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Formel 1: Schumachers Schicksalstage

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Schumis Schicksalstage

14.06.2010, 07:11 Uhr | t-online.de, t-online.de

Formel 1: Schumachers Schicksalstage. Michael Schumacher nachdenklich in der Boxengasse in Montreal. (Foto: dpa)

Michael Schumacher nachdenklich in der Boxengasse in Montreal. (Foto: dpa)

Von Elmar Brümmer, Montreal
Elfter, das klingt wie eine Bankrotterklärung für einen Rekordweltmeister. Natürlich gibt es Erklärungen für das Silberpfeil-Debakel von Michael Schumacher in Montreal. Die Bremsscheiben haben das Qualifying versaut, ein abgefahrener Frontflügel die Anfangsphase, ein Plattfuß den Rest des Rennens. Wer den Kerpener Comebacker aus der Cockpit-Kamera bei den 70 mehr oder minder chaotischen Runden beim Großen Preis von Kanada beobachtet hat, der sah ihn am Lenkrad arbeiten wie unsereins mit der Play-Station. Das lässt vor allem einen Schluss zu: Mit sich ist Schumi im Reinen, aber mit dem Mercedes-Rennwagen längst nicht in der Balance.

Von den Erwartungen her hätte es der erste Podiumsplatz der Saison für Mercedes GP werden können, und trotz der Quali-Pleite befand sich Schumacher zwischendrin auf Kurs Treppchen. Der aufgeschlitzte rechte Vorderreifen im Duell mit Robert Kubica und am Ende der viel zu lange Einsatz der Super-Soft-Pneus brachten ihm beim Durcheinander-Grand-Prix von Kanada um den Lohn einer Kurbelarbeit.

Reifen nur "stumpfe Waffen" in Montreal

Der Mann hat Biss, in der Selbstverteidigung ist sein Aufwärtstrend – anders als in der Ergebnisliste – weiterhin erkennbar. Die Rumpelei mit Kubica, die Duelle mit Vitantonio Liuzzi, Adrian Sutil und seinem ehemaligen Teamkollege Felipe Massa haben dem 41-Jährigen bestätigt, warum er wieder zurück im Rennzirkus ist: "Es gab Momente im Rennen, da war ich sicherlich ganz zufrieden, denn ich konnte mich nach vorn arbeiten. Und sicherlich war ich unzufriedener, als es dann wieder rückwärts ging." Der persönliche Ehrgeiz auf Kollisionskurs mit der Leistungsfähigkeit seines Dienstwagens oder dessen Bereifung: "Wir haben in Montreal mit stumpfen Waffen gekämpft."

Chancenlosigkeit bleibt im Gedächtnis

Genau das aber wird bei den meisten hängen bleiben: Die Chancenlosigkeit gegen den Schweizer Sébastien Buemi im Toro Rosso, die verlorenen Plätze am Ende gegen Sutil und Liuzzi – wer weiß heute schon noch, dass gestern dafür vor allem die verschlissene Lauffläche und die Taktik des Teams den Ausschlag gegeben hat? Jeder der Gegner wiederum wird diese Manöver wie einen Skalp am Gürtel tragen. Das ist das große Risiko, das Schumacher mit seinem Comeback eingegangen ist. Dementsprechend nimmt er sich solche Schlappen wie in Kanada zu Herzen – abzulesen an den Lippen, die dann zu einem Strich schrumpfen. Im Mittelfeld festzustecken, das ist doch bloß Geplänkel für einen Mann mit eingebautem Vorwärtsdrang. Aber eben auch sein aktuelles Schicksal.

Hoffnung für 2011

Mercedes wird mitnehmen wollen in dieser Saison was mitzunehmen ist, auch wenn der sechstplatzierte Nico Rosberg zugibt, dass keiner im Rennstall genau weiß, warum die Reifen mal besser und mal schlechter mit dem Chassis harmonieren. Aber das langfristige Ziel rückt vor allem für Michael Schumacher immer näher – die Orientierung und Vorbereitung in Richtung 2011. "Wenn der Punkt kommt, an dem es mit dem bisherigen Auto nicht mehr weitergeht, dann muss man sich darum zu kümmern, was im kommenden Jahr passiert." Die Aufbauarbeit bei Mercedes GP bereitet ihm trotz der gegenwärtigen Achterbahn-Fahrten grundsätzlich immer noch Spaß: "Darum mache ich das ja alles. Ich weiß, dass wir an den Punkt kommen werden, an dem alles zusammenpasst."

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