultat von Hingabe, harter Arbeit und Bereitschaft zur Aufopferung". Der Olympiasieger im Zeitfahren gewann am Samstag zum Auftakt der Tour de Suisse den Prolog in Lugano.

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