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Fallschirmspringen mit dem Wingsuit

17.06.2010, 15:58 Uhr | tb

Fallschirmspringen mit dem Wingsuit. Fallschimrspringen (Foto: Zoonar)

Fallschimrspringen (Foto: Zoonar)

Einige Fallschirmspringer halten sich für Freizeitsportler und andere für Extremsportler. Letztere suchen ständig nach neuen Möglichkeiten, die Zeit des freien Falls zu verlängern und den Schirm erst so spät wie möglich öffnen zu müssen. Zudem wollen sie der Erdanziehungskraft, die beim Fallschirmspringen einer der wichtigsten Aspekte ist, etwas entgegensetzten. Der Wingsuit ist eine Erfindung, die sowohl den freien Fall verlängern kann als auch den Horizontalflug ermöglicht. Ein Wingsuit ist ein spezieller Flügelanzug, den Fallschirmspringer tragen, um ihre vertikale Fallgeschwindigkeit zu senken und horizontal größere Strecken zurückzulegen, bevor sie von der Erdanziehungskraft endgültig zu Boden gezogen werden.

Der Flügelanzug beim Fallschirmspringen im Detail

Ein Flügelanzug ist ein Overal mit Stoffflächen, die aus einem kohlefaserverstärkten Nylongewebe bestehen, zwischen dem Oberkörper und den Armen. Bei ausgestreckten Armen ist dieses Gewebe wie eine Tragfläche gespannt, sodass es aussieht als befänden sich an beiden Seiten des Körpers Flügel. Auch zwischen den Beinen des Flügelanzugs befindet sich eine solche Stofffläche. Wenn sie gespannt wird, entsteht ein dritter Flügel, der den Springer zusätzlich dabei unterstützt, in der Luft zu bleiben. Um auch über längere Strecken horizontal fliegen zu können, wird am unteren Ende des Wingsuits mitunter zusätzlich ein Raketenantrieb befestigt.

Raketengetriebene Wingsuits beim Fallschirmspringen

Das raketengetriebene Wingsuit-System wurde erst 2006 eingeführt. Es enthält eine lenk- und regelbare Antriebseinheit, die in den Beinflügel des Wingsuits integriert ist. Mit herkömmlichen Wingsuits konnten bereits horizontale Strecken von mehr als 20 Kilometern zurückgelegt werden. Mit einem Raketenantrieb lässt sich diese Leistung noch steigern. Im Allgemeinen wird die vertikale Fallgeschwindigkeit von über 200 Stundenkilometern auf weniger als 50 Kilometer pro Stunde abgesenkt. Mit einem Wingsuit lässt sich der vertikale Fall in eine Horizontalgeschwindigkeit von bis zu 250 Kilometer pro Stunde umwandeln. Eine besondere Form des Wingsuit-Springens ist das Base Jumping. Dabei springen die Extremsportler nicht aus Flugzeugen, sondern beispielsweise von Hochhäusern oder Felswänden in die Tiefe.

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